Erdarbeiten Hausbau

Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler

Das Grundstück ist gekauft und dem Bau des Eigenheims steht nichts mehr im Wege. Bevor der eigentliche Hausbau beginnen kann, müssen verschiedene Erdarbeiten erledigt sein. Mit dem Ratgeber möchten wir Informationen rund um Erd- und Bodenarbeiten geben und worauf Bauherren zwingend beim Thema Erdarbeiten beim Hausbau achten müssen.

Was gehört zu den Erdarbeiten?

Bevor auf einem Grundstück mit dem Bauen eines Hauses begonnen werden kann, sind verschiedene Erdarbeiten auszuführen. Je nach Bodenbeschaffenheit, Grundfläche des Hauses und Wahl Bodenplatte oder Keller unterscheiden sich die Erdarbeiten beim Hausbau. Die Erdarbeiten sind breit gefächert und werden folgendermaßen zusammengefasst:

  • Mutterboden muss entfernt werden

  • Baugrube für das Haus muss ausgehoben werden

  • Es muss ein belastbarer Untergrund erzeugt werden

  • Einbauen einer Frostschürze

  • Grundstück muss eingeebnet werden

Vorbereitung – Baustellenzufahrt

Damit die Bauarbeiten beginnen können, muss eine Baustellenzufahrt zum Baugrundstück ermöglicht werden. Zumeist handelt es sich hierbei um eine geschotterte Straße, die bis auf das Baugrundstück führt. Das Errichten der Baustellenzufahrt kann der Bauherr in Eigenleistung übernehmen, wenn ihm entsprechende Gerätschaften wie zum Beispiel ein Minibagger zur Verfügung stehen. In den seltensten Fällen trifft dies zu, sodass das Errichten der Baustraße von einem Tiefbauunternehmen übernommen wird. Unter Umständen muss für Kranarbeiten ein passender, verdichteter und geschotterter Platz hergestellt werden. Auch das übernimmt in der Regel das Tiefbauunternehmen.

Aushubarbeiten

Die Aushubarbeiten sind sehr vielfältig. Nachdem der Mutterboden abgehoben wurde, kommt das nicht tragfähige Erdreich zum Vorschein. Je nach Region und Lage des Grundstücks kann es sich um Schluffboden oder gar Böden mit einem hohen Lehm- oder Tonanteil handeln. Die spezifischen Eigenschaften der Böden machen es unmöglich, dass sie als Untergrund für das Haus genutzt werden können. Der Grund hierfür ist schnell erklärt, denn es geht um den veränderlichen Wassergehalt. Dadurch wird die Tragfähigkeit beim Hausbau beeinflusst. Liegt sehr steiniger Boden vor (Bodenklasse 5 bis Bodenklasse 7), ist oft ein Aushub nicht möglich. Das Erdreich muss aufgesprengt werden. Es gibt Regionen in Deutschland, welche sehr steinige Böden aufweisen, sodass bei Tiefbauarbeiten während des Hausbaus regelmäßig aufgesprengt werden muss.

Entfernen des Mutterbodens

Wie bereits erwähnt muss bei jedem Hausbau der Mutterboden, der auch als Oberboden oder als Humusschicht bezeichnet wird, rund 20 bis 30 cm tief abgetragen werden. Grund hierfür ist, dass der Boden nicht ausreichend belastbar ist, um ein Haus darauf zu bauen.

Nach Möglichkeit sollte der Mutterboden nicht entsorgt, sondern auf dem Grundstück zwischengelagert werden. Bei der späteren Gartengestaltung dann die Erde genutzt werden, denn sie enthält sehr viele Nährstoffe.

Deponierung

Viele Städte und Gemeinden verlangen eine Bodenanalyse, damit der Aushub vom Tiefbauunternehmen zur Deponie gebracht werden darf. Dadurch soll verhindert werden, dass auf die Deponie Gefahrstoffe wie Altlasten und Schwermetalle gebracht werden. Ergibt die Bodenanalyse, dass solche Gefahrstoffe im Erdreich vorhanden sind, bedeutet dies für den zukünftigen Hausbesitzer, dass er mit höheren Kosten für die Erdarbeiten rechnen muss. Boden, der belastet ist, muss zu einer gesonderten Deponie transportiert werden. Dies wiederum lässt die Kosten für die Entsorgung des Aushubs deutlich ansteigen.

Für die Entsorgung des Erdreichs müssen Bauherren mit 30 bis 50 % der Kosten aller anfallenden Erdarbeiten rechnen.

Verfüllen und verdichten des Aushubs

Um eine gewisse Standsicherheit beim Hausbau zu gewährleisten, muss der Boden tragfähig sein. Dazu wird eine sogenannte Sauberkeitsschicht aufgetragen. Diese besteht aus Schotter oder Kies, welcher auf einem Geotextil liegt. Das Geotextil verhindert dabei, dass sich der Kies oder der Schotter mit dem darunterliegenden Erdreich vermischen. Vielfach wird direkt nach der Sauberkeitsschicht mit dem Betonieren der Bodenplatte begonnen.

Beim Verdichten muss darauf geachtet werden, dass das Füllmaterial ausreichend verdichtet wird, sonst kann es später zu Setzungen am Gebäude kommen. Sollte es zu Setzungen kommen, dann liegt das in erster Linie an der ungenügenden Verdichtung. In einigen Fällen werden auch die Schubkräfte der Wände zu gering bewertet, weshalb in der Folge zu wenig verdichtet wird.

Die Verfüllung erfolgt immer in Schüttlagen von 30 bis 50 cm. Jede Lage wird einzeln verdichtet. Wichtig ist hierbei, dass kein Wasser hinter die Verfüllung läuft, denn dies schwächt die Verfüllung und lässt keine ausreichende Verdichtung zu.

Bodengutachten

Das Bodengutachten garantiert den zukünftigen Hausbesitzern, dass mit dem Baugrund alles in Ordnung ist. Zudem ist das Bodengutachten für Statiker, Kellerbaufirmen und für das Tiefbauunternehmen ein wichtiger Nachweis zur Bodenbeschaffenheit. Mithilfe des Gutachtens ist es möglich, anfallende Mehrkosten frühzeitig zu erkennen. Dies ist oft der Fall, wenn der Boden mit Altlasten kontaminiert ist oder nicht genügend Tragfähigkeit bietet. Der Boden muss dann komplett ausgetauscht werden. Gerade bei Schotterböden (geröllartig) oder bei sehr sandigen Böden fehlt die Bindung im Erdreich. Experten sprechen hier von Kohäsion. In der Folge ist es Statikern nicht möglich, eindeutige Berechnungen durchzuführen. Lehmige Böden dagegen bieten eine gute Stabilität, können jedoch hochstehendes Grundwasser aufdecken. Grundwasser in einer bestimmten Tiefe kann zu Problemen bei der Statik für den Keller führen. Mit einem Bodengutachten können diese Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden.

Verlegen von Hausanschlüssen und Wasserrohren

Sind die Aushubarbeiten beendet, werden die nötigen Grundleitungen verlegt. Die Rede ist hier von Wasserrohren und dem Hausanschluss. Eventuell muss zu diesem Zeitpunkt auch die Frostschürze ausgehoben werden. Dazu später mehr.

Bei einem Haus mit Keller müssen die Bauwandgruben ausreichend gegen starken und langanhaltenden Regen abgesichert werden. Ansonsten könnten die Wände in die Baugrube rutschen. Dagegen kann von Anfang etwas getan werden, indem Planen als Abdeckung oder Gitter als Absicherung verwendet werden.

Das Eigenheim muss aber nicht nur an die Kanalisation und an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Genauso wichtig sind die Stromnetze und die Kommunikationsnetze. In der Regel erfolgen diese Anschlüsse durch die Bodenplatte direkt ins Haus. Dies bedeutet aber, dass anfallende Arbeiten bei der Herstellung der Platte erfolgen müssen. Zum größten Teil trägt das Tiefbauunternehmen die Verantwortung für diese Arbeiten.

Einbau der Frostschürze

Bei der Frostschürze handelt es sich um Betonelemente, die an den Seiten der Bodenplatte tief in den Boden reichen. Frost spielt dann keine. Rolle mehr. Ohne Frostschürze kann Wasser unter der Bodenplatte gefrieren, wodurch diese beschädigt werden kann.

Einebnen des Grundstücks

Wenn alle Erdarbeiten erledigt sind, kann der zuvor abgetragene Mutterboden wieder auf dem Grundstück verteilt werden. Beim Hausbau mit Keller nicht genügend Platz auf dem Grundstück, um den Mutterboden zu verteilen. In diesem Fall kann der überschüssige Boden durch das Tiefbauunternehmen zur Deponie gebracht oder auf anderen Grundstücken verteilt werden.

Tiefbaukosten

Die Kosten der Erdarbeiten werden weder zu den Hauskosten, den Baunebenkosten noch zu den Kosten für Keller bzw. Bodenplatte gerechnet. Es handelt sich bei diesen Kosten um einen eigenständigen Posten in der Kalkulation beim Hausbau.

Pauschal kann keine Aussage darüber getroffen werden, wie hoch die Kosten ausfallen. Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Kosten für die Erdarbeiten.

Für ein Einfamilienhaus mit 80 bis 100 Quadratmeter überbauter Fläche liegen die Tiefbaukosten bei 20.000 bis 30.000 Euro.

Berechnung der Tiefbau- und Erdarbeiten

Im Einzelnen sehen die Kosten für Tiefbau- und Erdarbeiten wie folgt aus:

  • Abtragung des Oberbodens – 5 bis 10 Euro pro m³

  • Ausheben des Bodens – ca. 10 Euro pro m³. Je höher die Bodenklasse ist, umso teurer werden die Kosten für den Aushub. Dies gilt in jedem Fall, wenn während der Bodenarbeiten Bohrungen oder Sprengungen in größerem Umfang erforderlich sind.

  • Je nach Material oder regionaler Verfügbarkeit liegen die Kosten für Aufschüttungen bei 20 bis 30 Euro pro Tonne.  Für die Errichtung und den Bau des Traumhauses können hier Tonnen in dreistelliger Höhe anfallen.

  • Entsorgen des Erdmaterials – 15 bis 40 Euro pro m³. Dabei ist der Preis abhängig von der Beschaffenheit des Materials. Muss der Aushub in eine andere Deponie gebracht werden, fallen zusätzliche Transportkosten aufgrund der Entfernung an.

Wie kann ich beim Tiefbau Geld sparen?

Kosten für die Erdarbeiten beim Hausbau lassen sich sparen, wenn einige der Arbeiten in Eigenleistung übernommen werden. Selbst ein Laie kann die Baugrube in Eigenregie ausheben. Die nachfolgenden Feinarbeiten sollten allerdings von einem Fachmann übernommen werden.

Bauherren müssen die Baugrube nicht mit Schaufel und Spaten ausheben, sondern sie können sich einen Bagger mieten. Die Mietkosten liegen je nach Modell bei rund 100 Euro pro Tag.

Muss Boden aufgeschüttet werden, können Bauherren sich das entsprechende Material liefern lassen, es verteilen und dann mit einem Leihrüttler verdichten. Auch hier gilt, dass die Verfüllarbeiten den Qualitätskriterien entsprechen müssen. Dies bedeutet, dass die verdichtete Schicht bestimmten Belastungen standhalten muss. Diese Belastungen werden vom Bodengutachter vorgeschrieben. Kommt es hier zu Fehlern, dann ist das ganze Bauprojekt in Gefahr und eventuelle Schäden zählen nicht mehr zur Gewährleistung.

Somit sollten Arbeiten in Eigenleistung nur übernommen werden, wenn das nötige Hintergrundwissen vorhanden ist.

Wie lange dauern die Erdarbeiten?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Je nach Art der beauftragten Arbeiten und nach Umfang der einzelnen Arbeitsschritte kann es unterschiedlich lange dauern, bis die Erdarbeiten abgeschlossen sind. Ein wesentlicher Faktor für die Dauer spielt auch das Wetter.

Für ein Einfamilienhaus dauern die Erdarbeiten im Schnitt 1 bis 2 Wochen. Im Anschluss daran kann direkt die Bodenplatte betoniert werden.

Kommt es zu Bodenfrost oder zu viel Regen, dann behindert dies die Arbeiten. Gerade bei aufgeweichtem Boden besteht die Gefahr, dass die Baumaschinen einsinken. Der schlimmste Fall, der auftreten kann, ist dass die Baugrube voll Wasser läuft.

Unser Fazit zum Tiefbau Hausbau

Die ersten Arbeiten für das zukünftige Traumhaus auf der Baustelle sind die Erdarbeiten. Diese Erdarbeiten sind sehr wichtig, denn sie sorgen später für die Tragfähigkeit des Bodens. Bevor es zum eigentlichen Aushub kommt, damit das Fundament gegossen oder die Bodenplatte gesetzt werden kann, kann es zu hohen Kosten für den Bauherren kommen. Diese Kosten kann der Bauherr minimieren, wenn er Teile der Erdarbeiten in Eigenleistung übernimmt. Allerdings muss hier eine gewisse Erfahrung vorausgesetzt werden, denn sonst ist die Gewährleistung bei Schäden in Gefahr.

Autor Tobias Beuler

Aktualisiert: 05.06.2021

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Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt.


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