WU Keller - Alle Informationen

Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler

Bauherren werden bereits bei der Planung mit zahlreichen Begriffen konfrontiert. Einer davon ist der WU Keller bzw. die weiße Wanne. Doch was hat es damit auf sich? Welche Mehrkosten bedeutet dies und ist ein solcher Keller wirklich nötig? Wir möchten hier auf die wichtigsten Punkte eingehen.

Was bedeutet WU Keller?

Der WU Keller besteht aus einer wasserundurchlässigen Stahlbetonkonstruktion. Kellerräume lassen sich so gegen Grund- und Sickerwasser abdichten.

Der Begriff weiße Wanne hat hierbei die gleiche Bedeutung. Bodenplatte und Kellerwände bilden eine geschlossene Einheit, welche aus wasserundurchlässigem WU Beton hergestellt wird.

Im Übrigen kommt die Bauweise der weißen Wanne auch beim Bau eines Schwimmbeckens oder einem Rückhaltebecken zum Einsatz.

Warum ein WU Keller?

Steht der Keller des Traumhauses erst einmal unter Wasser, beginnt für den Eigentümer der Albtraum. Bereits feuchte Wände, eine vertikale Durchfeuchtung, weisen auf beschädigte Fugenabdichtungen hin. Dringt Wasser durch den Boden in den Keller, ist davon auszugehen, dass die Bodenplatte schadhaft ist. In jedem Fall muss schnell gehandelt werden. Ist die Feuchtigkeit erst einmal im Keller, kommt es nicht nur zur Schimmelbildung, sondern die komplette Bausubstanz ist gefährdet.

Wollen Bauherren von Anfang an auf Nummer sicher gehen, setzen sie sich mit dem Thema weiße Wanne und der entsprechenden Bauweise intensiv auseinander und kommen so früher oder später zum WU Keller inklusive der entsprecheenden .

Wie sieht es mit der Haltbarkeit der weißen Wanne aus?

Auch wenn die Errichtung aufwändiger und kostenintensiver ist als ein herkömmlich gemauter Keller, lohnt es sich in jedem Fall. Bei fachgerechter Planung und Ausführung liegt die Lebenszeit der weißen Wanne aus WU-Beton bei rund 80 Jahren.

Kommt der WU Keller für Bauherren in Betracht, sollte in jedem Fall eine Kellerbaufirma mit Erfahrung in dieser Bautechnik sowie ein Bodengutachter mit dem Bau beauftragt werden.

Unterschiede schwarze Wanne und weiße Wanne

  • Schwarze Wanne – In der Vergangenheit handelt es sich hierbei um eine seitliche Abdichtung des Kellers. In erster Linie geschah dies mit Teer. Jedoch hielt die gewünschte Wirkung nicht lange vor, sodass sich daraus eine komplexe Kellerabdichtung entwickelt hat. Die äußere schwarze Dichtungshaut besteht aus Bitumen oder einem Kunststoff, wodurch ein wirksamer Schutz vor Grund- und Sickerwasser gewährleistet wird. Dazu kommen Perimeterdämmung, Schwitzwasser-Drainagen und eine Verfüllung rund um das Haus mit sehr guten Sickereigenschaften.
  • Weiße Wanne – Hier wird keine weitere Abdichtungsschicht benötigt. Die weiße Wanne wird in den meisten Fällen geschosshoch erbaut. Dabei bilden Bodenplatte und Außenwände eine Einheit als geschlossene Wanne mit einem hohen Wassereindringwiderstand.

Vor- und Nachteile des WU-Kellers

Die Vorteile

Eine Reihe von Untersuchungen bestätigt diese. Mit einer fachgerechten Planung und Ausführung kann Feuchtigkeit ausgesperrt und somit eine Wasserundurchlässigkeit garantiert werden. Drückendes Wasser kann maximal nur 7 cm vordringen, dann wird es gestoppt.

  • ca. 80 Jahre Lebensdauer
  • reduzierte Arbeitsgänge
  • Schutz gegen Radon Belastung

Die Nachteile

Es ist wichtig, dass das Augenmerk auf die Fugendichtungen zwischen Boden und Wände gelegt wird. Fugen sind in jedem Fall Schwachstellen. Eine weiße Wanne ist auf keinen Fall vollkommen dicht. Die Gründe hier:

  • Diffusionen
  • Druckgefälle
  • Kapillare Saugfähigkeit

Um erfolgreich Wasser aus dem Keller auszusperren, wird mit Fugenblechen, Fugenbändern und Injektionsschläuchen gearbeitet.

Experten unterscheiden bei den Fugen zwischen verschiedenen Ausführungen:

  • Bewegungsfugen können Temperaturveränderungen ausgleichen
  • Scheinfugen kommen zum Einsatz, voraussichtlich Risse auftreten können. Die Rede ist hierbei von beabsichtigten Schwächungen, welche kontrolliert herbeizuführen sind.
  • Zu Arbeitsfugen kommt es, wenn Bauteile für den einzelnen Betoniervorgang zu großflächig sind.
  • Lotgerechte Stoßfugen sind beim Einsatz von Elementwänden zu berücksichtigen.

Wie dicht ist der Betonkeller?

Generell kann gesagt werden, dass die Wände der weißen Wanne wasserundurchlässig und dicht sind. Jedoch sind die Wände nicht gegen Wasserdampf dicht. Wird der Keller nicht beheizt und bestehen die Innenflächen aus Beton spielt das keine Rolle, denn das Wasser kann verdunsten.

Anders sieht es allerdings aus, wenn der Keller als Wohnraum genutzt, also beheizt wird. Die Wände sind zwar dicht, jedoch muss eine Dampfbremse angebracht werden. Dies geschieht meist wie bei der schwarzen Wanne mittels einer Bitumenbeschichtung.

Die Kellerabdichtung gemäß DIN 18533

Im Sommer 2017 ersetzte die DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ die DIN Norm 18195 „Abdichtung von Bauteilen“. Bei der neuen DIN Norm geht es um die Abdichtung von Wand- und Bodenflächen, Wandquerschnitten und Sockelbereich, welche direkt Kontakt mit dem Erdreich haben.

Bereits bei der Planung muss die Abdichtungsform bestimmt werden. Diese hängt von der Art der Wassereinwirkung ab und ist in vier Wassereinwirkungsklassen unterteilt.

  • W1-E: Nicht drückendes Wasser bei der Bodenplatte und erdberührten Wänden sowie Bodenfeuchte.
  • W2-E: Drückendes Wasser wie zum Beispiel Hochwasser, Grundwasser und Stauwasser.
  • W3-E: Nicht drückendes Wasser auf erdüberschüttenden Bauteilen.
  • W4-E: Wandsockel, die 20 cm unter bis 30 cm über Geländeoberkante – GOK liegen

Dabei gilt in jedem Fall zu beachten, je höher die Belastung durch Feuchtigkeit aus dem Erdreich ist, umso höher sind die Anforderungen an die Abdichtung.

Die Nutzungs- und Beanspruchungsklassen der weißen Wanne

Grundlage für das Bauvorhaben WU Keller ist die WU-Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“. Diese ist in je zwei Beanspruchungsklassen und Nutzungsklassen unterteilt.

Beanspruchungsklassen laut WU-Richtlinie

  • Beanspruchungsklasse I: Ständig und zeitweise drückendes Wasser durch Grundwasser
  • Beanspruchungsklasse II: Bodenfeuchte und an der Wand ablaufendes Wasser

Nutzungsklassen laut WU-Richtlinie

  • Nutzungsklasse A: Durchtritt von flüssigem Wasser ist nicht zulässig. Diese Klasse ist im Wohnungsbau üblich.
  • Nutzungsklasse B: Ein begrenzter Wasserdurchtritt ist zulässig. Diese Klasse ist geeignet für den Bau einer Tiefgarage.

Die weiße Wanne beim Hausbau

Für die weiße Wanne sind aufgrund der statischen und konstruktiven Anforderungen eine fachgerechte Planung sowie eine sorgfältige Ausführung wichtig. Bauherren sollten hier auf Firmen setzen, die sich auf die Errichtung von wasserdichten Betonbauteilen spezialisiert haben. Für gewöhnlich begleiten diese Firmen das komplette Projekt von der Planung bis zur Fertigstellung inklusive Überwachung auf der Baustelle sowie die Nachbehandlung des Betons an Ort und Stelle.

Im ersten Schritt erstellen die Experten ein Bodengutachten. Dieses ist Grundlage für die komplexen Berechnungen in Bezug auf Betonstärke und Bewehrung.

Die verschiedenen Bauweisen für den Betonkeller

  • Ohne kontrollierte Trennrisse: Hier müssen Zwangsspannungen in jedem Fall vermieden werden.
  • Begrenzung der Rissbreiten: Erreicht werden kann dies durch eine Riss verteilende Bewehrung, welche entstehende Zugspannungen aufnimmt.
  • Bauweise mit zugelassenen Trennrissen: Hier werden Risse in Kauf genommen, da deren Bildung bereits bei den Entwürfen kalkuliert wurde. Die Risse werden abgedichtet.

Dennoch sollten sich Bauherren Gedanken um die Gestaltung des Hauses machen. Jeder Erker oder jede Nische stellt ein Risiko dar. Es kann hier zu Kerbspannungen kommen, die die Bildung von Rissen im Mauerwerk begünstigten. Nach Möglichkeit sollte auf Erker und Co. verzichtet werden, wenn die weiße Wanne aufgrund von Grund- und Sickerwasser gewählt wurde. Soll auf die Erker am Einfamilienhaus nicht verzichtet werden, müssen zusätzliche Bewehrungen kalkuliert werden.

Durch die umfangreiche Planung, die komplexen Berechnungen, die exakte Umsetzung und die Überwachung bedeutet dies für die weiße Wanne an deutliches mehr an Arbeits- und Kostenaufwand. Allerdings kann sich der Bauherr am Ende über eine langlebige Konstruktion freuen, die das Eindringen von Grund- und Sickerwasser weitestgehend verhindert.

Für die Realisierung der weißen Wanne muss mit ca. 10 bis 25 % an Mehrkosten im Vergleich mit der schwarzen Wanne gerechnet werden.

Im Klartext bedeutet dies, wenn die Unterkellerung mit schwarzer Wanne 35.000 Euro kostet, bewegt sich der Preis für die weiße Wanne zwischen 38.500 und 43.750 Euro. Der Preisunterschied ist deutlich, jedoch müssen die individuellen Gegebenheiten vor Ort ebenso berücksichtigt werden wie die Kosten für das beauftragte Bauunternehmen.

Fazit: Nennenswerte Eigenschaften des Stahlbetonkellers

Zahlreiche Bauherren entscheiden sich für den Stahlbetonkeller, da die Eigenschaften überzeugend sind, auch wenn die Kosten höher ausfallen. Zu den wesentlichen Eigenschaften zählen neben der hohen Belastbarkeit auch die zeitsparende Produktion. Es ist keine weitere Abdichtung mehr nötig und der Keller ist optimal auf drückendes bzw. auf stauendes Wasser durch den Grundwasserspiegel vorbereitet. Der Stahlbetonkeller ist ideal für reinen Nutzungskeller geeignet und ist dabei sicher gegen eine Durchwurzelung von außen.

Autor Tobias Beuler

Aktualisiert: 05.06.2021

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Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt.


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