Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler

Das Ausheben einer Baugrube ist nicht immer ohne Risiko behaftet. Man sollte im Vorfeld die Gefahren kennen, damit es nicht zu unangenehmen Überraschungen beim Baugrube ausheben kommt. Wenn man als Bauherr im Vorfeld weiß, welche Kosten für das Ausheben von Baugruben durch einen Fachmann entstehen, lohnt es sich durchaus, die Arbeit in Eigenleistung durchzuführen. Wichtige Informationen zum Thema Baugrube liefert der folgende Artikel. Einen Überblick bekommt man durch das Inhaltsverzeichnis im Artikel.

Die Baugrube für den Hausbau selbst ausheben

Das Ausheben einer Baugrube beim Bau eines Hauses ist nicht so einfach, wie es im ersten Moment erscheint. Verschiedenen Risiken können beim Ausheben drohen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Arbeiten professionell ausführen lässt oder in Eigenleistung mit Freunden organisiert. Es müssen alle Vorgaben zur Arbeitssicherheit eingehalten werden, denn kommt es zu einem Unfall durch eine fehlerhafte Absicherung, hat dies ernsthafte Konsequenzen.

Welche Risiken können auftreten?

Es kann passieren, dass

  • Grubenwände einstürzen
  • Schichtenwasser auftritt, was die Grube anschließend flutet
  • die Standsicherheit der Grubenwände durch verschiedene Faktoren leidet

Die Folge hiervon können schwere Unfälle sein. Es kann entweder die Grube einstürzen oder es werden Personen verschüttet. Damit dies nicht passieren kann, muss die Baugrube fachgerecht abgesichert werden. Dazu muss man wissen, dass der Bauherr bei Fehlern in jedem Fall haftbar gemacht wird.

Ebenfalls ein Risiko stellt die Bodenbeschaffenheit mit der entsprechenden Bodenklasse auf dem Grundstück dar. Handelt es sich um die Bodenklasse schwierige Böden, lässt sich die Fläche mit leichtem Gerät nur mit großen Anstrengungen ausheben.

Wie wird der Aushub der Baugrube berechnet?

Die Frage stellt sich insbesondere, wenn man als Bauherr die Baugrube in Eigenleistung aushebt. Einige Voraussetzungen müssen dabei zwingend beachtet werden. Das Ausheben einer Baugrube für ein Gebäude mit Keller kostet zusätzlich Geld.

  • Je nach Größe des Hauses muss ausreichend Platz für einen Bagger auf der Baustelle vorhanden sein.
  • Bei einer Garage oder einem Pool müssen immer Fundamente gegossen werden. Bei einer größeren Baugrube macht ein Fundament keinen Sinn.
  • Für den Transport vom Aushub muss ein Fahrzeug organisiert werden. Um die Kosten für den benötigten LKW zu kalkulieren, stellt sich die Frage, um wie viel Aushub es sich im Durchschnitt handelt.
  • Der benötigte Container für den Aushub sollte nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein, da dies unnötig Geld verschlingt.

Nicht unwichtig für die Berechnung der Baugrube ist es, dass man weiß, dass Altlasten wie Bauschutt oder ähnliches nicht mitgerechnet werden. Dieser Bauschutt und anderes muss anderweitig fachgerecht entsorgt werden. Dies kann weitere Kosten verursachen. Hier macht es Sinn, sich im Vorfeld zu informieren, um einen Überblick der Kosten zu haben.

Der Oberboden wird als Mutterboden oder als Humusschicht bezeichnet. Der Oberboden wird vom Aushub der Baugrube abgezogen. Es besteht die Möglichkeit den Oberboden auf dem Grundstück anderweitig zu verwenden oder kostengünstiger zu entsorgen.

Für die Berechnung kommt folgende Formel zum Einsatz:

Länge x Breite x Tiefe = Erdaushub. Hat die Baugrube die Abmessungen 4 m x 5 m x 2 m, handelt es sich um 40 Kubikmeter Erdaushub. Je nach Neigung des Bodens werden 10 bis 20 % abgezogen. Anschließend wird der Mutterboden abgezogen. Im Beispiel sind das 4 m x 5 m x 0,10 m – also noch einmal 2 Kubikmeter.

Was ist beim Böschungswinkel zu beachten?

Bei einem Haus mit standfestem Boden müssen Baugruben mit einer Tiefe von mehr als 1,25 m mit sogenannten abgeböschten Wänden hergestellt werden.

Ohne dass die Standsicherheit nachgewiesen werden muss, gelten bis zu 5 m nach unten bei einem Haus folgende Böschungswinkel:

  • bei weichen bindigen und nichtbindigen Böden 45 Grad
  • bei steifen bindigen Böden 60 Grad
  • bei Felsen 80 Grad

Wie entsorgt man den Boden?

Hat man das Baugrube ausheben in Eigenleistung durchgeführt, wird die Entsorgung vom Aushub wahrscheinlich teurer sein als beim Fachmann. Außer man hat einen privaten Abnehmer für den Aushub zw. den Boden, was ziemlich unwahrscheinlich erscheint.

Als Bauherr muss man sowohl die Kosten für die Entsorgung wie auch für den Abtransport tragen. Einige Kubikmeter Boden können hier ziemlich teuer werden. Je nach Bodenbeschaffenheit und Bodenklassen muss man mit Kosten von 15 Euro pro Kubikmeter rechnen. Eher fallen die Kosten noch höher aus.

Sollte der Boden „kontaminiert“ sein, muss man mit deutlich höheren Kosten rechnen. Als Kontamination gelten hier oftmals schon Wurzelreste neben

  • Bauschutt
  • Holzreste
  • Fremdstoffe

Welche rechtlichen Aspekte sollte man beachten?

Wird die Baugrube selbst ausgehoben, müssen gewisse Vorkehrungen in Richtung Arbeitssicherheit bei einem eventuellen Arbeitsunfall getroffen werden. Hat man als Bauherr Hilfskräfte eingesetzt, muss eine Anmeldung bei der zuständigen Bau-Berufsgenossenschaft erfolgen. Dort muss jeder mit seinem Namen und der Anzahl der eingesetzten Stunden benannt werden. Daraus berechnet die Berufsgenossenschaft den Beitrag, der bezahlt werden muss. Eventuell kann man sich die Kosten teilen. Kommt es hierbei zu Zuwiderhandlungen, zieht dies hohe Strafen nach sich.

Von der Pflichtversicherung befreit ist einzig der Bauherr, seine Ehefrau und sogenannte helfende Hände. Da für diese Personen jedoch Risiken bestehen, sollte man in jedem Fall eine Eigenleistungsausfallversicherung abschließen. Kommt es zu einem Unfall, dann sind Arbeitsunfähigkeit, unverschuldete Arbeitslosigkeit oder eine längere Krankheit abgesichert. Der Verletzte muss sich keine Gedanken um Geld machen.

Was muss man bei der Baugrubenabsicherung beachten?

Damit bei der Baugrube eine entsprechende Sicherheit gewährleistet ist, müssen folgende Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden:

  • Grubenränder – Oberhalb der Grube müssen Ränder von mindestens 60 cm eingehalten werden. Hier darf also weder Bauschutt noch Werkzeug gelagert werden. Experten sprechen hier von einem Schutzstreifen.
  • Zugangsweg – Sobald die Baugrube eine Tiefe von 1,25 m und mehr hat, muss sie mithilfe einer Treppe oder etwas Ähnlichem betretbar sein. So wird verhindert, dass die Grube durch Hineinspringen beschädigt wird. Des Weiteren wird so sichergestellt, dass man gefahrlos hinein und auch wieder herauskommt.
  • Abböschen – Mithilfe von speziellen Grubenwänden wird der Einsturz der Grube verhindert. Alles Weitere hierzu ist in der DIN 4124 nachzulesen.

Baugrubenwände müssen gestützt werden

Zum Stützen der Baugrubenwände können folgende Sicherungen durchgeführt werden:

  • Verbau mit Holz
  • Pölzen mit geschlossener bzw. nicht geschlossener waagerechter Pfostenlage
  • Getriebepölzung mit stehender Pfostenlage
  • Schwere Pölzung bei einer Feuermauer
  • Böschungsschutz durch armierte Baufolie
  • Holzbohlen Spundwand

Baugrube muss umzäunt werden

Es spielt keine Rolle, wie groß das Haus ist. Jede Baugrube sollte umzäunt werden, damit niemand hineinfallen kann.

Warnschilder sollten am Bauzaun angebracht werden

Spezielle Hinweisschilder eventuell mit Foto sollten direkt am Bauzaun angebracht werden.

Wann braucht man eine Absturzsicherung beim Hausbau?

In Deutschland gelten hierzu verschiedene Vorschriften. Die eindeutigste Regelung dazu findet man in der Arbeitsstättenverordnung. Diese besagt:

Befindet sich die Arbeitsräume bei mehr als 2 m Absturzhöhe, ist eine Absturzsicherung Pflicht

Fazit zum Thema Baugrube ausheben

Es macht Sinn und lohnt sich eine Baugrube selbst auszuheben, wenn man über das entsprechende Gerät verfügt und die Bodenbeschaffenheit auf dem Grundstück oder der Baustelle entsprechend ist. Bei der Entsorgung des Erdaushub sollte man sich informieren, damit es hier nicht zu ungewollten Kostensteigerungen kommt.

Author Tobias Beuler

Aktualisiert: 05.06.2021

Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt.


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Neben diesem Thema gibt es noch viele weitere Dinge, die beim Bau eines Hauses bedacht werden sollten. Dazu finden Sie viele weitere Artikel auf der Website des Fertighausexperten nachlesen. Hier geht es zur Homepage.

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1 Kommentar

  1. Wie ihr ansprecht, kann es zu vielen Problemen bei einer Baugrube kommen. Die Standsicherheit kann zum Beispiel durch verschiedene Faktoren leiden. Deshalb haben wir bei unserer jetzt eine professionelle Firma angeworben, die sich um die Sicherheit kümmert.

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