Mehrgenerationenhaus bauen

Was ist ein Mehrgenerationenhaus eigentlich genau?

Der Begriff „Mehrgenerationenhaus“ ist mit unterschiedlichen Vorstellungen besetzt und wird auch verschieden definiert: Zum Beispiel gibt es ein von der Bundesrepublik gefördertes Projekt für Alt und Jung mit der Bezeichnung Mehrgenerationenhaus: Hierbei handelt es sich allerdings um Begegnungsstätten, die von ehrenamtlichen Helfern geleitet werden. In der vorliegenden Definition wollen wir uns jedoch mit dem Mehrgenerationenhaus beschäftigen, das mehreren Generationen einer Familie als gemeinsames Zuhause dient. Also Oma, Opa, Kinder und Enkel – alle zusammen unter einem Dach.

Bevor es gleich in die Details geht, hier vorab schon mal drei wichtige Vorteile, falls Sie überlegen, dass Mehrgenerationenhaus in Fertigbauweise zu bauen:

  1. Dann bauen Sie mit Festpreis – teures nachfinanzieren wird so vermeiden
  2. Wohngesundheit – durch den Baustoff Holz schafft man ein tolles Raumklima
  3. Kurze Bauzeit – Das spart Bereitstellungszinsen und man hat mehr Budget für die Ausstattung

Ein kleiner Nachteil:

Massivhäuser haben einen etwas besseren Schallschutz. Das umgeht man, wenn man mit guten, aber dadurch eben auch leicht teureren Fertighausanbietern baut. Qualität hat halt seinen Preis. Wer hier noch ein paar Tipps braucht, kann mir gerne eine Mail schicken. Je nach Ihrer Region gibt es noch den ein oder anderen Fertighausanbieter, der ein Mehrgenerationenhaus zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis bauen kann.

Ein Fußgängerweg der an mehreren Häusern vorbei führt auf dem sich mehrer Menschen befinden

Die Beweggründe für den Einzug in ein Mehrgenerationenhaus sind vielfältig

Gute Geldanlage:

Immobilien gelten grundsätzlich als wertbeständig. So ist in einem Haus, das gemeinsam genutzt wird, das Ersparte sehr gut angelegt. Im Resultat wird auf diese Weise ein gemeinsamer Wert geschaffen.

Kosten sparen

Wenn die Familie mit den Großeltern und Eltern unter ein Dach zieht, wird in der Regel die Miete für eine oder in vielen Fällen sogar zwei Mieten eingespart. Darüber hinaus kann zumeist deutlich mehr Eigenkapital in den Immobilienkauf eingebracht werden – ergo, die Baufinanzierung gestaltet sich günstiger. Sparpotenzial ist bei den anfallenden Nebenkosten gegeben, oft werden Verträge für Fernsehen, Telefon oder Strom lediglich einmal benötigt.

Gemeinsamer Haushalt

Auch vom Umstand, dass fortan in einem gemeinsamen Haushalt gelebt wird, profitieren alle Seiten gleichermaßen. Selbstverständlich sind es auch die ideellen Werte, die für viele ausschlaggebend sind ein Mehrgenerationenhaus zu bauen oder zu kaufen – für die Kinder ist immer jemand da und durch den Trubel des familiären Betriebs rundum, fühlt sich die ältere Generation nicht einsam. Darüber hinaus wird oft von der Oma ein leckeres Essen gekocht, während die junge Generation noch fleißig bei der Arbeit ist.

Erleichterung der Pflegekoordination

Selbstverständlich schafft das gemeinsame Wohnen unter einem Dach auch wesentliche Erleichterung, wenn es darum geht, den Belangen der älteren Generation nachkommen zu können. Dies sind beispielsweise die Lebensmittelversorgung, Medikamentenversorgung, Arztbesuche und im Pflegefall die einfachere Koordination eines Pflegedienstes.

Mehrgenerationenwohnen: Die Grundvoraussetzungen

Zunächst müssen alle, die sich in einem Mehrgenerationenhaus zusammentun wollen, über die Frage einig sein, ob sie dies auch wirklich wollen. Halbherzigkeit beim Entschluss kann später zu sehr unschönen Ergebnissen führen. Herrscht dann aber Einigkeit über den gemeinsamen Immobilienkauf, kann das Abenteuer “Mehrgenerationenhaus“ an den Start gehen.

Zwei weiße Häuser nebeneinander

Wichtige Fragen die zu klären sind, rund ums Mehrgenerationenwohnen

  • Welche Art von Immobilie soll es sein?
  • Wann soll das Mehrgenerationenhaus angegangen werden?
  • Wie sieht es mit der Regelung der Eigentumsverhältnisse aus. (Grundbucheintragung, Wohnrecht etc.)?
  • Was darf es kosten, das gemeinsame Generationenhaus?
  • Wie soll der Kaufpreis aufgeteilt werden und wer trägt welche Kosten, auch die laufenden?
  • Wie werden gemeinsamen Lebenshaltungskosten künftig aufgeteilt und wie geht man damit um?
  • Wer übernimmt welche Alltagsaufgaben im neuen Mehrgenerationenhaus?
  • Welche Regeln werden für das Zusammenleben aufgestellt?
  • Wie sieht es aus, wenn bei den älteren Hausbewohnern Pflegebedürftigkeit eintritt?
  • Zwar sind die Immobilien von Angehörigen ersten Grades geschützt und diese können im Rahmen ihres Immobilienbesitzes nicht zur Kasse gebeten werden. Stehen Oma und Opa jedoch als Eigentümer im Grundbuch, sieht es anders aus. Dann ist es sogar möglich, dass der Verkauf des Hauses angestrebt werden muss. Der Erlös wird dann für eventuell anfallende Pflegekosten eingesetzt. Hierbei stellen sich durchaus auch moralische Fragen, gebietet es im Falle eines Falles nicht ohnehin die Fairness eines Notverkaufs der Immobilie, um den Pflegebedürftigen einen menschenwürdigen und guten Lebensabend bieten zu können?

Diese und etliche weitere Fragen in diesem Zusammenhang sollten auf jeden Fall bereits vor dem Kauf des Mehrgenerationenhauses besprochen werden, ansonsten endet das als zunächst so perfekt durchdachte Projekt zum Schluss vielleicht im Fiasko.

Achtung: Stehen die Großeltern im Grundbuch und gehört ihnen damit ein Anteil des Hauses, kann das Sozialamt im Pflegefall darauf pochen, die Immobilie zu veräußern, um mit dem Erlös für die Pflegekosten aufzukommen. Lassen Sie sich auch in diesem Punkt juristisch beraten.

Staatliche Förderung von Mehrgenerationenhäusern

Als staatliche Förderstelle bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Unterstützung bei der Mehrgenerationenhaus-Finanzierung an: Zum Beispiel lassen sich mit dem Programm KfW 159 – für altersgerechtes Umbauen für die Umsetzung der entsprechenden baulichen Maßnahmen pro Wohneinheit zinsgünstige Kredite bis zur Höhe 50.000 Euro.

Hierbei kann es sogar sein, dass bei der Entscheidung für ein Mehrgenerationenhaus mit einer oder zwei Wohneinheiten als Mehrgenerationenhaus entscheiden, bis zu 100.000 Euro in Anspruch genommen werden können – vorausgesetzt, es handelt sich um voneinander getrennte Wohneinheiten, die altersgerecht umgebaut werden.

Sollte zu einem späteren Zeitpunkt Pflegebedürftigkeit der älteren Generation hinzukommen, kann ein Pflegegrad beantragt werden. Je nachdem wie diese Einstufung ausfällt, wird dann auch von der Pflegekasse Unterstützung finanzieller Art, für weitere bauliche Maßnahmen, zugesagt.

Welche Immobilienarten beim Generationenhaus?

Grundsätzlich sollte man sich zunächst darüber im Klaren sein, welche Immobilien infrage kommen, wenn es darum geht zusammen mit mehreren Generationen ein Haus zu beziehen. So stellen sich Fragen wie viele Wohneinheiten benötigt werden und wie sich das Mehrgenerationenhaus gestalten lässt. Ganz unabhängig von diesen Fragen sind es noch einige weitere Kriterien, wenn der Blick in die Zukunft schweift. Ein Kriterium ist dabei besonders wichtig: die Barrierefreiheit.

Mehrgenerationenhaus und Barrierefreiheit

Die Türen im Mehrgenerationenhauses sind derart eng, dass Rollstühle nicht hindurchpassen? Der Weg in den Garten wird zum Hürdenlauf, wenn er über die Terrassentür führt? Der Eingang zum Haus ist nur über mehrere, vielleicht sogar noch steile Stufen erklimmbar? Dies sind Erschwernisse, die speziell beim Leben im Alter zum großen Problem werden können. Selbst dann, wenn die Älteren noch fit sind beim Einzug: In wenigen Jahren schon, kann sich dies deutlich ändern.

Ein Auto sowie zwei Frauen stehen vor einem Haus

Mehrgenerationenhaus und Finanzierung

Wie bei jeder anderen Baufinanzierung auch, steht beim Generationenhaus die Wahl der jeweiligen Kreditform am Beginn der finanziellen Überlegungen. Ist das Vorhaben dann soweit gediehen, sollte beispielsweise darauf geachtet werden, wie es mit den Bauzeitzinsen aussieht. In diesem Zusammenhang kann der Fertigbauweise klar der Vorrang eingeräumt werden. Das Fertighaus, welches genauso als Mehrgenerationenhaus zu haben ist, wartet mit einem Festpreis und einer zügigen Bauzeit auf. Diese Punkte zusammengezählt, ergeben eine ordentliche Summe, die sich die Bauherren bei der Finanzierung bereits von vornherein sparen können.

Mehrgenerationenhaus und Grundstück

Nicht zuletzt, sondern ganz im Gegenteil – zu Beginn muss nach dem passenden Grundstück Ausschau gehalten werden. Hat es die ausreichende Größe, wie schaut es aus mit dem Bebauungsplan aus, kann das geplante Mehrgenerationenhaus überhaupt auf dem in Auge gefasste Baugrundstück errichtet werden? Wo befindet sich der nächstgelegene Kindergarten, die Apotheke, der Arzt, Ämter, Behörden usw. – also schlicht und ergreifend die Infrastruktur, rund um das geplante Haus? Denn es kommen auch die Wege zur Arbeit dazu und wie schaut es mit der Autobahnanbindung aus – oder allgemein der Verkehrsanbindung von Bus und Bahn?

Fazit

Das Mehrgenerationenhaus erweist sich für viele als hervorragende Alternative zum Neubau eines Einfamilienhauses. So lassen sich die Lasten auf mehreren Schultern verteilen, die Vorteile eines gemeinsamen Haushalts nutzen und die Älteren profitieren von den Jüngeren – und umgekehrt. Um Planungssicherheit zu bekommen, sollte man unbedingt über den Fertigteilbau nachdenken. Dieser lässt sich auch im Bereich Mehrgenerationenhaus vorzüglich realisieren. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Es werden Kosten bei der Finanzierung eingespart und die Planbarkeit des Vorhabens stellt sich hervorragend dar, was den zeitlichen Ablauf anbelangt. Beim Grundstückskauf gilt es allerdings Vorsicht walten zu lassen, denn die Immobilie muss darauf passen und im Bebauungsplan sollte auf eventuelle Fallstricke geachtet werden. Wer dies und selbstverständlich noch einiges mehr, bei der Planung des Projekts Mehrgenerationenhaus beherzigt, wird den Nutzen dieser Wohnform in aller Regel sehr schnell zu schätzen lernen.

Mehr Informationen zu Fertighäusern und weiteren Themen

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