Autor: Tobias Beuler - Fertighausexperte
Kategorie: Bau Wiki
Zuletzt aktualisiert: 5. July 2026
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Inhaltsverzeichnis
Ein Mehrfamilienhaus ist mehr als nur ein Gebäude mit mehreren Wohneinheiten – es ist eine Entscheidung mit langfristiger Tragweite. Ob als Kapitalanlage mit planbaren Mieteinnahmen, als Mehrgenerationenhaus für Familie und Großeltern oder als klassisches Renditeobjekt: Die Gründe für den Bau eines Mehrfamilienhauses sind so vielfältig wie die Grundrisse, die heute realisierbar sind.
Dabei rückt die Fertigbauweise zunehmend in den Fokus von Bauherren, die Wert auf Planungssicherheit, kurze Bauzeiten und hohe Energieeffizienz legen. Anders als beim Massivbau werden beim Fertighaus wesentliche Teile der Konstruktion im Werk vorgefertigt – das spart Zeit, reduziert Witterungsrisiken auf der Baustelle und ermöglicht eine präzisere Kostenkalkulation von Beginn an.
Kurz & Kompakt - Das Wichtigste
Kurze Bauzeit: Ein Mehrfamilienhaus in Fertigbauweise lässt sich deutlich schneller realisieren als ein konventioneller Massivbau – die reine Bauzeit ab Baubeginn beträgt typischerweise 3 bis 5 Monate statt 8 bis 14 Monate im Massivbau.
Kosten pro Quadratmeter: Die Kosten für ein schlüsselfertiges Mehrfamilienhaus liegen je nach Ausstattung, Größe und Lage zwischen 2.500 und 4.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Preise können dabei individuell stark variieren, abhängig von der gewünschten Ausstattung, der Größe des Gebäudes und den technischen Anforderungen.
Stabile Mietrendite: Mit bis zu 4 oder 6 Wohneinheiten lässt sich eine solide Mietrendite erzielen, die das Objekt als Kapitalanlage attraktiv macht.
Steuerliche Abschreibung: Beim Kauf eines Mehrfamilienhauses können Investoren von den Abschreibungsmöglichkeiten nach AfA 2% profitieren.
KfW-Förderung nutzen: KfW-Förderprogramme wie KfW 55 oder KfW 40 können die Finanzierung erheblich verbessern – besonders bei energieeffizientem Bauen.
Holzrahmenbau als Standard: Der Holzrahmenbau (Holzständerbauweise) hat sich als besonders beliebte Fertigbauweise für Mehrfamilienhäuser etabliert.
Was ist ein Mehrfamilienhaus?
Ein Mehrfamilienhaus ist ein Wohngebäude mit mindestens drei separaten Wohneinheiten, die jeweils über eigene Zugänge, Sanitäranlagen und Wohnbereiche verfügen. Damit unterscheidet es sich klar vom Zweifamilienhaus, das lediglich zwei Parteien beherbergt, und vom Einfamilienhaus, das für eine einzelne Wohnform konzipiert ist.
Welche Typen gibt es?
Mehrfamilienhäuser lassen sich nach Größe und Nutzungszweck unterscheiden:
Kleines Mehrfamilienhaus mit 3–4 Wohneinheiten (häufig zweigeschossig)
Mittleres Mehrfamilienhaus mit 5–6 Wohneinheiten
Größere Wohngebäude ab 7 Einheiten, oft als Stadthaus oder Wohnblock
Darüber hinaus bieten Mehrfamilienhäuser vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, etwa als Mehrgenerationenhaus, Kapitalanlage oder für gemeinschaftliches Wohnen, sodass sie flexibel an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden können.
Für private Bauherren und Kapitalanleger sind vor allem Mehrfamilienhäuser mit 4 Wohneinheiten und Mehrfamilienhäuser mit 6 Wohneinheiten relevant – diese Größenklasse lässt sich noch ohne gewerbliche Immobilienerfahrung wirtschaftlich planen und betreiben.
Mehrfamilienhaus vs. Einfamilienhaus: Was spricht für welche Wohnform?
Wer vor der Frage steht, ob ein Einfamilienhaus oder ein Mehrfamilienhaus sinnvoller ist, muss vor allem die eigene Zielsetzung klären. Das Einfamilienhaus bietet maximale Privatheit und Gestaltungsfreiheit für eine Familie. Das Mehrfamilienhaus hingegen ermöglicht es, Mieteinnahmen zu erzielen, die die Finanzierungskosten ganz oder teilweise decken – ein erheblicher Vorteil bei der langfristigen Immobilienplanung.
Mehrfamilienhaus in Fertigbauweise bauen
Die Fertigbauweise hat sich auch im Mehrfamilienhausbau als leistungsfähige Alternative zum Massivbau etabliert. Ein Mehrfamilienhaus kann entweder massiv, also in traditioneller Stein-auf-Stein-Bauweise, oder in moderner Holzfertigbauweise errichtet werden. Während die massive Bauweise für ihre Robustheit, Langlebigkeit und hohe Energieeffizienz geschätzt wird, punktet die Holzfertigbauweise durch kurze Bauzeiten und flexible Gestaltungsmöglichkeiten. Beide Bauarten haben spezifische Vor- und Nachteile, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten. Moderne Fertighäuser in diesem Segment sind keineswegs mehr auf einfache Konstruktionen beschränkt – sie ermöglichen individuelle Grundrisse, anspruchsvolle Architektur und hohe Dämmstandards.
Warum Fertigbauweise für Mehrfamilienhäuser?
Der entscheidende Vorteil liegt in der industriellen Vorfertigung: Wand-, Decken- und Dachelemente entstehen unter kontrollierten Bedingungen im Werk. Auf der Baustelle erfolgt dann nur noch die Montage – das reduziert Fehlerquellen, minimiert Nacharbeiten und verkürzt die Bauzeit erheblich.
Tobias Beuler, Gründer von Fertighausexperte.com, betont in diesem Zusammenhang: Die Qualitätskontrolle im Werk ist ein wesentlicher Vorteil der Fertigbauweise – was unter Fabrikbedingungen entsteht, ist weniger witterungsabhängig und leichter prüfbar als auf einer klassischen Baustelle.
Ein weiterer handfester Vorteil zeigt sich beim direkten Zeitvergleich:
| Bauweise | Bauzeit ab Baubeginn |
| Massivbau | 8–14 Monate |
| Fertigbauweise | 3–5 Monate |
Durch die kürzere Bauzeit entstehen früher Mieteinnahmen, die Finanzierungskosten der Bauphase sinken und das Risiko von Baukostensteigerungen durch verlängerte Bauphasen wird reduziert.
Mehrfamilienhaus im Holzrahmenbau
Der Holzrahmenbau – auch Holzständerbauweise genannt – ist die am weitesten verbreitete Fertigbauweise im Mehrfamilienhausbau. Die tragende Konstruktion aus Holzständern wird mit Dämmmaterial gefüllt und beidseitig beplankt. Das Ergebnis ist eine schlanke, hochgedämmte Wand mit sehr guten Energieeffizienzwerten.
Vorteile des Holzrahmenbaus für Mehrfamilienhäuser:
Sehr gute Wärme- und Schalldämmeigenschaften
Geringe Eigenlast erleichtert die Statik
Nachwachsender Rohstoff mit positiver CO₂-Bilanz
Kombinierbar mit Photovoltaik, Wärmepumpe und Lüftungsanlage
Mehrfamilienhaus schlüsselfertig bauen
Schlüsselfertig bedeutet: Bauherren übergeben dem Anbieter Grundstück und Wünsche – und erhalten am Ende ein bezugsfertiges Gebäude. Gerade für Kapitalanleger, die kein tiefes Bauwissen mitbringen, ist diese Variante attraktiv. Die Leistungspakete umfassen in der Regel Planung, Genehmigung, Rohbau, Ausbau und technische Gebäudeausrüstung.
Wer ein Mehrfamilienhaus schlüsselfertig bestellt, profitiert von einem Festpreisangebot und klarer Verantwortungsstruktur – ein klarer Vorteil gegenüber dem selbst koordinierten Einzelgewerke-Bau.
Mehrfamilienhaus Grundriss: Worauf kommt es an?
Der Grundriss ist das Herzstück jedes Mehrfamilienhauses. Er bestimmt, wie effizient die Wohnfläche genutzt wird, wie hoch die späteren Mieteinnahmen ausfallen und wie attraktiv das Objekt für Mieter ist. Besonders wichtig ist dabei, dass der Grundriss ausreichend Platz für individuelle Privatsphäre sowie gemeinschaftliche Bereiche bietet, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden.
Grundrissplanung für 4 und 6 Wohneinheiten
Ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit 4 Wohneinheiten verfügt typischerweise über eine Grundfläche von 200 bis 280 m² – aufgeteilt auf je zwei Wohnungen pro Etage. Bei 6 Wohneinheiten empfiehlt sich ein dreigeschossiger Bau oder eine größere Grundfläche mit Queraufteilung.
Wichtige Planungsaspekte beim Grundriss:
Separate Eingänge oder ein zentrales Treppenhaus
Ausreichende Schallschutztrennung zwischen den Wohnbereichen
Barrierefreie Zugänglichkeit (besonders relevant für KfW-Förderung)
Effizienter Leitungsführung für Heizung, Wasser und Lüftung
Welche Wohnungsgrößen sind sinnvoll?
Für die Vermietbarkeit spielen Lage und Zielgruppe eine entscheidende Rolle. In städtischen Lagen sind 2- und 3-Zimmer-Wohnungen mit 60–80 m² besonders nachgefragt. Im ländlichen Raum oder bei Mehrgenerationenhäusern können auch größere Einheiten ab 90 m² gut vermietet werden.
Mehrfamilienhaus bauen Kosten: Was kostet das Bauvorhaben?
Die Kosten für den Bau eines Mehrfamilienhauses variieren stark – abhängig von Größe, Ausstattung, Region und Bauweise. Ein klar definiertes Budget ist dabei entscheidend, um die Planung und Finanzierung des Projekts realistisch und effizient zu gestalten. Für eine erste Orientierung lassen sich folgende Richtwerte heranziehen:
| Kategorie | Kosten pro m² Wohnfläche |
| Einfache Ausstattung (Fertigbau) | 2.500 – 3.000 € |
| Mittlere Ausstattung (Fertigbau, schlüsselfertig) | 3.000 – 3.500 € |
| Gehobene Ausstattung / Massivbau | 3.500 – 4.500 € |
| Grundstückskosten (je nach Lage) | 100 – 800 € pro m² |
| Nebenkosten (Makler, Notar, Grunderwerbsteuer) | ca. 10–15 % des Kaufpreises |
Ein Mehrfamilienhaus mit 4 Wohneinheiten und rund 400 m² Wohnfläche in mittlerer Ausstattung kostet demnach zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Euro – ohne Grundstück. Die Fertigbauweise kann hier gegenüber dem Massivbau je nach Anbieter 10–20 % Kostenvorteil bieten.
Mehrfamilienhaus Fertighaus Kosten: Wo liegen die Unterschiede?
Fertighaushersteller bieten Mehrfamilienhäuser häufig in standardisierten Baukastensystemen an – das senkt die Planungskosten und beschleunigt die Genehmigungsverfahren. Individuelle Sonderlösungen verteuern das Projekt hingegen merklich. Wer Kosten sparen möchte, sollte auf bewährte Grundrisstypen setzen und Sonderwünsche auf das Wesentliche beschränken.
Mehrfamilienhaus Planung: Vom Grundstück zur Baugenehmigung
Die Planung eines Mehrfamilienhauses ist ein mehrstufiger Prozess, der rechtliche, technische und wirtschaftliche Anforderungen zusammenführt. Eine umfassende Beratung, die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Baupartner und die Unterstützung durch Experten sind dabei entscheidend, um alle Aspekte des Projekts optimal zu berücksichtigen. Die individuellen Vorstellungen der Bauherren stehen bei der Planung und Umsetzung im Mittelpunkt und bilden die Grundlage für Architektur und Ausstattung. Für die erfolgreiche Realisierung eines Mehrfamilienhauses ist eine sorgfältige Abstimmung und Unterstützung durch erfahrene Architekten unerlässlich. Zudem erfordert die Planung sorgfältige Überlegungen und die Unterstützung durch Architekten, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Je früher diese Rahmenbedingungen geklärt sind, desto höher die Planungssicherheit – und desto reibungsloser verläuft das Genehmigungsverfahren.
Wie läuft die Planung eines Mehrfamilienhauses ab?
Die Planung eines Mehrfamilienhauses folgt einem strukturierten Ablauf:
Grundstücksprüfung: Bebauungsplan, Grundstücksgröße, Erschließung
Bedarfsanalyse: Anzahl und Größe der Wohneinheiten, Zielgruppe
Architektenleistung oder Fertighaushersteller: Vorentwurf, Entwurfsplanung
Statik und Haustechnikplanung
Baugenehmigung beantragen
Ausführungsplanung und Vergabe
Bau und Abnahme
Welche Rolle spielt der Architekt beim Mehrfamilienhaus?
Ein Architekt ist bei Mehrfamilienhäusern in der Regel Pflicht – in den meisten Bundesländern dürfen Baupläne für Wohngebäude ab einer bestimmten Größe nur von zugelassenen Planungsbüros eingereicht werden. Der Architekt übernimmt neben der Entwurfsplanung auch die Bauleitung und die Koordination der Gewerke.
Bei Fertighausanbietern übernehmen spezialisierte Planungsabteilungen diese Aufgaben häufig in enger Abstimmung mit dem Bauherrn – was den Prozess deutlich vereinfacht.
Mehrfamilienhaus Baugenehmigung: Was ist zu beachten?
Die Baugenehmigung ist ein zentraler Schritt beim Bau eines Mehrfamilienhauses. Sie wird beim zuständigen Bauordnungsamt beantragt und setzt eine vollständige Entwurfsplanung voraus. Relevante Aspekte sind:
Übereinstimmung mit dem Bebauungsplan (Geschossigkeit, GRZ, GFZ)
Einhaltung von Abstandsflächen
Schallschutznachweis
Energieausweis nach GEG
Stellplatznachweise
Die Bearbeitungsdauer variiert je nach Bundesland und Gemeinde zwischen 4 Wochen und 6 Monaten.
Mehrfamilienhaus Energieeffizienz und KfW Förderung
Energetische Qualität ist beim Mehrfamilienhaus kein optionales Extra, sondern ein wirtschaftlicher Hebel: Niedrige Betriebskosten erhöhen die Attraktivität für Mieter, energieeffiziente Neubauten sind förderfähig, und höhere Dämmstandards schützen langfristig vor steigenden Energiepreisen.
Welche Energiestandards sind beim Mehrfamilienhaus relevant?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt Mindeststandards für den Wärmeschutz und die Anlagentechnik vor. Wer darüber hinaus KfW-Effizienzstandards einhält, profitiert von attraktiven Förderprogrammen.
Relevante Standards für Mehrfamilienhäuser:
| Effizienzstandard | Beschreibung |
| GEG-Standard | Gesetzliches Mindestmaß, Pflicht bei jedem Neubau |
| KfW 55 (EH 55) | 45 % weniger Primärenergiebedarf als Referenzgebäude |
| KfW 40 (EH 40) | 60 % weniger Primärenergiebedarf, Zugang zu Maximalförderung |
| KfW 40 Plus | Zusätzlich Stromerzeugung und Stromspeicher |
Mehrfamilienhaus KfW Förderung: Welche Programme gibt es?
Über das Bundesförderprogramm für effiziente Gebäude (BEG) fördert die KfW energieeffiziente Neubauten mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen. Für Mehrfamilienhäuser sind insbesondere folgende Konditionen relevant:
KfW-Kredit bis 150.000 Euro pro Wohneinheit
Tilgungszuschuss je nach erreichtem Effizienzstandard
Zusätzliche Zuschüsse für barrierefreies Bauen (KfW 159)
Kombinierbarkeit mit BAFA-Förderung für Heizungsanlagen
Die Beantragung muss zwingend vor Baubeginn erfolgen – nachträgliche Anträge werden nicht akzeptiert.
Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage
Ein Mehrfamilienhaus verbindet Sachwert mit laufenden Einnahmen – und ist damit eine der wenigen Anlageformen, die Inflationsschutz, Vermögensaufbau und monatlichen Cashflow gleichzeitig bieten. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind Lage, Grundriss, Kaufpreis und eine realistische Renditekalkulation.
Lohnt sich ein Mehrfamilienhaus als Investment?
„Mehrfamilienhäuser sind die ideale Möglichkeit, seine Rente abzusichern.” – Tobias Beuler
Ein Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage bietet mehrere Vorteile gegenüber Einzelwohnungen: Die Verwaltung ist gebündelt, die Rendite pro investiertem Euro häufig höher, und das Risiko durch Mietausfall einer einzelnen Einheit ist geringer als beim Einzel-Investment.
Welche Mietrendite ist realistisch?
Die Mietrendite hängt stark von Lage, Kaufpreis und erzielten Mieten ab. Als Orientierung gilt:
| Lage | Bruttomietrendite |
| Großstadt, Toplage | 2,5 – 3,5 % |
| Mittelgroße Stadt | 3,5 – 5,0 % |
| Ländlicher Raum / Kleinstadt | 5,0 – 7,0 % |
Für Neubauten im Fertigbau gilt: Die kalkulierbaren Baukosten und kurzen Bauzeiten erleichtern eine präzise Renditeberechnung vor dem ersten Spatenstich – ein klarer Pluspunkt gegenüber dem Kauf eines Bestandsobjekts.
Mietmultiplikator als Schnellcheck für Investoren
Neben der Mietrendite in Prozent hat sich der Mietmultiplikator als praktische Kennzahl etabliert. Er setzt den Kauf- oder Herstellungspreis ins Verhältnis zur jährlichen Nettokaltmiete und ermöglicht einen schnellen Vergleich verschiedener Objekte.
Formel: Gesamtkosten ÷ Jahresnettokaltmiete = Mietmultiplikator
Ein Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten erzielt jährliche Mieteinnahmen von 60.000 Euro. Bei Gesamtkosten von 1.500.000 Euro ergibt sich ein Mietmultiplikator von 25. Ein Faktor zwischen 20 und 25 gilt in vielen mittelgroßen Städten als marktüblich. Werte darunter signalisieren überdurchschnittliche Rendite, Werte weit darüber eine starke Wertorientierung der Lage.
Mehrfamilienhaus kaufen oder bauen?
Wer ein bestehendes Mehrfamilienhaus kauft, spart Planungszeit – muss aber häufig Abstriche bei Energieeffizienz, Grundriss und baulichem Zustand hinnehmen. Der Neubau in Fertigbauweise bietet demgegenüber maximale Kontrolle über alle Parameter: Ausstattung, Grundriss, Energiestandard und langfristige Betriebskosten.
Mehrfamilienhaus als Mehrgenerationenhaus
Eine besondere Nutzungsform ist das Mehrgenerationenhaus: Hier leben mehrere Generationen einer Familie – Eltern, Kinder, Großeltern – unter einem Dach, aber in getrennten Wohnbereichen. Die Fertigbauweise erlaubt es, solche Konzepte von Anfang an in den Grundriss einzuplanen – mit barrierefreien Zugängen, flexiblen Raumaufteilungen und individuellen Wohnvorstellungen je Einheit.
Mehrfamilienhaus Vor- und Nachteile
Wie jede Investitionsentscheidung bringt auch der Bau oder Kauf eines Mehrfamilienhauses sowohl Stärken als auch Einschränkungen mit sich. Eine nüchterne Gegenüberstellung hilft, die eigene Ausgangssituation realistisch einzuordnen.
Vorteile eines Mehrfamilienhauses
Mieteinnahmen decken die Finanzierungskosten ganz oder teilweise
Steuerliche Absetzbarkeit von Abschreibungen, Zinsen und Betriebskosten
Diversifikation: Mehrere Mieter verringern das Leerstandsrisiko
Langfristiger Vermögensaufbau durch Wertsteigerung der Immobilie
Flexibel nutzbar: Eigennutzung einzelner Einheiten möglich
Nachteile eines Mehrfamilienhauses
Hoher Kapitaleinsatz beim Neubau
Verwaltungsaufwand durch mehrere Mietverhältnisse
Abhängigkeit von lokalen Mietmärkten und gesetzlichen Rahmenbedingungen
Längere Planungs- und Genehmigungsphase als beim Einfamilienhaus
Komplexere Finanzierungsstruktur
Besonderheiten der Fertigbauweise: Was Bauherren wissen sollten
Neben den allgemeinen Nachteilen gibt es spezifische Aspekte der Fertigbauweise, die bei Mehrfamilienhäusern frühzeitig berücksichtigt werden sollten.
Viele Fertighausanbieter arbeiten mit standardisierten Rastersystemen. Das beschleunigt Planung und Produktion, schränkt aber sehr individuelle architektonische Sonderlösungen ein – etwa ungewöhnliche Grundrisszuschnitte oder Sonderfassaden. Für renditeorientierte Bauvorhaben ist diese Standardisierung in der Regel kein Nachteil, bei gestalterisch anspruchsvollen Projekten sollte die Systemkompatibilität frühzeitig geprüft werden.
Ein weiterer kritischer Punkt ist der Schallschutz. In Mehrfamilienhäusern mit mehreren Wohneinheiten müssen Trennwände, Deckenaufbauten und Installationsschächte sorgfältig geplant werden, um die Anforderungen der DIN 4109 sicher einzuhalten. Besondere Aufmerksamkeit erfordern dabei Wohnungstrennwände, Decken zwischen den Etagen sowie Treppenhäuser. Ein frühzeitiger Schallschutznachweis ist nicht nur bautechnisch sinnvoll, sondern auch entscheidend für die langfristige Vermietbarkeit.
Typische Baufehler und wie man sie vermeidet
Viele Probleme bei Mehrfamilienhäusern entstehen nicht während der Nutzung, sondern in frühen Projektphasen. Besonders häufig sind:
Lockangebote mit „ab”-Preisen, die Schallschutz, Brandschutzkonzept, Keller oder Außenanlagen nicht enthalten
Lückenhafte Baubeschreibungen ohne klare Angaben zu Haustechnik, Dämmstandard und Bauleitung
Unterschätzte Baunebenkosten – realistisch sind 15–20 % der reinen Baukosten zusätzlich
Anbieterwahl ausschließlich nach Preis ohne Prüfung von Referenzen im Mehrfamilienhausbau
Eine vollständige Kostenbetrachtung ist nur auf Basis einer detaillierten Baubeschreibung möglich – und nicht auf Basis von Einstiegspreisen in Anzeigen oder Prospekten.
Fazit
Das Mehrfamilienhaus in Fertigbauweise ist ein Bauprojekt mit klarem wirtschaftlichem Profil: Es schafft dringend benötigten Wohnraum, ermöglicht stabile Einnahmen durch Vermietung und entwickelt sich über die Jahre zu einer soliden Immobilie im eigenen Portfolio. Wer den Bau sorgfältig plant, frühzeitig KfW-Förderungen beantragt und auf einen erfahrenen Fertighausanbieter setzt, realisiert ein Haus, das sowohl technisch als auch wirtschaftlich überzeugt.
Gegenüber dem Massivhaus punktet die Fertigbauweise mit kürzerer Bauzeit, höherer Kostentransparenz und gleichwertiger Langlebigkeit. Gegenüber dem Doppelhaus oder Einfamilienhaus überzeugt das Mehrfamilienhaus durch die Verteilung des Risikos auf mehrere Wohneinheiten und eine deutlich bessere Rendite pro investiertem Euro.
Die Entscheidung zwischen Kauf und Neubau fällt letztlich nach Zielsetzung: Wer schnell in die Vermietung einsteigen möchte, wählt eine bestehende Immobilie. Wer eine Investition mit maximaler Kontrolle über Grundriss, Energiestandard und langfristige Betriebskosten anstrebt, ist mit dem Neubau in Fertigbauweise besser beraten.
FAQ – Häufige Fragen zum Mehrfamilienhaus
Was kostet ein Mehrfamilienhaus im Fertigbau?
Ein schlüsselfertiges Mehrfamilienhaus in Fertigbauweise kostet je nach Ausstattung und Region zwischen 2.500 und 3.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei 400 m² Wohnfläche entspricht das einem Investitionsvolumen von rund 1,0 bis 1,4 Millionen Euro – zuzüglich Grundstück und Nebenkosten.
Wie lange dauert der Bau eines Mehrfamilienhauses in Fertigbauweise?
Die reine Bauzeit für ein Mehrfamilienhaus in Fertigbauweise beträgt ab Baubeginn in der Regel 3 bis 5 Monate – gegenüber 8 bis 14 Monaten im Massivbau. Hinzu kommen Planungs- und Genehmigungszeit von weiteren 6 bis 18 Monaten, abhängig von Bundesland und Komplexität des Projekts.
Welche Förderungen gibt es für ein Mehrfamilienhaus?
Das wichtigste Förderprogramm ist das KfW-Bundesförderprogramm für effiziente Gebäude (BEG). Es bietet zinsgünstige Kredite bis 150.000 Euro pro Wohneinheit sowie Tilgungszuschüsse, die sich nach dem erreichten Energieeffizienzstandard richten. Die Beantragung muss vor Baubeginn erfolgen.
Brauche ich für ein Mehrfamilienhaus einen Architekten?
In den meisten Bundesländern ist ein Architekt oder Bauingenieur gesetzlich vorgeschrieben, wenn ein Mehrfamilienhaus genehmigt werden soll. Fertighausanbieter stellen in der Regel eigene Planungsabteilungen bereit, die diese Leistungen übernehmen.
Ist ein Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage sinnvoll?
Ein Mehrfamilienhaus kann eine solide Kapitalanlage sein, wenn Lage, Kaufpreis und erzielbare Mieten in einem gesunden Verhältnis stehen. Bruttomietrenditen zwischen 3,5 und 6 Prozent sind in vielen Regionen realisierbar. Neubauobjekte in Fertigbauweise bieten dabei den Vorteil kalkulierbarer Bau- und Betriebskosten.
Was ist der Unterschied zwischen Mehrfamilienhaus und Mehrgenerationenhaus?
Ein Mehrfamilienhaus bezeichnet generell ein Gebäude mit mehreren Wohneinheiten – unabhängig davon, wer darin wohnt. Ein Mehrgenerationenhaus ist eine spezifische Nutzungsform, bei der mehrere Generationen einer Familie gemeinsam, aber in getrennten Wohnbereichen, unter einem Dach leben. Beide Varianten lassen sich in Fertigbauweise realisieren.
Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. Mit seinem Buch “Bau keinen Scheiss” ist er seit Juli 2024 auch Spiegel Bestseller Autor.
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2 Comments
Ein Fertighaus als Mehrfamilienhaus ist eine interessante Option. Es bietet nicht nur eine schnellere Bauzeit, sondern kann auch kosteneffizient sein, besonders wenn man die potenziellen Mieteinnahmen bedenkt. Allerdings ist es entscheidend, den richtigen Anbieter zu wählen, um sicherzustellen, dass das Haus gut gebaut ist und den Bedürfnissen aller Bewohner gerecht wird.
Ja, für Mehrfamilienhäuser sollte man auf http://www.mehrfamilienhaus-bauen.net kaufen.