Baukostenrechner/Bauindex – Der Ratgeber für Bauherren

Der Baupreisindex wird immer wieder turnusmäßig vom Statistischen Bundesamt ermittelt. Dabei stellt er die Indizes für Bauleistungspreise dar, die für ausgewählte Bauwerksarten im Hoch- und Tiefbau gelten – immer bezogen auf den konventionell gefertigten Neubau. Gleichzeitig werden auch die Kosten für Instandhaltungen im Bereich der Wohngebäude erhoben. Hierbei kann vorausgeschickt werden, dass die Fertighausunternehmen den Index recht gut abdecken, denn in Deutschland agieren mehr als 150 Fertighaushersteller am Markt. Dies macht die Kostenstruktur transparenter, da von diesem Hausbau-Segment alles bedient wird, vom billigen Ausbauhaus oder Fertighäusern aus polnischer Fertigung, bis hin zu Ökohäusern sowie modernen Fachwerkhäusern und Luxusvillen.

Alle zusammen können gleichermaßen mit den großen Vorteilen einer Festpreisgarantie aufwarten, so werden teure Nachfinanzierungen vermieden. Ebenso punkten Fertighäuser mit einem hervorragenden Raumklima, da es sich um Holzhäuser handelt und die zügige Bauzeit spart ordentlich Bereitstellungszinsen.

Der amtliche Baupreisindex – Anstieg zum letzten Jahr enorm

Der amtliche Baupreisindex für Wohnimmobilien ist auch im Jahre 2019 erneut gestiegen. Dies wurde vom Statistischen Bundesamt errechnet. Danach war ein Anstieg des Preisindex für den Neubau von Wohngebäuden aus konventioneller Fertigung – dabei handelt es sich um alle Bauleistungen die am Bauwerk selbst entstehen, die Umsatzsteuer mit eingeschlossen – im Mai 2019 um 4,7 % zu verzeichnen war, gegenüber Mai 2018. Weiter wird mitgeteilt, dass der Preisanstieg im im Februar 2019 sogar um 4,8 % höher ermittelt wurde. Damit ergab sich allein von Februar 2019 bis Mai 2019 eine Preiserhöhung der Baupreise um 0,8 %. Nicht viel anders sieht es im gewerblichen Bereich aus, hier erhöhten sich die Kosten für die Herstellung von Büro- und gewerblichen Betriebsgebäuden binnen Jahresfrist um satte 4,7 %. Und der Straßenbau hatte sogar einen Preisanstieg in Höhe von 7,0 % zu verzeichnen.

Aus folgenden Bestandteilen, im Fachjargon auch Produktionsfaktoren genannt, setzt sich der Index zusammen:

  • Materialkosten
  • Lohnkosten
  • Aufwendungen für Ausrüstung
  • Energiekosten
  • Kosten für Geräte

Hier die aktualisierte Baupreisindex-Programmtabelle von Wohngebäuden, ermittelt für Sprengnetter, ProBel und ProSa in Prozent:

Jahr/Monat 2000 = 100 % 2010 = 100 % 2015 = 100 %

2018 Mai 141,1 % 121,3 % 109,2 %
2018 August 142,0 % 122,8 % 110,6 %
2018 November 144,0 % 123,8 % 111,5 %
2019 Februar 146,5 % 125,9 % 113,4 %
2019 Mai 147,6 % 126,9 % 114,3 %

So werden die Baukosten mit dem Baukostenrechner ermittelt

Die Varianten, um die Baukosten zu berechnen sind unterschiedlich, so verhält es sich auch mit den einzelnen Baukostenrechnern. Allerdings gibt es eine Faustformel. Pro qm zu errichtender Bausubstanz muss in etwa 1.400 Euro pro qm gerechnet werden. Darüber hinaus sind die Gesamtkosten beim Neubau unterteilt in den Bereich Rohbau, dort fallen rund 45,9 % aus den Gesamtkosten an und der Rest in Höhe von 54,1 % muss für den Ausbau der Immobilien veranschlagt werden.

Baukostenrechner:

  • Grundstückspreis
    z. B. 100.000 €
  • Eintragung ins Grundbuch
    250 €
  • Hausanschlusskosten (Wasser, Strom, Gas)
    6.500 €
  • Genehmigungen, Gebühren, Versicherungen,
    5.500 €
  • Kosten für die Außenanlagen
    10.000 €
  • Geplante Wohnfläche
    z. B. 140 m²
  • Grunderwerbssteuer (je nach Bundesland)
    z. B. 5 % des Grundstückspreises in BaWü
  • Notarkosten ca. 1, 8 % der Grundstückskaufpreiskosten, Gebäude-Baukosten

Hier zur Veranschaulichung eine kleine Beispielrechnung der Baukosten die anfallen können:

100.000 € Grundstückskosten
+ 10.000 € Anschlusskosten etc.
+ 180.000 € Hausbaukosten
+ 10.000 € Makler, Notar, Grunderwerbssteuer
—————————————————–
= 300.000 € Gesamtbaukosten (inklusive Rohbau und Innenausbau)
– 70.000 € Eigenkapital
– 10.000 € Eigenleistungen
—————————————————–
= 220.000 € erforderliches Baudarlehen

Um eine exakte Baukostenberechnung vorzunehmen, muss stets mit genauem Zahlenmaterial gearbeitet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Baukostenrechner zum Einsatz kommt. Dies gewährleistet, dass im Nachhinein keine finanziellen Engpässe auftreten können, da die Kalkulation unzureichend oder zu knapp berechnet wurde. Beim Fertighausbau reduziert sich diese Problematik wiederum, vor allem was den Kostenfaktor „Haus“ anbelangt.

Der Baukostenrechner rechnet übrigens mit kumulierten Durchschnittswerten, wenn keine oder keine exakten Werte eingegeben werden. Bei den Maklerkosten wird beim Bauchkostenrechner eine Annahme von 7,14 % des Kaufpreises als Kostennote festgelegt und die Notarkosten werden mit 1,5 % des Kaufpreises veranschlagt.

Die Grunderwerbssteuer ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. So fallen in Bayern und Sachsen beispielsweise 3,5 % des Grundstückspreises an. In Brandenburg, dem Saarland sowie in Nordrhein-Westfalen, schlägt der Fiskus mit dem Höchstwert von 6,5% des Kaufpreises zu. Die meisten Baukostenrechner rechnen, wenn kein anderer Wert angegeben wurde, mit diesem Höchstsatz.

Die Kosten, die für die Außenanlagen kalkuliert werden müssen, fallen unterschiedlich aus. Je nach Aufwendungen wird bei einer einfacheren Anlage mit 12.000 Euro und mit 18.000 Euro, bei einem normal angelegten Außenbereich, gerechnet. Handelt es sich um eine gehobene Ausstattung der Außenanlage, dann sollten durchaus auch mal 25.000 Euro kalkuliert werden.

Für weitere Aufwendungen wie die Baugenehmigungskosten, eventuell für die Finanzierung aufzubringende Gebühren etc., sollten mit 5.000 Euro berechnet werden.

Nicht zuletzt sind es die Hausanschlusskosten, die mit einem geschätzten Wert von rund 6.100 Euro zu Buche schlagen.

Baukosten pro qm für die Berechnung der Gesamtkosten nutzen

Wenn die Baukosten für den zu errichtenden Quadratmeter Neubaufläche bekannt sind, dann lassen sich daraus die Gesamtkosten herleiten. Aber Achtung, es darf lediglich die Wohnfläche als Berechnungsgrundlage dienen – Terrasse, Balkon oder Gartenanteil werden nicht eingerechnet.

Achtung 

Baunebenkosten nicht vergessen, unter anderem zählen dazu:

  • Grunderwerbsteuer
  • Kosten für Anschlüsse
  • Kosten für Makler
  • Versicherungen

Baupreisindex und Fertigbauweise – der Unterschied

Die vorgehenden Erläuterungen und Ausführungen beziehen sich alle zu einem großen Teil auf den Massivbau, also das Stein auf Stein gemauerte Haus. Beim Fertighaus hingegen steht Sicherheit, was die Preisgestaltung anbelangt, ganz weit im Vordergrund. Durch Festpreise beim Kauf eines Fertighauses wird dem Bauherren eine immens hohe Planungssouveränität zuteil. Es lassen sich Angebote von vielen Anbietern einholen, dies wiederum schafft die Möglichkeit einen hervorragenden Überblick über das gesamte Marktgeschehen in der Fertighausbranche zu gewinnen – und so offenbart sich auch eine umfassende Vergleichspalette – die es selbstverständlich gerne, auch mit der Unterstützung von Fertighausexperte, Behörden oder der Bank, zu erkunden gilt.

Tipp: Wer mit seinem Budget nicht ganz hinkommt, sollte den Fertigkeller immer direkt beim Fertigkelleranbieter beauftragen. Gleiches gilt für die Bodenplatte. So lassen sich locker vier bis fünfstellige Beträge beim Hausbau sparen. Denn die Hausbaufirmen und der Hausverkäufer, der von Provisionen lebt, sind in dem fall nur Zwischenhändler, die alles nur richtig teuer machen. Und beide gehen auch nicht in die Haftung, wenn am Fertigkeller oder der Bodenplatte etwas sein sollte. Bei Mängeln wird immer der Kellerbauer direkt gerufen. Schließlich haben Hausbauer und Verkäufer kein Keller-Know-how.

Tipp: Mehr zum Thema „Kosten senken beim Kellerbau“ finden Sie, wenn Sie nach Kellerexperte googeln.

Mehr Informationen zu Fertighäusern und weiteren Themen

Wenn Sie weitere Informationen zum Thema Bau einholen möchten, empfehlen wir Ihnen die Webseite des Fertighausexperten zu besuchen. Hier finden sie eine erhebliche Bandbreite an unterschiedlichen Artiklen und Informationen rundum die Thematik Bauen. Auf der Homepage finden Sie im Menü eine Übersicht zu den Artikeln.

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