Außenanlage

Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler

Oftmals denken Bauherren, dass sie sich um die Außenanlage kümmern, wenn der Hausbau beendet ist. Dies ist aber ein Fehler. Nicht selten sind bestimmte Areale verbaut oder das Anlegen der Anlagen kostet mehr als im Vorfeld gedacht. Außenanlagen gehören zu den Baunebenkosten und sollten schon bei der Hausplanung in die Kalkulation mit einbezogen werden. Der Ratgeber zeigt, worauf bei den Außenanlagen geachtet werden muss und warum sie frühzeitig geplant werden sollen.

Außenanlage richtig planen und gestalten

Sehr oft wird die Gestaltung der Außenanlagen als letzter Schritt beim Hausbau angedacht. So kann es dann passieren, dass sich alles über Monate oder gar Jahre hinzieht, weil entweder das Budget fehlt oder keine Kraft dafür aufgewandt werden kann. Aus diesem Grund sollte die Planung der Außenanlage schon früh in den Bauprozess eingebaut werden.  Ein paar Punkte müssen dabei in jedem Fall bedacht werden.

Der Bebauungsplan gibt sehr oft vor, wie die Garten- und Außenanlagengestaltung auszusehen hat. Dabei geht es nicht nur um die Einfriedungen, sondern auch um die Pflanzvorgaben oder die Belagsmaterialien auf Auffahrt und Co.

Bei zu großen versiegelten Außenflächen laufen Hausbesitzer Gefahr, dass bei starkem Regen das Wasser nicht richtig abfließen kann, da Kanäle und auch Kläranlagen überlastet sind. Daher sollte bei der Außenanlage nur so viel versiegelt werden, wie nötig ist. Dies schon den Geldbeutel und bietet zusätzliche Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Bei der Gestaltung von Garten und Außenanlagen sollte nach Möglichkeit auf heimische Pflanzen gesetzt werden. Die wachsen nicht nur besser und fügen sich auch besser in die Natur ein. Wichtig beim Pflanzen ist der Pflanzenabstand, denn Büsche und Co. wachsen auch in die Breite.

Bauherren, die sich nicht selbst um die Gestaltung der Außenanlagen kümmern wollen, können einen Landschafts- und Gartenbauer beauftragen. Dieser wird das Grundstück vermessen, einen Entwurf planen und nach Absprache die Gestaltung erledigen. Um die Kosten niedrig zu halten, können Bauherren nach der Planung durch den Profi die Gestaltung in Eigenleistung ausführen.

Was sollte vor dem Hausbau geplant werden?

Bereits bei der Planung rund um das Haus sollte eine Grobplanung der Außenanlage vorgenommen werden. Ansonsten kann es leicht passieren, dass bestimmte Bereiche verbaut und die Außenanlage nicht mehr individuell gestaltet werden kann.

Zu den Planungen vor dem Hausbau gehören die Wahl der Pflasterflächen sowie dem entsprechenden Material. Entsorgungsleitungen und auch Nebengebäude wie Garage, Carport oder Gartenhaus. Wer Wert auf einen Pool oder Gartenteich legt, sollte auch dies rechtzeitig planen. In vielen Fällen wird eine Baugenehmigung benötigt, die dann zusammen mit der Baugenehmigung für den Hausbau eingeholt werden kann.

Egal ob Garage oder Carport, beides kann frei auf dem Grundstück stehen oder direkt mit dem Eingangsbereich verbunden werden. Entscheidet sich der Bauherr schon früh, ob Holz, Beton oder Ähnliches zum Bauen zum Einsatz kommt, kann er dies bei den Lieferungen für das Haus mitliefern lassen. Bei den Nebengebäuden wie Gartenhaus oder die Überdachung für die Terrasse sollten Architekten die Planung übernehmen, denn die Außenanlagen gehören zu den Baunebenkosten rund um das Eigenheim und können so auch abgerechnet werden.

Müssen Erdarbeiten für die Außenanlagen erfolgen, sollte dies ebenfalls frühzeitig geplant werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Erdreich ausgehoben, aufgeschüttet oder getauscht werden muss. Bagger und andere Geräte haben freie Zufahrt zur Fläche und beschädigen keine bereits fertiggestellten Anlagen rund um das Haus.

Worauf muss man bei der Planung achten?

Bereits bei der Planung müssen einige wesentlichen Dinge beachtet werden, da diese sich später nur schwer ändern lassen. Wir möchten daher auf die wesentlichen Punkte eingehen.

Gartengestaltung

Die Art der Bepflanzung sollte gut durchdacht sein. Selbst wenn im Bebauungsplan keine Vorgaben zu den Pflanzen gemacht werden, so gibt es oftmals Vorgaben, was die Höhe angeht.

Nach Möglichkeit sollten Büsche, Bäume und Hecken gewählt werden, die heimisch sind, denn zum einen wachsen die sehr gut und zum anderen fügen sie sich auch in das Nachbarschaftsbild ein. Wichtig beim Pflanzen ist der richtige Abstand, denn wenn die Pflanzen später ausgewachsen sind, wirkt die Gartenanlage schnell überladen.

Ausrichtung und Lage

Dies gilt insbesondere für die Terrasse. Einmal angelegt, kann sie später kaum geändert werden. Für die Terrasse ist aber nicht nur die Ausrichtung und Lage wichtig, sondern auch die Größe.  Die Fläche sollte mindestens 15 bis 20 Quadratmeter betragen und je nach Wunsch einen Zugang zur Küche oder zum Wohnzimmer haben.

Selbstverständlich kann die Terrasse auch zentral auf dem Grundstück angelegt werden. Hier bieten sich entsprechende Bäume und Büsche als Sichtschutz an.

Vollkommen egal, wo die Terrasse angelegt wird, das Wichtigste ist der Untergrund. Dieser muss ausreichend Sicherheit gegen Abrutschen und dergleichen geben. Regenwasser sollte nach Möglichkeit von der Terrasse weggeleitet werden. Für den Belag gibt es entweder Vorgaben durch den Bebauungsplan oder Bauherrn wählen diesen nach individuellen Wünschen.

Garage, Stellplatz oder Carport?

In der Regel bestimmen die Landesbauverordnungen, welche Art von Parkstand realisiert werden muss. Wichtig ist in jedem Fall, dass ausreichend Parkplätze auf dem Grundstück vorhanden sein müssen.

Sicher geschützt ist das Auto bereits mit einem Parkstand mit Dach. Für eine Garage oder ein Carport wird eine Baugenehmigung benötigt. Jede Art Parkstand hat seine Vorteile. Der Carport ist günstiger als eine Garage. Die Garage allerdings bietet einen besonderen Schutz für das Auto sowie Platz für andere Gegenstände.

Stellplatz für die Mülltonnen

Müllcontainer sollten weder direkt vor der Haustür noch sonst im Blickfeld stehen. Der geeignete Stellplatz sollte daher bereits bei der Planung berücksichtigt werden. So stören die Abfalltonnen weder vom Aussehen, noch von der Geruchsbelästigung.

Bodengestaltung

Bei der Bodengestaltung sind kaum Grenzen gesetzt, wenn es keine speziellen Vorgaben aufgrund des Bebauungsplanes gibt. Zur Wahl stehen neben Holzpaneelen auch Platten aus Beton, Naturstein oder Pflasterklinker. Jeder Belag hat Vorteile und Nachteile, die vor der eigentlichen Entscheidung bekannt sein sollten. Ansonsten hängt der Bodenbelag vom persönlichen Geschmack ab.

Regenwasser

Regenwasser sollte nach Möglichkeit im Boden versickern können. Daher ist es ratsam nur so viele Flächen zu pflastern wie wirklich nötig sind. Gut geeignet sind hierzu auch Rasengittersteine, die auf der einen Seite einen festen Untergrund bieten und auf der anderen Seite durch den Rasen die Möglichkeit zum Versickern lassen.

Wer Regenwasser sammeln möchte, um damit den Garten zu gießen, der sollte frühzeitig an den Bau einer Regenwasserzisterne denken.

Beleuchtung

Nicht nur die Terrasse, sondern auch die Wege zum Hauseingang und rund um das Haus sollten sich ausreichend beleuchten lassen. Mit Wand- oder Pollerleuchten lassen sich Wege rund um das Eigenheim gut ausleuchten. Dies dient nicht nur zur Abschreckung von Langfingern, sondern auch zum Schutz und zur Orientierung von Besuchern.

Einfriedung

Die Einfriedung muss nicht zwingend aus Zaun oder Mauer bestehen. Auch Büsche und Hecken bieten einen guten Sichtschutz und sind dabei ein guter Lebensraum für alle Kleinstlebewesen. Wenn es dennoch ein Zaun sein soll, dann reicht oft vor oder hinter den Büschen ein hüfthoher Zaun aus Holz.

Was kosten die Außenanlagen?

Die Kosten für die Außenanlage sind sehr variabel, da viele Faktoren hineinspielen. In jedem Fall zählen Kosten für die Außen- und Gartenanlage zu den Baunebenkosten.

Wichtige Faktoren, die die Kosten bestimmen:

  • Art des Hauses (Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus)

  • Länge der Einfahrt

  • Abmessungen der Parkflächen

  • Zusätzlich Garage oder Carport

  • Anzahl von befestigten Flächen

  • Benötigte Zaunlänge

  • Größe von begrünenden Flächen

  • Anzahl von extra begradigten Flächen

  • Größe und Art der Terrasse

  • Eventuelle Sonderbauten im Außenbereich wie Gartenhäuschen, Gewächshaus, Pool, Teich, Schwimmteich, Treppe usw.

Je laufendem Meter fallen für einen Zaun aus Holz Kosten von 30 bis 50 Euro an. Für einen Zaun aus Metall oder Kunststoff liegen die Kosten bei 80 bis 200 Euro und Gabionen schlagen oft mit 100 bis 150 Euro pro laufendem Meter zu Buche.

Je nach Material bewegen sich die Kosten für einen gepflasterten Gartenweg zwischen 45 und 200 Euro pro laufendem Meter.

2 bis 5 Euro pro m² müssen als Kosten für die Begrünung des Gartens eingeplant werden. Sind weitere Arbeiten wie etwa ein Erdaushub auf dem Grundstück nötig, dann können die Kosten leicht auf 45 bis 100 Euro pro m² ansteigen.

Wie kann ich die Kosten senken?

Die Kosten für die Außenanlage können durch Eigenleistungen deutlich gesenkt werden. Neben der Rasen- und Beetanlage können auch Zäune, Pergolen und niedrige Gartenmauern in Eigenleistung errichtet werden. Selbst die Pflasterarbeiten bei den Gartenwegen oder für die Auffahrt können in Eigenleistung erfolgen, sodass sich hier einige Tausende Euro einsparen lassen.

Des Weiteren kann der Bauherr die Außenanlage im Vorfeld freiräumen, sodass die Profis direkt mit der Gartengestaltung beginnen können.

Unser Fazit zur Außenanlage

Nicht selten werden beim Hausbau die Kosten für die Außenanlage vollkommen unterschätzt. Daher sollten die Außenanlagen schon frühzeitig mit einem Architekten besprochen werden. So lassen sich Kosten für Baugenehmigungen einsparen. Zu den ersten Arbeiten rund um die Außenanlagen gehören Zufahrt und Wege zum Haus. Alle weiteren Arbeiten können dann Schritt für Schritt erfolgen. Die endgültige Bepflanzung sollte ebenfalls gut geplant sein, denn im Eifer des Gefechts werden zu viele Pflanzen gekauft, da deren Wachstum nicht berücksichtigt wird.

Autor Tobias Beuler

Aktualisiert: 05.06.2021

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Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt.


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