Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler
Der Klimawandel ist nicht mehr zu übersehen. Lange trockene Phasen und Bruthitze in den Sommermonaten, führen dabei zunehmend auch zu Wassermangel. Zwar lässt sich Wasser immer noch relativ problemlos aus dem Hahn entnehmen. Wie lange allerdings noch und was geschieht, wenn akuter Wassermangel in einer Region sogar dazu führt, dass von behördlicher Seite das Wässern von Rasenflächen und das Gießen von Blumenbeeten verboten wird. Ganz zu schweigen von den Kosten, die bei der Wasserentnahme aus der Trinkwasser-Versorgungsleitung entstehen. Wie sich also unschwer erkennen lässt, ist die Maßnahme einen Brunnen zu bohren, hochinteressant und kann auf verschiedenerlei Weise zur Entlastung führen – einmal die Umwelt zu schonen und zum Zweiten den Geldbeutel. 

Brunnen bohren – was tun?

Bevor es allerdings dazu kommt, auf dem eigenen Grundstück einen Brunnen zu bohren, um daraus künftig das Gießwasser für Rasen und Beete entnehmen zu können, müssen etliche Maßnahmen getroffen werden. So steht an allererster Stelle der Gang zur Behörde. Hier muss angefragt werden, ob es überhaupt genehmigungsfähig ist, am gewünschten Standort einen Brunnen zu bohren. Zwar ist es wissenschaftlich nicht erwiesen, dass ein Wünschelrutengänger eine Wasserader finden kann. Zu einem sehr hohen Grad bringt die Wünschelrute allerdings Gewissheit. Ist also geklärt, dass Wasser theoretisch bei einer Bohrung angetroffen werden kann und von der Behörde die Genehmigung erteilt wird, dann kann das Projekt „Brunnen bohren“ starten.

Brunnen im eigenen Garten selbst bohren

Wer also dann loslegen möchte, um selbst einen Brunnen im Garten zu bohren, benötigt einiges an Ausstattung. Da es sich um eine bauliche Maßnahme handelt, die schweres Gerät erfordert, sollte man damit rechnen, dass der Garten nach der Bohrung wieder hergerichtet werden muss. Am besten ist es selbstverständlich, wenn der Bauherr gleich zu Beginn seiner Hausbaumaßnahme die Bohrung vornehmen kann. Dann muss die Gartenanlage ohnehin neu aufgebaut werden. 

Brunnen bohren – so geht’s

Außer einem Motorbohrer und einer Bohrgarnitur benötigt man auf jeden Fall auch eine Plunsche oder Kiespumpe. Dies ist dadurch begründet, weil mit dem Bohrer nur so lange der Brunnenschacht gebohrt werden kann, bis die Sandschicht, die das Wasser führt, erreicht ist. Der Bohrer fördert zwar selbst auch noch im Wasser Material mit sich – jedoch bereits nach kurzer Zeit erzielt man keinen weiteren Tiefenfortschritt mehr, denn das Wasser spült die Bohrloch-Seitenwände immer wieder ein. Sobald vom Bohrer daher nur nasser Sand gefördert wird, lässt sich kein weiterer Fortschritt mehr erzielen. Genau aus diesem Grund sollte das Bohrloch zuerst verrohrt und erst dann mit der Kiespumpe weitergearbeitet werden.

Den Brunnen plunschen

Besonders gut eignet sich für das Brunnenrohr ein recht preisgünstiges Kanalgrundrohr. Ein solches hat sich bei vielen schon in der Vergangenheit gut bewährt. Selbstverständlich lässt sich auch ein spezielles Brunnenrohr verwenden, bei diesem können die Verbindungen verschraubt werden. Diverse Filterelemente optimieren nun den nahezu sandfreien Wasserzutritt bis zur Pumpe. Versieht man das Kanalgrundrohr im unteren Bereich mit Schlitzen, lässt sich ein vergleichbarer Effekt erzielen. In diesem Fall muss das Rohr allerdings möglichst behutsam eingetrieben werden. Ansonsten könnte der, durch die Schlitze etwas geschwächte, Filterbereich zerstört werdend. Bei der Plunsche, im Fachjargon eigentlich Ventilbohrer, handelt es sich um ein offenes Stahlrohr. Dieses füllt sich zunächst mit Sand, sobald es herabfällt. Wird es dann mit viel Schwung wieder emporgezogen, wird der Boden mittels eines Klappdeckels verschlossen, danach kann der gesamte Inhalt nach oben befördert werden.

Kurze Hübe bringen gute Förderergebnisse

Weil dieses Prinzip ausschließlich unter Wasser funktioniert, ergibt es Sinn die Bohrung bereits zu Plunsch-Beginn mit einem Gartenschlauch zu fluten. So entsteht schon nach kurzer Zeit eine ausreichende Wassersäule. Sehr gute Förderergebnisse lassen sich dabei mit kurzen Hüben erzielen – nachdem etwa ein Dutzend Hübe vollzogen wurden, kann die Pumpe aus dem Bohrloch gezogen und entleert werden. Nun rutscht das eingeführte Kanalgrundrohr Stück für Stück nach, bei Bedarf kann es dann Meter für Meter verlängert werden.

Auf jeden Fall sollte man beachten, dass das Rohr lediglich zu Beginn der Bohrmaßnahme von selbst nachrutscht. Danach muss es beschwert werden oder man kann es mit wohldosierten Hammerschlägen immer wieder weiter vortreiben. Auf jeden Fall muss stets in einem Zug geplunscht werden, ansonsten könnte das Rohr, wenn es für eine längere Zeit ruht, Einsanden und dann nur sehr schwer weiter vorangetrieben werden.

Die Bohrung stockt – was nun?

Sollte das Brunnenrohr trotzdem festsitzen, lässt sich die Bohrung zumeist dadurch retten, dass ein etwas kleineres Rohr eingezogen wird. Sobald im Bohrloch schließlich Wasser steht, am besten zwei bis drei Meter, dann ist der Brunnenvortrieb fertiggestellt. Bevor man jedoch mit der endgültigen Pumpenmontage beginnt, sollte das Bohrloch von losem Sand befreit werden. Hierzu empfiehlt es sich den Brunnen über mehrere Stunden hinweg bei stetig steigender Wasserfördermenge freizupumpen. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die jeweilige Wasserförderung, die später tatsächlich benötigte Wassermenge, übersteigt. Die Pumpe wird mittels eines Filters vor dem Feinsand geschützt. Diese Filtervorrichtung sollte zu Beginn regelmäßig gereinigt und entleert werden.

Die Pumpe anschließen am Gartenbrunnen

Wenn nun der Zugang zu einem Brunnen oder einem Wasserspeicher erfolgreich vollzogen wurde, wird logischerweise eine Pumpe benötigt, um den nassen Schatz nachhaltig heben zu können. Gartenpumpen sind durchaus in der Lage Wasser aus einer Tiefe von etwa sieben Metern anzusaugen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Technik wetterfest untergebracht wird.

Gartenpumpen lassen sich universell für alle möglichen Be- und Entwässerungsaufgaben einsetzen. Dabei kann sie der Bauherr relativ einfach mit dem passenden Zubehör an ganz besondere Aufgaben anpassen – so lässt sich zum Beispiel mit speziellen Vorfiltern auch die Förderung von verschmutztem Wasser bewerkstelligen. 

Sobald die Gartenpumpe jedoch über eine längere Zeitspanne hinweg eine bestimmte Aufgabe erfüllen soll, ist es zwingend notwendig, dass man sie wetterfest einbaut. Hierzu ist es möglich, beispielsweise eine kleine Brunnenstube zu bauen. Aber es lässt sich auch ein unterirdisch angelegter Pumpraum errichten. Dieser wird in der Regel fest gemauert oder aber mit entsprechenden Betonringen installiert. Grundsätzlich muss das Pump-Aggregat im Winter frostsicher eingelagert werden, daher sollte es relativ leicht zugänglich sein. 

Brunnenbohr-Unternehmen beauftragen – auch eine Möglichkeit einen Brunnen zu bohren

Wer allerdings einen Brunnen bohren möchte und nicht die Lust, die Zeit oder das nötige handwerkliche Geschick besitzt, kann durchaus auch auf die Hilfe von Brunnenbohr-Unternehmen zurückgreifen. Dabei kann man davon ausgehen, dass die beauftragte Firma die Erdbohrarbeiten relativ schnell und zuverlässig erledigt. Allerdings sollte man auf jeden Fall Vergleichsangebote einholen. Ebenfalls ist es sinnvoll bei der Recherche die Bewertungen von anderen Auftraggebern zu studieren, die ebenfalls eines der fraglichen Unternehmen mit dem Brunnen bohren beauftragt hat. 

Dabei ist es auch wichtig, dass der Auftragnehmer mit einem entsprechenden Erfahrungsschatz aufwarten kann. Denn um die passende Bohrvariante anzuwenden, muss zunächst genau eruiert werden, welche geologischen Besonderheiten vor Ort herrschen. So wird für Mergel- oder Keuperböden ein völlig anderes Bohrverfahren angewandt wie zum Beispiel bei leichtem Sandboden. 

Brunnen bohren ist rentabel und legal

Oft wird angezweifelt, dass das Bohren nach Brunnenwasser legal sei. Dem ist auf gar keinen Fall so. Das Bohren nach Grundwasser ist legal und das kostbare Nass kann ungehindert genutzt werden. Nur wer beispielsweise das verbrauchte Wasser nicht in den natürlichen Kreislauf zurückbringt, sondern es in die Kanalisation leitet, muss einen Abwasserzähler installieren und dann auch die entsprechende Abwassergebühr entrichten. 

Brunnen bohren – Preise und Kosten

Die Kosten beim Bohren eines Brunnens hängen von der Größe des Bohrlochs und dessen Bohrtiefe ab. Außerdem selbstverständlich auch vom Untergrund. Hat man Lehm oder sehr hartes Gestein, dauert es naturgemäß länger, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist. Dementsprechend steigen die Kosten. Die Preise beginnen in der Regel so um die 1.500 Euro bis 3.000 Euro, nach oben hin gibt es allerdings keine Grenzen. Darüber hinaus müssen selbstverständlich auch noch die Anschaffungskosten für die Pumpe bedacht werden. Hier kommt es ebenso maßgeblich auf deren Größe und Leistungsfähigkeit an.

Fazit

Wenn man ein Fazit ziehen möchte, was das Bohren eines Brunnens anbelangt, dann lässt sich sagen, dass es sich durch einen Gartenbrunnen erheblich an Wasserkosten sparen lässt. Darüber hinaus erspart man sich oft lange Wege vom Haus in den Garten. Dabei ist es völlig egal, ob es um das Befüllen eines Pools geht, die Gartenpflanzen und der Rasen gegossen werden sollen oder lediglich das lustige Plätschern eines hübschen Gartenbrunnens angestrebt wird. Eine Brunnenbohrung lohnt sich auf jeden Fall, denn ein solcher ist rentabel, funktionell und in vielen Fällen sehr dekorativ.

Author Tobias Beuler

Aktualisiert: 05.06.2021

Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt.


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