Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler

Bei der Suche nach einem Haus abseits von Städten stößt man zwangsläufig auf sehr viele Fachwerkhäuser. Die Gebäude leben vom Charme längst vergangener Jahre und beim genauen Betrachten bekommt man schnell das Gefühl, dass jedes Haus für sich eine Geschichte zu erzählen hat. Doch was macht die Fachwerkhäuser noch so beliebt? Im folgenden Ratgeber möchten wir uns näher mit der Thematik Fachwerk beschäftigen.

Was versteht man unter einem Fachwerkhaus?

In Deutschland gibt es kaum Altstädte, die nicht von der Architektur der Fachwerkhäuser geprägt sind. Eines haben alle Häuser mit dem Baustil Fachwerk gemeinsam – die Rede ist von der Wandbauweise. Dabei ist jedes alte Fachwerkhaus Ausdruck von Handwerkskunst der Zimmerer aus den letzten Jahrhunderten.

Das wirklich Besondere am Fachwerkhaus ist sein Skelett, welches aus Holz besteht. Experten sprechen hier von Gefachen, also den Räumen zwischen den Holzbalken.

Eigenschaften eines Fachwerkhauses

Wie bereits erwähnt, bestehen Fachwerkhäuser aus einem Skelett aus Holz mit ihren Ausfachungen. Die dabei entstehenden Leerräume zwischen den Holzbalken werden mit den verschiedensten Materialien wie zum Beispiel Holzgeflecht gefüllt.

Bei den alten und historischen Fachwerkhäusern wurde nur Holz von der Eiche und von Fichten verbaut. Dieses Holz wurde zuvor mit einem Beil bearbeitet und so in Form gebracht. Auf den Baustellen für ein Fachwerkhaus waren Sägen tabu.

Sehr oft wurden beim Fachwerkbau die Balkenenden, die Bodenschwellen und diagonal angebrachte Holzbohlen unter den Deckenbalken mit Malereien versehen und aufwendig geschnitzt.

Beim traditionellen Schwarzwaldhaus, einer besonderen Form der Fachwerkhäuser, wurden Bohlen aus Holz in den Freiräumen der Balken verbaut. Im Gegensatz dazu wurde im niederdeutschen Raum in erster Linie beim Fachwerkbau Ziegelwerk verbaut. Die Fachwerkhäuser im mitteldeutschen oder alemannischen Stil haben Ausfachungen im Fachwerk aus Lehm. Dieser Lehm wird mit einem hellen Kalkputz geschützt.

Bauweise eines Fachwerkhauses

Das Fachwerk bekommt durch die Holzbalken seinen Namen. Alle Fachwerkhäuser haben ein hölzernes Traggerüst mit einer Gefach Füllung aus Lehm. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass das Prinzip eines jedes Fachwerkhauses uralt ist und auf die Pfosten- und Ständerbauten der Jungsteinzeit zurückzuführen ist. Im Laufe der Jahre wurde das Fachwerk immer weiter perfektioniert. Dies bedeutet, dass die Ständer zu den Querverbindungen, den Riegeln, stabilisiert wurden. Zum Schutz vor Bodenfeuchte wurde diese auf Schwellen gesetzt. Somit besteht das gesamte Gerüst der Fachwerkhäuser aus einem Sockel aus Natursteinen sowie den diagonalen Streben, welche für die Aussteifung beim Fachwerk sorgen.

Es gibt Fachwerkhäuser mit fünf oder mehr Geschossen. Hier wird klar, dass das Stützskelett beim Fachwerk fest sein müssen. Dennoch müssen die Verbindungen flexibel sein, damit sie auf Windlasten, geringfügige Setzungen des Untergrunds und Erschütterungen reagieren können.

In all den Jahren hat sich eine Kombination aus Lehm und Holz beim Fachwerk bewährt. Dabei wird der Lehm zur Füllung der Gefache beim Fachwerkhaus bauen verwendet. Bei der Fachwerkbauweise wird der Lehm in den meisten Fällen auf ein Geflecht aus Weidenruten oder aus kleinen Holzstäben aufgetragen. Bei Letzterem ist die Rede von Staken. Ziegel oder Natursteine kommen als Gefachfüllung beim Fachwerkhaus bauen nur selten zum Einsatz. Sollte dies der Fall sein, dann ist diese Fachwerkbauweise typisch für bestimmte Gegenden.

Die Baustoffe Holz und Lehm sind diffusionsoffen. Dies bedeutet, dass sie Feuchtigkeit transportieren können. Dadurch kann die Luftfeuchtigkeit aus dem Inneren zum größten Teil vom Lehm aufgenommen und bei trockener Luft wieder abgegeben oder einfach nach außen transportiert werden.

Bis zu einem gewissen Grad kann die Fassade des Fachwerkhauses Regenwasser aufnehmen und es später wieder abgeben. Des Weiteren sorgt der Lehm dafür, dass der Wasseranteil des Holzes konstant bei weniger als 15 % gehalten wird. Für den Schimmelpilz oder für den Hausbock als Schädling ist dies zu wenig.

Raumklima im Fachwerkhaus

Gerade im Hochsommer fällt sofort das angenehme Raumklima bei der Fachwerkbauweise auf. Die Hitze des Tages wird vom Lehm gespeichert und in der Nacht wieder abgegeben. Zusätzlich speichert der Lehm bei der Fachwerkbauweise überschüssige Luftfeuchtigkeit und filtert dabei Schadstoffe aus dem Haus aus.

Für wohn gesunde Häuser ist Lehm der optimale Baustoff, der auch in der heutigen Zeit wieder vermehrt beim Hausbau verwendet wird.

Die positiven Eigenschaften der Fachwerkbauweise werden in vielen Fällen durch Sanierung oder Modernisierung erhalten. Aus diesem Grund sollen für Arbeiten am Fachwerk auch nur traditionelle Materialien zum Einsatz kommen. Gleichzeitig muss beim Fachwerkhaus bauen die Verarbeitung an die Materialien angepasst werden.

Sanierung

Wird die Fachwerkfassade mit den falschen Materialien saniert, sind die positiven Eigenschaften des Fachwerks aus Holz und Lehm in Gefahr. Es kann zur Behinderung oder gar zur Verhinderung der Diffusion kommen. Zusätzlich kann es passieren, dass der Taupunkt, an dem die Feuchtigkeit kondensiert und in die Fachwerkhäuser hinein verlagert wird.

Auf keinen Fall dürfen bei der Sanierung der Fachwerkhäuser alukaschierte Mineralwolle, Styropor- und Styrodur Platten, Dampfbremswollen und Dampfsperren zum Einsatz kommen. Durch zu große Materialstärken bei der nachträglichen Innendämmung wird der Temperaturverlauf in der Wand der Fachwerkhäuser verändert. Es sammelt sich deutlich mehr Feuchtigkeit an, als verdunsten kann. Dadurch sinkt in der Folge der Dämmwert, was wiederum dazu führt, dass das Holzskelett angegriffen wird. Verhindert werden kann dies, wenn die Fachwerkhäuser weder an der Innen- noch an der Außenseite mit Kunstharzputzen, zementgebundenen Putzen oder diffusionsdichten Farben behandelt werden. Experten raten bei Fachwerkhäuser sogar von Tapeten ab.

Wichtig bei Fachwerkhäuser ist es, dass die Wärme im Gebäude gehalten wird, ohne dass dadurch der Feuchtetransport behindert wird. Dies lässt sich beim Fachwerkhaus bauen durch den Einsatz von Mischungen aus Lehm und Holzspänen, Stroh, Schilfrohr oder Korkschrot realisieren. Vielfach werden zur Sanierung Lehmbauplatten und spezielle Leichtlehmsteine angeboten. Sollen Wandheizungen installiert werden, empfehlen Experten spezielle Lehmsteine mit Aussparungen für die Heizschlangen.

Für die Wandgestaltung der Fachwerkhäuser eignen sich neben Kalk- und Lehmputz auch spezielle Lehm- und Kalkfarben. Letztere gibt es im Handel in verschiedenen bunten Farben, welche sowohl für die Wisch- als auch die Designtechnik im Traumhaus geeignet sind.

Bevor mit der Sanierung eines Fachwerkhauses begonnen wird, muss eine Bestandsaufnahme durchgeführt werden. Sinnvoll in diesen Zusammenhang ist eine Entnahme von Bohrproben aus dem Fachwerk. So können die Baustoffe bei der Sanierung perfekt auf die alte Bausubstanz abgestimmt werden.

Sehr gut geeignet sind Fachwerkbalken, die aus einer Konkursmasse stammen. Wenn das verwendete Holz älter als 70 Jahre ist, dann sind die Holzhäuser für Insekten uninteressant. Gut geeignet für das Traumhaus sind auch Holzarten wie getrocknetes Eichenholz oder Fichtenholz mit einem Feuchtegehalt von 9 bis 12 %.

Bei der Sanierung vom Traumhaus müssen schadhafte Stellen großzügig entfernt werden. Erst dann können die Ersatzstücke mit den traditionellen Verbindungen ohne Metall eingepasst und befestigt werden. So wird die nötige Elastizität des Gefüges erhalten.

Lehm als Baustoff

Zu großen Teilen bestehen Fachwerkhäuser aus Lehm. Der Baustoff hat nicht nur viele Vorteile, er lässt sich auch leicht verarbeiten. Durch die Trocknung härtet der Lehm aus, weshalb er auch immer wieder aufgeweicht werden kann. Er muss dazu nur in Wasser gelöst werden. Für ungeübte Bauherren hat dies den Vorteil, dass sie mit Lehm arbeiten können. Entstandene Fehler beim Hausbau können leicht ausgebessert werden.

Wenn Fachwerkhäuser mit Lehm verputzt werden sollen, ist es ratsam sich von einem Unternehmen helfen zu lassen – insbesondere, wenn perfekte Ergebnisse erwünscht sind. Als geübter Heimwerker kann das Verputzen mit Lehm auch in Eigenregie erfolgen.

Zusätzlich bietet Lehm den Vorteil, dass er für Allergiker geeignet ist. Lehm enthält keinerlei Allergene. Gleichzeitig ist Lehm extrem umweltfreundlich, da von Herstellung bis zur Verarbeitung nur ein geringer Energieaufwand nötig ist.

Funktion des Fachwerks

Das Holzskelett beim Fachwerk dient der Stabilität genau wie bei anderen Skelettbauweisen auch. Jedoch haben die unterschiedlichen Hölzer verschiedene Aufgaben, welche im Folgenden näher erklärt werden:

  • Vertikale Lasten werden von senkrechten Hölzern getragen. Dadurch bestimmen sie auf der einen Seite die Geschosshöhe und auf der anderen Seite grenzen sie Fenster und Türen nach links und rechts ab.
  • Lasten werden durch die waagerechten Hölzer gleichmäßig auf die senkrechten Hölzer verteilt. Gleichzeitig schließen sie Fenster, Türen und Geschosse nach oben und unten ab.
  • Für die Aussteifung und das Ableiten der Lasten nach unten in den Boden beziehungsweise ins Fundament kommen schräge Hölzer zum Einsatz. Aus diesem Grund muss das obere Ende der Schräghölzer immer nach außen zeigen.
  • Nur für den Schmuck kommen Schmuckhölzer zum Einsatz. Damit können rechteckige Zwischenräume, welche aus senkrechten und waagerechten Hölzern entstehen, gefüllt werden. Zu den typischen Mustern zählen das Andreaskreuz, eine Art Raute oder verschiedene Kreisformen.

Spezialisten für Fachwerkhäuser

Um im Vorfeld zu klären, ob ein Haus aus Fachwerk gekauft wird oder ob die Sanierung sinnvoll ist, ist es ratsam sich an einen Bauspezialisten für Fachwerkhäuser zu wenden. Vielfach haben sich Architekten, Denkmalpfleger und Handwerker auf das Thema Fachwerk spezialisiert und können eine fundierte Einschätzung geben.

Stehen Fachwerkhäuser unter Denkmalschutz, dann darf ohne die Zustimmung der Unteren Denkmalschutzbehörde nichts daran verändert werden. Allerdings gibt die Untere Denkmalschutzbehörde auch Tipps zum Erhalt, zur fachgerechten Sanierung und zur der daraus resultierenden Finanzierung beim Hausbau.

Vereinzelt ist es möglich, Darlehen und Zuschüsse zu bekommen. Werden Fachwerkhäuser für den Eigenbedarf saniert, können die entstehenden Kosten bis zu 90 % von der Steuer abgesetzt werden.

Im Fachwerk sind moderne Dämmsysteme nicht umsetzbar. Daher ist es möglich sich von den strengen Wärmeschutz-Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) befreien zu lassen.

Als Besitzer eines Fachwerkhauses darf man sich von unvorhergesehenen Problemen nicht abschrecken lassen. In jedem Fall bedarf es viel Geduld. Am Ende lohnt sich das Warten, denn ein saniertes Fachwerkhaus ist etwas ganz Besonderes.

Vorteile eines Fachwerkhauses

Kein historisches Haus aus Fachwerk gleicht dem anderen. Jedes Haus hat seinen individuellen Charme und somit auch seine eigene Geschichte. Menschen, die das Besondere beim Wohnen suchen, sind mit einem Fachwerkhaus gut beraten. Gleiches gilt für Menschen, die gerne geschichtsträchtige Altbauten unter Denkmalschutz sanieren und dabei den Charme der innen sichtbaren Balkenkonstruktion im Haus schätzen.

Ein Fachwerkhaus, das zuvor als Scheune genutzt wurde, bietet viele Nutzungsmöglichkeiten. Hier findet sich Platz für Wohn- und Büroräume, ohne dass die alte Balkenkonstruktion des Fachwerkhauses in den Hintergrund treten muss.

Sehr alte Fachwerkhäuser liegen oft mittig in der Innenstadt, sodass kurze Wege zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen zu den weiteren Vorteilen zählen.

Je nach Landkreis, Stadt oder Gemeinde können Bauherren spezielle Zuschüsse zum Fachwerkhaus beantragen. Wichtig hierbei ist, dass der Beginn der Sanierungsarbeiten am Fachwerkhaus mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt wird. Informationen und Tipps zum Denkmalschutz und mehr gibt es bei den jeweiligen Stadt- und Gemeindeverwaltungen.

Für einen Grundbesitz, bei dem der Erhalt aus Denkmalschutzgründen von öffentlichem Interesse ist, kann eventuell auch die Grundsteuer für das Haus erlassen werden. Die entsprechende Grundsteuerstelle prüft, ob dies für das eigene Fachwerkhaus zutrifft.

Die Vorteile kurz zusammengefasst:

  • Möglichkeit von ökologischem Bauen. Ob ein Fachwerkhaus ökologisch ist, hängt in erster Linie davon ab, woher das Holz kommt und womit die Zwischenräume gefüllt werden.
  • Die Vorteile von Massiv- und Holzbauweise werden beim Fachwerkhaus vereint. Dies bedeutet durch den hohen Holzanteil im Fachwerkhaus kann die Feuchtigkeit im Inneren besser reguliert werden, was damit zu weniger Anfälligkeit gegen Schimmel beiträgt.
  • Das Fachwerkhaus wird als hochwertig eingestuft, was sich bei einem eventuellen Verkauf im Preis bemerkbar macht.
  • Individuelles Wohnen mit historischem Charme in modernen Ambiente
  • Moderne Fachwerkhäuser lassen sich durch große Fensterfronten und Glas lichtdurchfluten
  • Sehr gute Eigenschaften bei der Wärme- und Schalldämmung
  • Das Haus hat eine lange Geschichte.
  • Möglichkeit einer öffentlichen Förderung bei Sanierungsarbeiten am Haus

Nachteile eines Fachwerkhauses

Sehr oft sind die Zimmer in einem Fachwerkhaus klein. Eventuell lassen sich durch Wanddurchbrüche im Fachwerkhaus größere Räume erzielen. Dabei bleiben in jedem Fall die tragenden Balken im Haus erhalten, was den Raum optisch verkleinert.

Gleichzeitig muss die Einrichtung in einem Fachwerkhaus gut geplant werden. Insbesondere durch schiefe Wände im Haus sind Möbel von der Stange keine Lösung. Dies gilt insbesondere für die Kücheneinrichtung. In einem Fachwerkhaus kann dies zu großen Problemen führen.

Als Altersdomizil scheidet das Fachwerkhaus oft aus. Durch geringe Raumgrößen und steile Treppen ist das seniorengerechte Wohnen in einem Fachwerkhaus nicht realisierbar.

Auch mit möglichen Förderungen durch die Untere Denkmalschutzbehörde kann es teuer werden ein Fachwerkhaus zu sanieren. Durch versteckte Schäden am Haus oder an der Fassade können die geplanten Kosten schnell ausufern. Aufgrund der heutigen Energiepreise ist eine sehr gute Wärmeisolierung der Fassade beim Fachwerkhaus in die Sanierung mit einzuplanen.

Alle anfallenden Arbeiten müssen von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. So kann möglichst viel der Bausubstanz des Fachwerkhauses erhalten bleiben. Gleichzeitig werden so auch Wärmebrücken an den Balkenkonstruktionen im Haus und der Fassade vermieden.

Die Nachteile kurz zusammengefasst:

  • Baupreise bei einem Fachwerkhaus sind relativ hoch.
  • Reicht in der Zukunft das Dämmniveau im Haus nicht mehr aus, kann nur schwer nachgerüstet werden. Sehr oft geht durch solche Arbeiten der Charakter des Fachwerkhauses verloren.
  • Kleine Zimmer im Haus
  • In den meisten Fällen ist das Haus nicht für Senioren geeignet
  • Sanierung vom Haus kann teuer werden

Fachwerkhaus bauen

Ein Fachwerkhaus kann nicht nur als Altbau erworben werden. Es besteht die Möglichkeit sich ein Fachwerkhaus mit Hilfe eines Architekten bauen zu lassen.

Kann man ein Fachwerkhaus neu bauen lassen?

In erster Linie zeichnet sich das Fachwerkhaus als individuelles und unikates Haus aus. Ein Haus in dieser Form gibt es kein zweites Mal auf der ganzen Welt. Viele der alten Fachwerkhäuser in den Städten sind schon hunderte von Jahren alt, kennen Pferdekutschen, die durch die Straßen fuhren und haben die Schicksale vieler Familien miterlebt.

Bauherren stellen sich hier mit Recht die Frage, kann dieser Charme auch in moderne Häuser integriert werden? Insbesondere dann, wenn die Häuser den aktuellen Bau- und Energievorschriften genügen müssen. Die Antwort darauf ist ein klares Ja, denn in einem modernen Fachwerkhaus kann der historische Charme mit dem modernen Wohnkomfort kombiniert werden. Optisch gleichen diese Häuser ihren historischen Vorbildern, denn das Fachwerkhaus wird traditionell mit Holz und Lehm gebaut. Wichtig sind hierbei Bauunternehmen, die sich noch mit der guten alten Zimmermannskunst auskennen und Balken auf Balken mit Zimmermannsnägeln zusammenfügen.

Fachwerkhaus bauen nach den Vorgaben der aktuellen EnEV

Aktuelle Standards der Energiewirtschaft lassen sich sehr gut mit der historischen Bauweise kombinieren. Aus energetischer Sicht ist ein Fachwerkhaus nichts anderes als ein Holzhaus. Bei Holz handelt es sich um einen ökologischen Baustoff mit sehr guten Dämm- und Isoliereigenschaften sowie einer hervorragenden Ökobilanz. Dies bedeutet, dass ein Haus in Holzbauweise umweltbewusst und energieschonend ist. Als natürlicher Rohstoff kann es Wärme speichern und bringt dabei eine Seele mit. Diese prägt die Atmosphäre im Inneren des Fachwerkhauses entscheidend. Fachwerkhäuser können als energiesparende Häuser von der KfW Bank gefördert werden.

Holzrahmenbau und Holzständerbau

Gerade Individualisten bauen sich gerne ein Fachwerkhaus. Dies gilt insbesondere für die Menschen, die die Aufteilung und Anordnung der Zimmer nicht analog mit den Nachbarn haben möchten. Aber auch Menschen, die sich bereits bei der Heimkehr am Anblick der Fassade erfreuen, bauen sich gerne ein Fachwerkhaus.

Bis ins 19. Jahrhundert war in Europa diese Bauweise weit verbreitet. In der heutigen Zeit gibt es immer mehr Nachfolger solcher Konstruktionen und Bauweisen. Die Rede ist von der Holzrahmenbauweise oder dem Holzständerbau.

Genau wie das Fachwerkhaus besteht der Holzrahmenbau aus einer Balkenkonstruktion bzw. aus einem tragenden Holzgerüst, welches mit Holzwerkstoffplatten verkleidet wird. Aus ökologischer Sicht ist diese Bauweise sehr effizient, da nahezu nur nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz kommen.

Neben dem gesunden Wohnklima bietet das Fachwerkhaus eine hervorragende Ökobilanz, eine sehr gute natürliche Wärmedämmung und somit auch niedrige Heizkosten.

Das Holzrahmenhaus kann von einem Architekten sowohl in der klassischen Bauweise als auch als modernes Architektenhaus geplant werden.

Ein modernes Fachwerkhaus kann auch mittels dem Holzständerbau errichtet werden. Hier kommt die Skelettbauweise zum Einsatz. Sowohl der Architekt als auch der Bauherr profitieren bei dieser Bauweise von einer großen Flexibilität, wenn es um die Gestaltung des Grundrisses geht. Im klassischen Fachwerkbau ergeben sich die Innenwände aus dem Konstruktionsraster. Beim Holzständerhaus bekommt der Bauherr mehr individuelle Gestaltungsfreiheit.

Fachwerk-Fertighaus

In zahlreichen Städten prägen Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter das Stadtbild. Auch wenn die Häuser von außen schön anzusehen sind, so sind die Räume im Inneren stark begrenzt. Nicht nur die Größe der Räume, sondern auch die Höhe der Decken ist vielfach sehr gering.

Der Grund hierfür ist schnell erklärt. Als die Häuser gebaut wurden, wurde zum Wohnen noch nicht so viel Platz benötigt wie heute. Dennoch sind auch Neubauten im Stil eines Fachwerkhauses möglich. Zahlreiche moderne Fachwerkhäuser gibt es zwischenzeitlich als Holzfertighäuser.

Dabei ist die Gestaltung eines Fachwerkhauses sehr vielseitig. Das Konstruktionsraster, auf dem jedes Haus basiert liegt bei 1,15 m. Damit sind die senkrechten Stützen und die waagerechten Balken gemeint. Diese bilden als sogenannte Binder das Holzskelett. Nach Wünschen des Bauherrn kann dieses Holzskelett angelegt werden. Dadurch entstehen große Räume, da die Zwischenwände, die nicht als tragende Wände fungieren einfach weggelassen werden können.  Selbst halbhohe oder auch raumhohe Verglasungen sind möglich. Zusätzlich kann durch Abschleppungen an den Traufseiten das Fachwerkhaus individuell erweitert werden.

Soll der Garten in den Wohnbereich integriert werden, lassen sich Übergänge von Balkonen, Dachüberstände, Pergolen, Glasfüllungen und Blumenkästen fließend integrieren.

Fertighaustypen für Fachwerk

Bei der Fachwerkbauweise sind im Grunde genommen alle Haustypen möglich. Es spielt also keine Rolle, ob Bauherren einen Bungalow, ein Landhaus, ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus oder ein Reihenhaus bauen möchten. Jeder Haustyp lässt sich als Fachwerkhaus umsetzen. Zu den wenigen Ausschlüssen, die sich nicht als Fachwerkhaus realisieren lassen gehören das Schwedenhaus, das amerikanische Holzhaus oder die mediterrane Stadtvilla. Das Mehrfamilienhaus als Fachwerkhaus wird aus preislichen Gründen in der heutigen Zeit vermutlich auch nicht mehr gebaut.

Bei der Wahl des passenden Grundstücks spielt der Grundriss des Fachwerkhauses eine sehr wichtige Rolle. Neben den fertigen Komplettpaketen für die verschiedenen Haustypen beim Fachwerkhaus, besteht immer die Möglichkeit von verschiedenen Individualisierungsoptionen. Dazu zählt der Innenausbau ebenso wie die Gestaltung der Fassade oder der Fenster.

Um den passenden Haustyp für das Fertighaus zu wählen, sollte Klarheit über die Ansprüche und eine eventuelle Familienplanung bestehen. Das Fachwerkhaus als Bungalow bietet durch sein barrierefreies Konzept eine langfristige Perspektive zum selbstbestimmten Wohnen. Weitere konkrete Optionen beim Fachwerkhaus sind Nebengebäude, die als Gästehaus oder als zusätzliche Aufbewahrungsmöglichkeit genutzt werden können. Interessant wird dies vor allen Dingen bei Fachwerkhäusern, die ohne Kellerräume gebaut werden. Steht ein passendes Grundstück zur Verfügung kann das Bauprojekt sowohl optisch als auch räumlich aufgewertet werden.

Die Kosten eines Fachwerkhauses

Beim Fachwerkhaus gibt es wie bei allen anderen Bauweisen auch eine breite Preispalette. Je nach Anbieter variiert der Quadratmeterpreis. Spezielle Anbieter haben sich ein wohlhabendes Zielpublikum auserkoren, sodass hier teurer und hochwertiger gebaut werden kann als bei zahlreichen Fertighausanbietern.

Die Wände eines Fachwerkhauses lassen sich grundsätzlich in einer Firma als sogenanntes Typenhaus erstellen. Allerdings ist dies nur selten der Fall, da Bauherren, die sich für ein Fachwerkhaus entscheiden individuell bauen wollen. Ist es geplant eine Fachwerkhaus zu bauen, dann muss mit rund 2.000 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Vielfach liegen die Preise deutlich darüber.

Der Baupreis von einem Fachwerkhaus ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu zählen die Beschaffenheit des Untergrunds ebenso wie die Komplexität des Baukörpers, die Größe und die Ausstattung des Hauses sowie die individuellen Wünsche des Bauherren.

Soll das Fachwerkhaus günstig gebaut werden, bieten sich verschiedene Ausbaustufen an, die das Budget schonen. Beim günstig kaufen muss genau abgewogen werden, ob sich die eigenen Vorstellungen vom Haus mit den Angeboten decken.

Sehr komfortabel, aber auch die teuerste Lösung ist das schlüsselfertige Fachwerkhaus. Handwerklich geschickte Menschen können das Fachwerkhaus auch in Eigenregie bauen. Der Hersteller liefert hierbei den kompletten Bausatz, der nach den genauen Plänen zusammengebaut wird. Jedoch ist eine geballte Ladung an Handwerkerwissen nötig, da tragende Balkenkonstruktionen eine Herausforderung darstellen, die keine Fehler tolerieren. Alternativ kann sich der Bauherr auch nur um den Innenausbau kümmern.

Abschließend kann hier gesagt werden, bevor die eigentliche Planung des Fachwerkhauses beginnt, müssen Bauherren sich darüber im Klaren sein, dass die entstehenden Kosten im höheren Preissegment liegen. Dies beginnt schon bei den aufwendigeren Planungsarbeiten und reicht über die Material- und Baukosten. Sämtliche Kosten bewegen sich über den durchschnittlichen Kosten für ein massives Steinhaus. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass am Ende ein individuelles und charmantes Eigenheim steht, da nichts an Wert verlieren wird.

Fazit zum Fachwerkhaus

Beim Fachwerkhaus handelt es sich um einen Haustyp, der eine Reihe von Nutzungsmöglichkeiten bietet. Das Fachwerkhaus kann ebenso als Wohnhaus als auch als Büro oder Ladengeschäft mit besonderem Charme und Charisma genutzt werden. Sicherlich findet der Nutzer beim historischen Fachwerkhaus nicht so viele Gestaltungsmöglichkeiten wie bei einem Neubau. Als Nutzer muss man sich bei einem alten Fachwerkhaus eher den jahrhundertealten Gegebenheiten anpassen und versuchen mit ihnen im Einklang zu leben. Und doch verspricht das traditionelle Fachwerkhaus eine individuelle und repräsentative Form des Wohnens und Arbeitens. Gerade dies wird in der heutigen Zeit oft gesucht, denn wer in einem historischen Fachwerkhaus wohnt und arbeitet, der lebt und wohnt einzigartig. Somit ist das traditionelle Fachwerkhaus das Richtige für Individualisten, Fans von Altbauten und für Liebhaber von ungewöhnlichen Wohnformen.

Author Tobias Beuler

Aktualisiert: 05.06.2021

Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt.


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