Baugrunduntersuchung

Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler

Wer ein Grundstück für ein Eigenheim erwirbt, sollte im eigenen Interesse eine Bodenanalyse vor dem Grundstückskauf vornehmen lassen. So kann er sicher sein, dass die Voraussetzung für einen qualitativ hochwertigen Baugrund gegeben ist. Mit der Bodenanalyse ist sichergestellt, dass später die statischen Berechnungen absolut korrekt sind. Der Bauherr bekommt so Planungssicherheit und Bauverzögerungen mit daraus resultierenden Problemen können verhindert werden. Im Folgenden werden wichtige Fragen zum Thema beantwortet.

Was ist eine Baugrunduntersuchung?

Mithilfe von Bodenanalysen kann eine Erkundung des Baugrunds erfolgen. Dies bedeutet, dass verschiedene Verfahren eingesetzt werden, um die Bodenbeschaffenheit und die Zusammensetzung des Baugrundes zu ermitteln. Ergebnisse aus dieser Untersuchung werden von Geologen analysiert und anschließend im Rahmen eines Bodengutachtens festgehalten.

Für jedes neue Bauvorhaben ist eine Baugrunduntersuchung zwingend vorgeschrieben. Nur so kann die Eignung des Baugrundes sowie der Aufbau der Gründung bestimmt werden. Gibt es Gründungs- oder Baugrundschäden bei Bestandsgebäuden, ist die Baugrunduntersuchung nicht vorgeschrieben, aber für die Planungssicherheit unverzichtbar.

Ist eine Baugrunduntersuchung nötig?

Damit bei der Sanierung einer Gründung eine eventuelle Schadensursache erkannt werden kann, ist die Baugrunduntersuchung notwendig. So können weitere Schäden durch das Einwirken der Schadensursache verhindert werden.

Eine eindeutige Aussage zur Schadensursache kann nicht allein durch Risse im Mauerwerk oder durch andere Symptome getroffen werden. Es müssen die Schadensbilder in Kombination mit den Ergebnissen der Baugrunduntersuchungen ausgewertet werden. Stehen notwendige Baugrundverbesserungsarbeiten an, ist es wichtig zu wissen, wie der Boden aufgebaut ist. So lässt sich erkennen, woraus die Bodenschichten, die ersetzt oder verbessert werden müssen, bestehen und wo sie liegen. Zu den wichtigen Angaben zählt auch die Tiefe des Grundwassers.

Aus diesem Grund sind für eine Gründungssanierung die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung essenziell wichtig.

Muss bei einfachen Fällen nicht zu tief gebohrt werden, können die Baugrunderkundungen im Rahmen von Kleinrammbohrungen durchgeführt werden. Dies ist auch unter beengten Verhältnissen zu realisieren.

Kriterien der Beurteilung

Um Baugrunduntersuchungen beurteilen zu können, gibt es einige Kriterien. Dazu gehören:

  • bodenmechanische Eigenschaften
  • Tragfähigkeit des Bodens
  • Wassergehalt des Bodens
  • Wasserdurchlässigkeit
  • Frost-Beständigkeit des Bodens

Alle Ergebnisse beruhen auf DIN 4020 und werden hierzu in drei geotechnische Kategorien eingeteilt.

Geotechnische Kategorie 1

Die Ansprüche sind hier sehr niedrig. So klassifizierte Böden erlauben das Errichten von Gebäuden auf ebenen und tragfähigen Untergründen, welche weder einen Einfluss auf das Grundwasser noch auf die Umgebung haben.

Geotechnische Kategorie 2

Bei Kategorie 2 können Gebäude mit komplizierten Konstruktionen oder bei problematischen Verhältnissen des Baugrundes errichtet werden. Kenntnisse und geotechnische Erfahrungen sind hier sehr wichtig.

Geotechnische Kategorie 3

Dazu gehören sämtliche Bauvorhaben, die nicht in die Kategorien 1 oder 2 eingeordnet werden können.

Methoden der Baugrunduntersuchung

Zur Untersuchung des Baugrundes zählen die wichtigen Methoden

  • Bohren
  • Schürfen
  • Sondieren

Welches der drei Verfahren genutzt wird, ist immer von den Gegebenheiten auf dem Grundstück abhängig.

Was ist ein Bodengutachten?

In Fachkreisen wird das Bodengutachten auch als bodenmechanisches Gutachten bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen geotechnischen Bericht. Dieser muss von einem Bodengutachter (Sachverständigen für Geotechnik) erstellt werden.

Im Bodengutachten werden die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung festgehalten. In den meisten Fällen gehört zum Bodengutachten eine Beurteilung mit verschiedenen Handlungsempfehlungen für die Gründung der geplanten Baumaßnahme.

Wann ist ein Bodengutachten Pflicht?

Für jedes Bauvorhaben muss ein Bodengutachten erstellt werden. Dabei muss dem Architekten oder dem Bauingenieur klar sein, dass die Verantwortung für die zu schaffenden Grundlagen der Planung bei ihm liegt. Handelt es sich für ihn um ein fachfremdes Gebiet, muss er in seinem eigenen Interesse den Bauherren auf die Notwendigkeit eines Bodengutachtens hinweisen, um so die Verantwortung zu begrenzen. Dabei muss er den Bauherren schriftlich darauf hinweisen, dass dieser einen Bodengutachter mit der Erstellung von einem Gutachten beauftragen muss.

Was beinhaltet ein Bodengutachten?

Alle Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen sind im Bodengutachten dokumentiert. Zu den wesentlichen Inhalten gehören:

  • Hinweise zur Art und Bemessung der Gründung
  • Interaktion von Bauwerk und Boden inklusive Standsicherheitsnachweisen
  • Höchster Grundwasserstand
  • Sicherungsmaßnahmen gegen eine Vernässung
  • Verwertung bzw. Entsorgung des Aushubbodens

Allgemeine Informationen

In der Regel werden im Bodengutachten der Auftraggeber erwähnt und der Auftrag beschrieben. Zur Beschreibung gehören Form des Bauvorhabens, der Ort und die genaue Lage. Letzteres beinhaltet die Gemarkung, der Flur und das Flurstück. In einigen Fällen gehört auch ein Lageplan mit Eigenschaften dazu. Dieser ist sehr oft in den Anlagen zu finden. Ebenfalls im Gutachten enthalten sein müssen Quellen und Normen zur Erstellung.

Die Art der Baugrunduntersuchung

Es gibt verschiedene Methoden, den Baugrund zu untersuchen. Ziel ist es, die Schichtenfolge und die Zusammensetzung der Bodenschichten zu erhalten. Des Weiteren werden Kenntnisse benötigt, wie dicht die Schichten gelagert sind.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten haben wir kurz zusammengefasst:

  • Rammkernsondierung (RKS) – In den Boden werden hohle und seitlich offene Stahlsonden gerammt. Sobald die gewünschte Tiefe erreicht ist, werden diese entnommen. Damit wird die Schichtenfolge des Baugrundes abgebildet.
  • Rammsondierung – Die Ausführung kann mit leichten (DPL), mittelschweren (DPM) und schweren Rammsonden (DPS) erfolgen. Dazu wird ein definiertes Gewicht aus einer Fallhöhe von 50 cm auf einen Stab fallen gelassen. Der Stab dringt in den Baugrund ein. Dabei wird gemessen, wie viele Schläge nötig sind, um 10 cm in den Baugrund einzudringen. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Lagerungsdichte der einzelnen Schichten.
  • Versickerungsversuch – Es wird ermittelt, inwieweit der Boden Wasser aufnimmt. Dies zeigt dem Bauherren, ob Regenwasser auf dem Grundstück versickern kann, denn dann muss Wasser nicht eingeleitet werden. Durch die Infiltrationsrate beim Versickerungsversuch kann bemessen werden, ob Rigolen oder Versickerungsmulden nötig sind.
  • Schürfen – Mit einem Bagger werden im Beisein eines Sachverständigen für Geotechnik Löcher gemacht. So können Schichten erkannt und bewertet werden. Zudem steht durch eine solche Untersuchung Material für Proben und Analysen im Labor zur Verfügung.

Angaben zu Wasser und Grundwasser

Sowohl für die Bauphase als auch für das Gebäude kann der Grundwasserstand Auswirkungen haben. Daher enthält das Baugrundgutachten Angaben dazu. Meistens wird der Bemessungsgrundwasserstand (HGW) angegeben. Hiermit wird der höchst zu erwartende Grundwasserstand angegeben. Hierfür steht auch die Abkürzung HGW für Höchster Grundwasserstand.

Nicht immer liegt die Gründung des Gebäudes im Grundwasser. Allerdings kann zeitweise aufstauendes Sickerwasser vorkommen. Es handelt sich hierbei um Regenwasser, das wegen wenig durchlässiger Böden nur langsam versickert. Das Wasser drückt auf die Kellerwände des Gebäudes. Im Rahmen der Baugrunduntersuchung werden die Bodenarten festgestellt, sodass, sodass klar ist, ob zeitweise aufstauendes Sickerwasser möglich ist.

Angaben zur Bauausführung

Das Baugrundgutachten enthält Hinweise zur Bauausführung. Dabei werden Angaben zur Wasserhaltung, dem Böschungswinkel und dem Böschungsschutz gemacht. Ist eine Grundwasserabsenkung aufgrund der Wasserhaltung erforderlich, muss diese vom Bauherren beantragt werden. Zusätzlich muss er die höheren Kosten kalkulieren. Informationen zum Böschungswinkel wirken sich auf die Größe der Baugrube und somit auch auf die Kosten aus. Je nach Boden muss die Böschung mit Planen vor einer Durchnässung geschützt werden. Dies führt zu Mehrkosten. Sind Böschungen nicht möglich, kann ein Verbau notwendig werden, der ebenfalls höhere Kosten verursacht.

Die Gründungsempfehlung

Anhand der Baugrunduntersuchung können Experten Empfehlungen zur Gründung gegeben werden. Sofern die Art der Bebauung bekannt ist, können die Empfehlungen exakt gegeben werden. Bei Häusern stehen zwei Varianten zur Wahl. Zum einen die Gründung mit Bodenplatte und zum anderen die Gründung mit Streifenfundamenten. Für jede Variante werden die zulässige Bodenpressung und weitere Werte genannt. Die Daten werden vom Tragwerksplaner für seine Berechnungen benötigt. Des Weiteren werden Empfehlungen für die Expositionsklasse des Betons und dessen Verarbeitung gegeben, welche ebenfalls vom Tragwerksplaner bei der Planung berücksichtigt werden.

Empfehlungen zur Gebäudeabdichtung

Es gibt zwei Arten der Abdichtung von Kellern oder Sockelbereichen – nach DIN 18533 oder nach der WU-Richtlinie.

Je nach Beschaffenheit des Bodens wird im Baugrundgutachten eine Abdichtung empfohlen. Dabei geht es nur um die Kategorie und nicht um das verwendete Material. Gemeinsam mit dem Architekten wird die Art des benötigten Baustoffs festgelegt.

Angaben zur Versickerung

Wie gut das Oberflächenwasser versickern kann, ist abhängig von der Durchlässigkeit der Böden sowie den baulichen Maßnahmen zur Versickerung.

Die Versickerung ist über Mulden, Rigolen und Rohre möglich. Wie die baulichen Maßnahmen zur Versickerung aussehen, hängt von der Größe der versiegelten Fläche sowie der Versickerungsfähigkeit des Bodens ab.

Was wird bei einem Bodengutachten gemacht?

Zu den erforderlichen geotechnischen Untersuchungen gehört die bautechnische Beurteilung der vorhandenen Böden mittels der nötigen ingenieurgeologischen, hydrogeologischen, bodenmechanischen, umwelttechnischen und chemischen Untersuchungen.

Wer macht ein Bodengutachten?

Dafür zuständig sind Sachverständige für Geotechnik, auch Bodengutachter genannt. Bei den Bodengutachtern kann es sich um Geologen oder um Bauingenieure handeln.

Wer ist für eine Baugrunduntersuchung verantwortlich?

Grundsätzlich ist der Bauherr für das Grundstück und seine ordnungsgemäße Beschaffenheit und damit auch für die Baugrunduntersuchung verantwortlich.

Baugrunduntersuchung und Hausbau

Wer ein Eigenheim auf einem bestimmten Baugrund errichten will, hat die Pflicht ein Baugrundgutachten in Auftrag zu geben. Dies muss den Vorschriften der DIN 4020 entsprechen. Es muss daher genau Aussagen über den untersuchten Baugrund enthalten. Dazu gehören, ob die Tragfähigkeit vom Baugrund ausreichend für das Gebäude ist und ob es zu Wechselwirkungen kommen kann. Des Weiteren soll damit herausgefunden werden, ob auf dem Baugrund gesundheitsgefährdende Stoffe oder giftige Chemikalien vorhanden sind.

Was kostet eine Baugrunduntersuchung?

Die Kosten sind von einer Reihe von Faktoren abhängig. Bei größeren Bauvorhaben muss mit Kosten von 1 bis 2 Prozent der Gesamtbausumme gerechnet werden. Bei kleineren Bauvorhaben belaufen sich die Kosten oft unter 1 Prozent der Gesamtbaukosten. Für ein Einfamilienhaus kann im Schnitt mit Kosten von 1.000 € bis 3.000 € gerechnet werden. Diese Mehrkosten lohnen, da das Projekt bzw. die Maßnahme eine sichere Grundlage hat.

Fazit zur Baugrunduntersuchung

Bodenanalysen sind ist vor dem Hausbau eine lohnende Investition. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Fertighaus oder ein Massivhaus errichtet werden soll. Durch die Baugrunduntersuchung bekommen Bauherren Sicherheit über die geologische Bodenbeschaffenheit und vieles mehr. Das Gutachten des Baugrundes sollte nach Meinung der Experten auf keinen Fall fehlen, wenn ein Haus gebaut werden soll.

Autor Tobias Beuler

Aktualisiert: 05.06.2021

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Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt.


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