Autor: Tobias Beuler - Fertighausexperte
Kategorie: Bau Wiki
Zuletzt aktualisiert: 5. July 2026
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Ein Reihenhaus ist eine Wohnform, die Wohneigentum mit Garten auch dort ermöglicht, wo freistehende Einfamilienhäuser für viele Haushalte schlicht unerschwinglich sind. Die Einheiten sind seitlich aneinandergebaut, teilen gemeinsame Trennwände und stehen auf eigenem Grundstück – das hält die Baukosten beim Hausbau niedrig und macht das Reihenhaus zur meistgefragten Eigentumsform für Familien.
Wer ein Reihenhaus bauen oder kaufen möchte, steht vor einer Reihe von Entscheidungen: Bestand oder Neubau? Fertighaus oder Massivbau? Welche Kosten pro Quadratmeter sind realistisch, welche Förderungen nutzbar? Das Reihenhaus gilt dabei als gute Alternative zum freistehenden Haus – wer beim Bau klug plant, kann sparen, ohne auf Wohnkomfort und individuelle Wünsche verzichten zu müssen.
Inhaltsverzeichnis
Kurz & Kompakt - Das Wichtigste
Reihenhaus Kosten 2026: Die Bauwerkskosten liegen je nach Ausstattung zwischen 2.200 und 3.800 Euro pro m² – inklusive Grundstück und Nebenkosten sind für ein 130 m² Reihenhaus 450.000 bis 600.000 Euro realistisch
Fertighaus oder Massivbau: Wer ein Reihenhaus bauen möchte, hat die Wahl – das Fertighaus punktet mit 3 bis 6 Monaten Bauzeit und Festpreissicherheit, der Massivbau mit mehr Gestaltungsfreiheit
Kaufen oder neu bauen: Ein bestehendes Reihenhaus kaufen ist kurzfristig verfügbar und oft günstiger, birgt aber Sanierungsrisiken – der Neubau bietet aktuelle Energiestandards und freie Grundrissgestaltung
Reihenhaus kaufen Nebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar und Makler summieren sich auf 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises – bei 450.000 Euro sind das bis zu 67.500 Euro zusätzlich
Förderung beim Reihenhaus: KfW-Programm 297 und BAFA-Zuschüsse sind beim Neubau nutzbar – Anträge müssen zwingend vor Baubeginn gestellt werden
Definition und Merkmale eines Reihenhauses
Ein Reihenhaus ist ein Wohngebäude, das als Teil einer Reihe gleichartiger Einheiten errichtet wird. Jede Einheit hat einen separaten Eingang, ein eigenes Grundstück und in der Regel einen kleinen Garten. Die seitlichen Trennwände senken die Baukosten und verbessern die Grundstücksausnutzung gegenüber freistehenden Häusern. Die Wohnfläche liegt typischerweise zwischen 100 und 150 m², verteilt auf zwei oder drei Geschosse.
Reihenmittelhaus, Reihenendhaus und Doppelhaus
Das Reihenmittelhaus ist beidseitig angebaut – die Nachbareinheiten wirken als Wärmepuffer und senken die Heizkosten spürbar, erkauft mit weniger Privatsphäre und eingeschränktem Lichteinfall. Das Reihenendhaus ist nur einseitig angebaut, bietet mehr Fensterfläche und Gestaltungsspielraum, liegt aber preislich 5 bis 10 Prozent höher. Das Doppelhaus teilt nur eine gemeinsame Trennwand und steht damit zwischen Reihenhaus und freistehendem Einfamilienhaus.
Beliebtheit von Reihenhäusern als Wohnform
Reihenhäuser zählen zu den meistgefragten Immobilientypen in Deutschland. Wer ein Haus mit Garten anstrebt und dabei sparen möchte, findet im Reihenhaus eine gute Alternative zum freistehenden Einfamilienhaus – für viele Familien ist es eher das Traumhaus als ein Kompromiss, gerade weil moderne Reihenhäuser architektonisch hochwertig und individuell gestaltbar sind. Viele Siedlungen entstehen mit gemeinschaftlichen Grünflächen und Spielplätzen, was das Nachbarschaftsgefühl zusätzlich stärkt.
Vor- und Nachteile eines Reihenhauses
Reihenhäuser bieten klare Stärken, haben aber auch Grenzen. Wer beide Seiten kennt, trifft die bessere Entscheidung.
Was spricht für ein Reihenhaus?
Günstigerer Einstiegspreis als beim freistehenden Einfamilienhaus
Gemeinsame Trennwände fungieren als natürliche Isolierung und senken den Heizenergieverbrauch spürbar – Reihenmittelhäuser profitieren davon beidseitig
Weniger Außenfläche bedeutet weniger Pflege- und Instandhaltungsaufwand
Oft gute Lage in gewachsenen Wohngebieten mit kurzen Wegen zu Schulen, Einkauf und Nahverkehr
Gemeinschaftliche Anlagen wie Grünflächen und Spielplätze stärken das Nachbarschaftsgefühl
Hohe Wiederverkaufsfähigkeit in gefragten Lagen
Was spricht gegen ein Reihenhaus?
Schallübertragung durch gemeinsame Trennwände – Qualität hängt stark vom Schallschutzstandard ab
Eingeschränkte Gestaltungsfreiheit bei Fassade, Dach und Außenanlagen durch Gemeinschaftsregelungen
Weniger Privatsphäre durch räumliche Nähe zu den Nachbarn
Schmale, tiefe Grundrissform begrenzt den natürlichen Lichteinfall in der Haustiefe
Kaum Spielraum für Erweiterungen oder Anbauten
Für wen eignet sich ein Reihenhaus als Wohnoption?
Nicht jede Wohnsituation passt gleichermaßen zum Reihenhaus. Es gibt Lebenssituationen, in denen es nahezu ideal ist – und andere, in denen es deutliche Abstriche bedeutet.
Zielgruppen im Überblick
Familien mit Kindern zählen zur Kernzielgruppe: Eigener Garten, überschaubare Wohnfläche und kinderfreundliche Wohnlagen machen das Reihenhaus zur bevorzugten Eigentumsform junger Familien, die ein eigenes Haus bauen oder kaufen möchten. Auch Paare, die erstmals Wohneigentum erwerben möchten, finden hier einen realistischen Einstieg – und leben somit im Eigentum, ohne die Kosten eines freistehenden Hauses tragen zu müssen. Weniger geeignet ist das Reihenhaus für Menschen mit starkem Bedürfnis nach Ruhe und Abstand, für Großfamilien mit sehr hohem Platzbedarf oder für alle, die ein individuelles Architekturprojekt verwirklichen wollen.
Faktoren bei der Entscheidung
Neben persönlichen Präferenzen spielen das Budget, die Grundstücksverfügbarkeit in der Wunschlage und der lokale Immobilienmarkt die entscheidende Rolle. Wie wichtig ist ein eigener Garten im Vergleich zu einer großen Wohnfläche? Lässt sich mit gelegentlicher Schallübertragung umgehen? Besteht die Bereitschaft, Gemeinschaftsregelungen zu Fassade und Dach zu akzeptieren? In vielen Ballungsräumen ist das Reihenhaus keine Kompromisslösung mehr, sondern die einzig realistische Option für Wohneigentum mit Garten.
Planung und Gestaltung eines Reihenhauses
Die schmale, tiefe Grundform eines Reihenhauses – häufig 6 bis 8 Meter breit und 10 bis 12 Meter tief – erfordert andere Planungsansätze als ein freistehendes Haus. Licht, Raumaufteilung und Schallschutz sind die drei Themen, die beim Reihenhaus planen von Anfang an mitgedacht werden müssen.
Wie wird der Grundriss eines Reihenhauses optimal gestaltet?
Ein offener Wohn-Ess-Küchen-Bereich im Erdgeschoss verbessert das Raumgefühl trotz schmaler Grundfläche am stärksten. Die Treppe mittig oder seitlich zu platzieren, vermeidet Durchgangszonen. Da Tageslicht nur von Vorder- und Rückseite einfällt, schaffen Dachflächenfenster, Glasfronten zur Gartenseite oder Lichtschächte die nötige Helligkeit in der Haustiefe. Balkone und Dachterrassen erweitern den Wohnraum nach oben und werten schmale Grundrisse deutlich auf.
Möglichkeiten zur Individualisierung
Wer ein Reihenhaus als Fertighaus baut, hat bei Grundriss, Fassade, Materialien und Haustechnik weitgehend freie Hand. Bei Projektentwicklungen sind die Optionen häufig auf vorgegebene Varianten begrenzt – Sonderwünsche sind aber meist möglich, wenn sie früh angemeldet werden. Wer erst während der Bauphase Änderungen einbringt, zahlt dafür in der Regel deutlich mehr.
Was ist beim Schallschutz zu beachten?
Die Trennwände zwischen den Einheiten müssen mindestens die Anforderungen der DIN 4109 erfüllen. Empfohlen wird der erhöhte Schallschutz nach Beiblatt 2 der DIN 4109 mit einem bewerteten Schalldämm-Maß von mindestens 57 bis 62 dB. Eine massereiche, mehrschalige Trennwand ist dafür die Voraussetzung – moderne Fertighäuser erreichen diesen Standard zuverlässig. Wer beim Schallschutz spart, zahlt später mit Einbußen im Alltag.
Was gilt beim Abstand zum Nachbarn?
An der gemeinsamen Trennwand beträgt der Abstand zum Nachbargrundstück per Definition null. Alle anderen Außenwände müssen die in der jeweiligen Landesbauordnung vorgeschriebenen Abstandsflächen einhalten. Welche Maße konkret gelten, klärt der Bebauungsplan – vor dem Grundstückskauf ein Pflichtlektüre.
Kosten eines Reihenhauses
Die Kosten für ein Reihenhaus setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Ein realistisches Gesamtbild entsteht nur, wenn alle Positionen berücksichtigt werden – nicht nur die Bauwerkskosten.
Was kostet ein Reihenhaus pro m²?
Die reinen Bauwerkskosten liegen 2026 je nach Ausstattungsklasse bei:
| Ausstattungsklasse | Kosten pro m² Wohnfläche |
| Einfach | 2.200–2.600 Euro |
| Standard | 2.600–3.200 Euro |
| Gehoben | 3.200–3.800 Euro |
| Fertigbau schlüsselfertig | 2.500–3.500 Euro |
Reihenmittelhäuser liegen dabei 5 bis 10 Prozent unter dem Preisniveau von Reihenendhäusern, da sie weniger Außenwandfläche aufweisen.
Gesamtkosten im Überblick
Neben den Bauwerkskosten fallen weitere Positionen an, die bei der Kalkulation nicht fehlen dürfen:
| Kostenposition | Typische Spanne |
| Grundstück | 80.000–200.000 Euro |
| Keller (optional) | 30.000–60.000 Euro |
| Außenanlagen und Stellplatz | 15.000–35.000 Euro |
| Baunebenkosten | 15–20 % der Baukosten |
| Instandhaltungsrücklage (p. a.) | ca. 1 % des Gebäudewertes |
Für ein 130 m² Reihenhaus in einer Mittelstadt sind Gesamtkosten von 450.000 bis 600.000 Euro realistisch. Stellplätze sind in Reihenhaussiedlungen oft knapp – vor Kauf oder Vertragsabschluss sollte geprüft werden, ob Garage oder Stellplatz zum Objekt gehören oder separat erworben werden müssen.
Einsparpotenziale beim Bau
Die größten Stellschrauben beim Hausbau sind die Wahl der Bauweise und der Verzicht auf den Keller. Die Fertigbauweise spart gegenüber dem Massivbau durch kürzere Bauzeit und geringere Lohnkosten. Ein ausgebautes Dachgeschoss ersetzt den Keller oft kostengünstiger. Standardisierte Grundrisse statt vollindividueller Planung und eine frühzeitige Festpreisvereinbarung mit dem Baupartner schließen teure Nachträge beim Bau weitgehend aus – und machen das Reihenhaus somit zu einer der planbarsten Formen des Hausbaus.
Finanzierung eines Reihenhauses
Die Finanzierung eines Reihenhauses steht auf mehreren Säulen – Eigenkapital, Bankdarlehen und staatliche Förderungen ergänzen sich.
Optionen zur Finanzierung
Ein gesundes Finanzierungsmodell sieht mindestens 20 Prozent Eigenkapital vor – idealerweise deckt dieses die Kaufnebenkosten vollständig ab. Der verbleibende Betrag wird über Annuitätendarlehen finanziert. Beim Neubau bietet das KfW-Programm 297 (Klimafreundlicher Neubau) zinsgünstige Darlehen bis 150.000 Euro sowie Tilgungszuschüsse bei Erreichen des KfW-40-Standards oder QNG-Siegels. Familien mit Kindern können zusätzlich das KfW-Programm 300 (Wohneigentumsförderung) nutzen, das einkommensabhängige Tilgungszuschüsse vorsieht. Für erneuerbare Energien und Wärmepumpen sind BAFA-Zuschüsse abrufbar; viele Bundesländer haben darüber hinaus eigene Förderprogramme aufgelegt.
Wie wählt man das günstigste Finanzierungspaket?
Konditionen von mindestens drei Banken oder Finanzierungsvermittlern sollten verglichen werden. Besonders relevant sind Zinsbindungsdauer (10, 15 oder 20 Jahre), anfänglicher Tilgungssatz (mindestens 2 Prozent) und die Möglichkeit zu Sondertilgungen. Eine Sondertilgungsoption erlaubt es, unerwartete Geldzuflüsse – etwa Erbschaft oder Bonuszahlungen – zur vorzeitigen Ablösung eines Teils des Kredits zu nutzen, was die Restlaufzeit verkürzt und die Gesamtzinskosten senkt. Bei Reihenhäusern, die als Teil einer Gesamtanlage gebaut werden, nimmt jede Partei ihren eigenen Kredit auf – das hält die Finanzierung übersichtlich und vermeidet gegenseitige Abhängigkeiten. KfW-Fördermittel müssen vor Baubeginn beantragt werden – eine nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen.
Standort und Grundstück
Die Lage eines Reihenhauses bestimmt nicht nur die Wohnqualität, sondern auch den langfristigen Wertzuwachs der Immobilie. Eine schlechte Lage lässt sich durch Renovierung und Ausbau nicht korrigieren.
Tobias Beuler von Fertighausexperte bringt es auf den Punkt: „Wer beim Grundstück spart und dafür eine schlechte Lage in Kauf nimmt, verliert beim Wiederverkauf oft mehr, als er beim Kauf gespart hat.”
Kriterien zur Standortwahl
Anbindung an öffentlichen Nahverkehr und Straßennetz
Nähe zu Schulen, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten
Lärm- und Immissionsbelastung durch Verkehr oder Industrie
Entwicklungsperspektive der Region: Bevölkerungswachstum und Wirtschaftsstruktur
Regionale Bauvorschriften und Bebauungsplan
Je nach Bundesland und Gemeinde gelten unterschiedliche Anforderungen an Bebauungspläne, Abstandsflächen, Grundflächenzahl (GRZ) und gestalterische Vorgaben. Nicht jedes Grundstück lässt Reihenhausbebauung zu – der geltende Bebauungsplan sollte vor dem Kauf vollständig geprüft werden, idealerweise durch einen erfahrenen Architekten oder Baurechtsexperten.
Lage, Größe und Beschaffenheit des Grundstücks
Südausrichtung des Gartens verbessert die Wohnqualität und erleichtert die Nutzung von Solarenergie
Typische Grundstücksgrößen liegen zwischen 150 und 350 m² – schmale, tiefe Zuschnitte erfordern besonders durchdachte Grundrisse
Ein Bodengutachten vor dem Kauf schützt vor teuren Überraschungen bei Tragfähigkeit und Grundwasserstand
Nicht erschlossene Grundstücke verbergen oft erhebliche Zusatzkosten für Leitungsanschlüsse
Grundstücke in wachsenden Regionen mit guter Infrastruktur entwickeln sich wertstabiler – die Wiederverkaufsfähigkeit hängt maßgeblich von Lage und regionaler Nachfrage ab
Bauprozess eines Reihenhauses
Der Weg vom Grundstückskauf bis zum bezugsfertigen Reihenhaus umfasst mehrere Phasen, die gut koordiniert sein wollen. Wer den Ablauf kennt, vermeidet unnötige Verzögerungen und Kostenüberschreitungen.
Wie läuft der Bauprozess ab?
Grundstückskauf und Finanzierungsfreigabe
Beauftragung eines Architekten oder Fertighausherstellers
Entwurfsplanung und Grundrissabstimmung
Bauantrag einreichen – Wartezeit je nach Gemeinde mehrere Wochen bis Monate
Vergabe der Bauleistungen (Massivbau) oder Vertragsabschluss (Fertighaus)
Erdarbeiten, Fundamentherstellung und Kanalisation
Rohbau oder Fertighaus-Montage
Innenausbau: Heizung, Sanitär, Elektro, Bodenbelag
Abnahme und Übergabe
Rolle der Baufirma und Baukoordination
Bei der Massivbauweise liegt die Koordination der einzelnen Gewerke beim Bauherrn oder einem beauftragten Bauleiter. Beim Fertighaus übernimmt der Hersteller die Koordination aller Leistungen bis zur Schlüsselfertigkeit – das reduziert den organisatorischen Aufwand für den Bauherrn erheblich und minimiert das Risiko von Problemen an den Schnittstellen zwischen den Gewerken.
Reihenhaus als Fertighaus oder Massivhaus?
Die Wahl der Bauweise beeinflusst Kosten, Bauzeit und gestalterische Freiheit gleichermaßen. Beide Varianten haben heute ein vergleichbares Qualitätsniveau – die Unterschiede liegen vor allem im Prozess.
| Kriterium | Fertighaus | Massivbau |
| Bauzeit | 3–6 Monate ab Aufstellung | 12–18 Monate |
| Kostensicherheit | Hoch (Festpreis) | Mittel (Nachtragsrisiko) |
| Energieeffizienz | Sehr gut (werkseitige Kontrolle) | Gut (abhängig von Ausführung) |
| Individualität | Hoch (Grundriss frei planbar) | Sehr hoch |
| Schallschutz | Gut (spezielle Trennwandsysteme) | Gut (Massivwand) |
Moderne Fertighäuser in Holzrahmenbauweise erreichen dieselben Schallschutz- und Energiestandards wie Massivbauten. Wer eher auf Planungssicherheit und kurze Bauzeit setzt als auf maximale Gestaltungsfreiheit, ist beim Reihenhaus als Fertighaus gut aufgestellt. Für Reihenhäuser, die in größeren Einheiten gleichzeitig gebaut werden, ist die Fertigbauweise besonders effizient – sowohl für private Bauherren als auch für Projektentwickler.
Einzug und Wohnen im Reihenhaus
Der Einzug ins Reihenhaus markiert den Abschluss eines langen Prozesses – und den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Wer die Besonderheiten der Wohnform von Anfang an einplant, wohnt auf hohem Qualitätsniveau.
Leben im Reihenhaus im Alltag
Reihenhauslagen sind häufig durch kurze Wege, belebte Nachbarschaften und gut ausgebaute Infrastruktur geprägt. Die räumliche Nähe in Reihenhaussiedlungen bietet auch praktische Vorteile: Nachbarn unterstützen sich gegenseitig, was besonders für Familien mit Kindern oder ältere Bewohner einen spürbaren Unterschied machen kann. Transparente Kommunikation und gegenseitiger Respekt sind dabei die Grundlage für ein dauerhaft harmonisches Zusammenleben.
Reihenhaus kaufen oder bauen?
Die Entscheidung zwischen Bestandskauf und Neubau hängt von Lage, Budget und dem Anspruch an Individualität ab. Beide Wege haben klare Stärken und Risiken.
| Kriterium | Fertighaus | Massivbau |
| Bauzeit | 3–6 Monate ab Aufstellung | 12–18 Monate |
| Kostensicherheit | Hoch (Festpreis) | Mittel (Nachtragsrisiko) |
| Energieeffizienz | Sehr gut (werkseitige Kontrolle) | Gut (abhängig von Ausführung) |
| Individualität | Hoch (Grundriss frei planbar) | Sehr hoch |
| Schallschutz | Gut (spezielle Trennwandsysteme) | Gut (Massivwand) |
Bestandskäufer profitieren von kurzfristiger Verfügbarkeit und oft günstigeren Kaufpreisen, tragen aber das Risiko von Renovierungsstau und veralteten Energiestandards. Neubauten erfordern mehr Zeit und höhere Baukosten, bieten dafür aktuelle Energieeffizienz, freie Grundrissgestaltung und keine versteckten Altlasten. Wer beim Kauf eines Bestandsreihenhauses besonders auf Schallschutz, Energieausweis und mögliche Gemeinschaftsregelungen zu Fassade und Dach achtet, vermeidet die häufigsten Kostenfallen.
Alternativen zum Reihenhaus
Ein Reihenhaus ist nicht für jede Lebenssituation die optimale Wohnform. Der Vergleich mit anderen Optionen hilft, die richtige Entscheidung zu treffen.
Das freistehende Einfamilienhaus bietet maximale Privatsphäre und hohe Gestaltungsfreiheit, ist aber teurer in Kauf und Unterhalt und bedeutet mehr Pflegeaufwand rund ums Haus. Das Doppelhaus liegt als Kompromiss zwischen Reihenhaus und Einfamilienhaus – es teilt nur eine Trennwand, bietet somit mehr Privatsphäre als das Reihenmittelhaus, ist aber preislich oft vergleichbar mit dem Reihenendhaus. Die Eigentumswohnung ermöglicht einen günstigeren Einstieg mit wenig Wartungsaufwand, bietet aber weder Garten noch das Gefühl eines eigenen Hauses; Gemeinschaftseigentum und Hausgeldverpflichtung schränken die Autonomie ein. Die Mietwohnung bleibt die flexibelste Option, ermöglicht aber keinen Vermögensaufbau durch Wohneigentum.
Wer zwischen Reihenhaus und Eigentumswohnung abwägt, findet auf Hausbauexperte einen ausführlichen Vergleich beider Wohnformen mit Blick auf Kosten, Förderung und Lebenssituationen.
Fazit zum Reihenhaus
Das Reihenhaus ist eine der zugänglichsten und gefragtesten Formen des Wohneigentums in Deutschland. Es verbindet eigenen Garten, klar abgegrenzten Wohnbereich und überschaubare Kosten auf eine Weise, die für viele Familien kaum zu überbieten ist. Ob als Bestandskauf oder Neubau, als Fertighaus oder Massivbau – entscheidend ist eine sorgfältige Vorbereitung: Grundstück und Lage prüfen, alle Kostenkomponenten realistisch kalkulieren, Förderungen frühzeitig beantragen und beim Kauf die typischen Prüfpunkte nicht übersehen. Wer diese Grundlagen ernst nimmt, legt den Grundstein für ein Eigenheim, das langfristig Freude macht und seinen Wert behält.
FAQ – Häufige Fragen zum Reihenhaus
Kann ein Reihenhaus nachträglich erweitert oder ausgebaut werden?
Erweiterungen sind beim Reihenhaus stark eingeschränkt – seitliche Anbauten scheiden wegen der Trennwände aus, rückwärtige Anbauten sind genehmigungspflichtig und hängen von den Abstandsflächenregelungen im Bebauungsplan ab. Der Ausbau des Dachgeschosses ist die häufigste und baurechtlich oft unkomplizierteste Möglichkeit, zusätzliche Wohnfläche zu gewinnen – sofern die Dachkonstruktion und der Bebauungsplan es erlauben.
Darf ein Reihenhaus vermietet werden?
Ein Reihenhaus darf grundsätzlich vermietet werden – es gibt keine generelle Einschränkung. Relevant wird die Frage insbesondere bei der KfW-Wohneigentumsförderung für Familien (Programm 300), die Eigennutzung voraussetzt. Wer das Reihenhaus mit Eigennutzungsförderung finanziert hat, sollte vor einer Vermietung die Förderbedingungen prüfen, da eine Zweckentfremdung zur Rückforderung führen kann.
Wie funktioniert die Hausverwaltung bei einer Reihenhaussiedlung?
Reihenhäuser sind in der Regel vollständiges Sondereigentum – jede Einheit gehört dem jeweiligen Eigentümer, es gibt keine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) wie bei Eigentumswohnungen. Gemeinschaftliche Regelungen zu Fassade, Dach oder Außenanlagen beruhen meist auf privatrechtlichen Vereinbarungen oder Auflagen im Bebauungsplan, nicht auf WEG-Recht. Das bedeutet mehr Eigenverantwortung, aber auch weniger Abstimmungsbedarf.
Was passiert, wenn der Nachbar das Reihenhaus umbaut oder abreißt?
Beim Reihenhaus besteht durch die gemeinsame Trennwand eine bauliche Abhängigkeit. Wird eine Einheit abgerissen, entsteht eine freiliegende Außenwand, die in der Regel nicht für Witterungseinflüsse ausgelegt ist. Für solche Fälle regeln Grenzwandverträge oder baurechtliche Bestimmungen die gegenseitigen Pflichten. Wer ein Reihenhaus kauft, sollte prüfen, ob entsprechende Vereinbarungen notariell gesichert sind.
Beim Reihenhaus besteht durch die gemeinsame Trennwand eine bauliche Abhängigkeit. Wird eine Einheit abgerissen, entsteht eine freiliegende Außenwand, die in der Regel nicht für Witterungseinflüsse ausgelegt ist. Für solche Fälle regeln Grenzwandverträge oder baurechtliche Bestimmungen die gegenseitigen Pflichten. Wer ein Reihenhaus kauft, sollte prüfen, ob entsprechende Vereinbarungen notariell gesichert sind.
Photovoltaik auf dem Reihenhausdach ist technisch möglich und in der Regel wirtschaftlich sinnvoll. Zu beachten sind mögliche Gemeinschaftsregelungen zur Dachgestaltung sowie denkmalschutzrechtliche Vorgaben in bestimmten Siedlungen. Bei Reihenhäusern unter einheitliche Gestaltungsvorgaben ist eine Abstimmung mit den Nachbarn oder der Gemeinde erforderlich.
Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. Mit seinem Buch “Bau keinen Scheiss” ist er seit Juli 2024 auch Spiegel Bestseller Autor.
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