Schneelastzone Deutschland

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Immer öfter kommt es in einigen Regionen, besonders in Hochlagen, in Deutschland zu verstärkten Schneefällen. Grund hierfür ist oftmals die globale Erderwärmung. Soll ein Haus in einer solchen Region gebaut werden, ist es wichtig, bereits bei der Planung an solche Szenarien zu denken. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Schneelastzonen in Deutschland und erläutert, worauf Architekten und Bauherren bei Hausbau insbesondere der Dachkonstruktion achten müssen.   

Kurz & Kompakt - Das Wichtigste

  • Definition von Schneelast: Es handelt sich hierbei um die nach unten gerichtete Kraft von Schnee und Eis auf einem Dach.

  • Die Einflussfaktoren im Rahmen der Schneelast: Neben der Art des Schnees spielt auch dessen Gewicht eine wichtige Rolle. Des Weiteren ist die Neigung vom Dach ebenso entscheidend wie die Wind- und Klimaverhältnisse am Standort.

  • Auswirkungen einer zu hohen Schneelast: Zum einen kann es zu Dachschneelawinen kommen und zum anderen können sich an der Dachrinne gefährliche Eiszapfen bilden. Im schlimmsten Fall kann das Dach einstürzen, wenn die Konstruktion auf Dauer das Schneegewicht nicht tragen kann.

Schneelast in Deutschland: die Einleitung

Bevor wir uns näher mit dem Thema in Bezug auf den Hausbau beschäftigen, möchten wir erst einmal grundlegend erläutern, was unter Schneelast zu verstehen ist.

Schneelast: Was ist das

  • Definition: Unter Schneelast ist die nach unten gerichtete Kraft zu verstehen, die auf ein Dach durch angesammelten Schnee und Eis einwirkt. Sie ist abhängig von der Schneeart und der Menge. Gemessen wird die Schneelast in Newton pro Quadratmeter (N/m²). Laut der staatlichen Bauvorschriften muss vor dem Hausbau in gefährdeten Regionen eine Schneelastbewertung vorgenommen werden. Die Grundlage für eine solche Schneelastbewertung beruht auf historischen Wetterdaten, wobei es bei der Berechnung der Lasten in erster Linie auf den Schneefall sowie auf die Windgeschwindigkeit und Windrichtung ankommt. Geregelt wird die Schneelast mit der Norm DIN EN 1991-1-3 (2010-12).

  • Einflussfaktoren: Die Schneelast wird von einer Reihe von Faktoren bestimmt. Dies bedeutet, dass Hausbesitzer nach einem starken Schneefall nicht nur auf die Dicke der Schneedecke achten sollen, die sich an der Schneehöhe ablesen lässt. Viel wichtiger ist das Gewicht, welches wiederum vom Wassergehalt des Schnees sowie vom Frost beeinflusst wird. Somit ist Nassschnee deutlich schwerer als Neuschnee, was zur Folge hat, dass bei Nassschnee die Gefahr höher ist, dass das Dach einstürzen könnte als bei Neuschnee.  Zu den weiteren Faktoren zählen die Dachneigung, da bei einem steilen Dach weniger Schnee liegen bleibt als bei einem Dach mit geringer Neigung sowie die Wind- und Klimaverhältnisse am Standort. Dies bedeutet, dass sowohl die regionalen Wind- und Klimaverhältnisse als auch die topografische Höhe des Standorts die Schneelasten beeinflussen.

Warum ist Schneelast wichtig?

  • Relevanz für die Gebäudesicherheit: Für die Gebäudesicherheit spielt die Schneelast eine wichtige Rolle, da diese Einfluss auf die Tragfähigkeit des Daches hat. Ist also die Schneelast zu hoch, kann das Dach einstürzen, was wiederum Gefahr für Mensch und Tier bedeutet.  

  • Auswirkungen von zu hoher Schneelast: Durch eine zu hohe Schneelast kann es zu Dachschneelawinen kommen, welche sowohl Personen als auch andere Gebäudeteile treffen können. Des Weiteren können sich gefährliche Eiszapfen an den Dachrinnen bilden. Wird der Schnee auf dem Dach nicht ausreichend geräumt, kann es dazu führen, dass das Dach einstürzt. Zusätzlich kann es zu Beschädigungen an der Fassade sowie den Außenanlagen des Hauses kommen oder es werden benachbarte Gebäude beschädigt. Denkbar sind auch Feuchtigkeitsschäden am Haus.

  • Beispiele für Gebäudeschäden: Durch Schneelawinen können tieferliegende Gebäudeteile beschädigt werden. Im schlimmsten Fall kann das Dach einstürzen. Bei einem Flachdach ist die Gefahr am größten, da Schnee hier nicht abrutschen kann. Dies wiederum kann zu Feuchteschäden führen, da auch das Tauwasser nur schwer abfließen kann.

Folgen von Schneelast

Durch eine zu große Schneelast kann das Dach einstürzen, was wiederum zu Schäden am Gebäude führt. Des Weiteren können Dachlawinen entstehen, die sowohl Menschen als auch Tiere verletzen können.

Um dies zu verdeutlichen, möchten wir das Gewicht von Schnee abhängig von Schneetyp erläutern.

  • Trockener Neuschnee 30 – 40 kg/m³

  • Gebundener Neuschnee 50 – 100 kg/m³

  • Trockener Altschnee 200 – 400 kg/m³

  • Feuchtnasser Altschnee 300 – 500 kg/m³

  • Eis 800 – 900 kg/m³

Schneelastzonen in Deutschland

Grundsätzlich gibt es in Deutschland fünf unterschiedliche Schneelastzonen, welche regional sehr unterschiedlich sind. Dabei nimmt die Schneelast von Zone zu Zone stetig zu. Wir haben uns die einzelnen Zonen sowie die Unterschiede in verschiedenen Gebieten näher angeschaut.

Einteilung der Schneelastzonen

Beginnen wir mit dem Überblick über die Schneelastzonen.

  • Schneelastzone 1 – Zone 1 bedeutet eine geringe Schneelast und ist oftmals im Mittelrhein sowie in der Niederrheinischen Tiefebene zu finden.

  • Schneelastzone 1a – Die Schneewahrscheinlichkeit ist hier um 25 % höher als in Zone 1. Beispiel hierfür der Großraum München-Donau.

  • Schneelastzone 2 – Es handelt sich hierbei um eine mittlere Schneelast, wie zum Beispiel in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein.

  • Schneelastzone 2 a – Auch hier ist die Schneewahrscheinlichkeit um 25 % höher als in Zone 2. Beispiel hierfür Hochschwarzwald, Rhön und Sauerland.

  • Schneelastzone 3 – Bei der Zone 3 ist von einer hohen Schneelast bzw. Schneebelastung wie etwa in den Alpen, dem Bayerischen Wald, Thüringer Wald, Harz, Erzgebirge und Vorpommern die Rede.

Die Kriterien zur Einteilung der Zonen erfolgt generell nach der geografischen Lage sowie der Höhe über dem Meeresspiegel. Bei der geografischen Lage muss die Nähe zu Bergen und Tälern berücksichtigt werden. Des Weiteren steigt die Schneelast mit der Höhe über dem Meeresspiegel an.

Regionale Unterschiede

Bei der Schneelastermittlung muss das Norddeutsche Tiefland als Region besonders beachtet werden. Dabei gilt eine Begrenzung zwischen Nord- und Ostsee sowie der Mittelgebirgsschwelle.

Grundsätzlich muss für die Berechnung der Schneelast in einer bestimmten Zone immer eine andere Formel angewandt werden. Sobald eine Zone durch den Buchstaben „a“ ergänzt wird, bedeutet dies, dass dort die Schneewahrscheinlichkeit um rund 25 % höher ist als in der unmittelbar angrenzenden Region.

Verschiedene geografische Faktoren haben Einfluss auf die Schneelasten sowie auf die Schneelastzonen, welche in den verschiedenen Klimazonen Deutschlands unterschiedlich sind. Baufamilien, die im Vorfeld klären möchten, unter welche Schneelastzone sie fallen, können dies anhand dieser Karte sowie dem dazugehörigen Schneelastrechner für jeden Ort in Deutschland ermitteln.

Schneelast nach PLZ

Wie bereits erwähnt, können sich die Schneelasten in den einzelnen Regionen deutlich unterscheiden. Aus diesem Grund sollten Baufamilien die Schneelast anhand ihrer Postleitzahl ermitteln.

Nutzung von PLZ zur Bestimmung der Schneelast

Schneelasten für eine bestimmte Postleitzahl lassen sich sehr gut mit dem Online-Service Geo-Lastermittlung auf der Website der Dlubal Software GmbH bestimmen.  Mit diesem Service lassen sich die Schneelastzonen sowie der charakteristische Wert einer Schneelast für jede Postleitzahl berechnen. Zusätzlich zu der Schneelastzone lassen sich auch die Windlast/Windzone sowie die Erdbebenzone für die jeweilige Postleitzahl ermitteln.

Die Postleitzahl-basierte Schneelastbestimmung hat für Baufamilien sowie für Statiker einige Vorteile. Wie bereits erwähnt, lassen sich zusätzlich für den jeweiligen Postleitzahlenbereich die Wind- und Erdbebenzonen ermitteln. Des Weiteren wird der Wert der Schneelast auf dem Boden berechnet. Dieser Wert wiederum steht in Abhängigkeit zur Höhe über dem Meeresspiegel sowie zur jeweiligen Schneelastzone.  

Online-Tools und Ressourcen

Neben dem Online-Rechner von Dlubal gibt es verschiedene Datenbanken wie zum Beispiel die von Schneelogistik.de.

Um die Schneelast auf einem Dach (si) mit dem Online-Service Geo-Lastermittlung zu bestimmen, muss die Schneelast am Boden (sk) mit einem Formbeiwert (μi) multipliziert werden. Wichtig dabei ist, dass mit dem Formbeiwert auch die Dachform berücksichtigt wird. Somit lautet die Formel für die Berechnung der Schneelast: mittlere Dicke x Schneeschicht in Metern.

Laut der Datenbank von Priwatt.de ergeben sich für die verschiedenen Schneelastzonen die folgenden Schneelasten in Abhängigkeit mit der maximalen Höhe über dem Meeresspiegel:

Schneelastzone Schneelast max. Höhe
Zone 1 0,65 kN/m² 400 m
Zone 1a 0,81 kN/m² 400 m
Zone 2 0,85 kN/m² 285 m
Zone 2a 1,06 kN/m² 285 m
Zone 3 1,10 kN/m² 255 m
Ein kN/m² entspricht in etwa 101,97 kg/m².

Bauvorschriften und Normen

Bei jedem Bauvorhaben müssen Bauschriften und dazugehörige Normen eingehalten werden. Wir haben uns diese näher angeschaut und recherchiert, wie sich diese umsetzen lassen.

Relevante Normen und Regelwerke

Die Schneelast wird anhand der Normen DIN EN 1991-1-3 und DIN EN 1991-1-3/NA geregelt. Dabei handelt es sich bei der DIN EN 1991-1-3/NA um einen nationalen Anhang zur DIN EN 1991-1-3.

Mit der DIN EN 1991-1-3 werden die Schneelasten auf den Dächern bestimmt. Des Weiteren enthält die Norm Grundsätze zur Bestimmung der Schneelastenwerte. Die Norm hat Gültigkeit für die Berechnung bei Hoch- und Ingenieurbauten.

Die DIN EN 1991-1-3/NA enthält unter anderem die nationalen Festlegungen zur Bestimmung der Schneelastenwerte. Des Weiteren ergänzt sie die Schneelasten auf großen Dächern sowie für aufgeständerte Photovoltaikanlagen und einer Solarthermie. In ihrem Anhang NA.F werden zusätzliche die „Eislasten“ aufgenommen.

Umsetzung der Vorschriften

Grundsätzlich erfolgt die Umsetzung der Vorschriften zur Schneelast über die erwähnten DIN-Normen, die jeweilige Schneelastzone sowie über die Berechnung der Schneelast für  das jeweilige Dach.

Die bedeutet, dass in der DIN die technischen Baubestimmungen für die Konstruktion von Schneeschutzsystemen geregelt wird. Bauherren müssen dies bei ihrer Planung berücksichtigen. Sollten sie unsicher sein, ob ihr Dach den Belastungen standhält, dann ist es ratsam sich an die Bauaufsichtsbehörde oder ein Architekturbüro zu wenden.

Mittels eines Standsicherheitsnachweises sowie der Berechnung der Statiken kann die Schneelast auf einem Dach nachgewiesen werden. Um Schneelastmessungen durchzuführen können Hausbesitzer sowohl einen Dachdecker als auch das Technische Hilfswerk, oder die Feuerwehr mit der Berechnung beauftragen. Um die Schneelastmessung durchzuführen, werden die Experten an verschiedenen Stellen des Dachs Schneeproben entnehmen.

Praktische Tipps für Bauherren

Im Folgenden möchten wir angehenden Bauherren nicht nur zu Planung und Konstruktion der Dachform, sondern auch für die spätere Wartung praktische bautechnischeTipps an die Hand geben.

Planung und Konstruktion

Bei der Planung und der Konstruktion ist die Schneelast ein wichtiger Faktor, der zwingend beachtet werden muss, um die Tragfähigkeit des Daches sicherzustellen. Dabei gilt zu beachten, dass die Schneelast von den jeweiligen Regionen, der Höhe des Haues sowie dessen Dachform abhängig ist. Dies bedeutet , dass die Zone 1 zu den schneearmen Regionen zählt, während die Schneelastzone 3 den Regionen angehörig ist, die den meisten Schneefall haben. Informationen zur Schneelast können  im Standsicherheitsnachweis für das Gebäude nachgelesen werden.

Da die Schneelast sowohl von der Schneemenge als auch der Art des Schnees und der Witterung abhängig ist, sollten bei der Dachkonstruktion die folgenden Empfehlungen beachtet werden.

  • Dachlastreserve von mindestens 20 kg/m².

  • Bei einem Neubau ist die Dachlastreserve zumeist in der Statik des Hauses berücksichtigt.

  • Bei Bestandsimmobilien sollte die Dachlastreserve von einem Bauingenieur oder Statiker berechnet werden.

  • Mittels Schneefanggitter kann das Abrutschen von Schnee und Eis verhindert werden.

  • Schneefanggitter sollten sowohl korrosionsbeständig als auch formstabil und extrem belastbar sein.

Wartung und Sicherheit

Bei starken Schneefällen oder nach einem langen Winter sollte die Dachfläche kontrolliert werden. Des Weiteren empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung, welche die Kontrolle der Tragfähigkeit, die Reinigung der Dachentwässerung sowie die Inspektion der Schneefanggitter beinhaltet. Nach einem Winter mit starken Schneefällen und damit verbundenen hohen Schneeanhäufungen und -lasten sollte die Tragfähigkeit des Dachs sowie der Zustand des Dachtragwerks überprüft werden. Besonderes Augenmerk ist dabei auf Risse, Verformungen oder lockere Verbindungen zu legen.

Grundsätzlich sollte mehrmals im Jahr die Dachentwässerungseinrichtung von Laub, Moos und Schmutz befreit werden. Im Zuge dessen kann die Funktionstüchtigkeit der Dachentwässerung überprüft werden. Gleichzeitig sollten die Schneefanggitter auf Stabilität überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

In besonders gefährdeten Regionen sollten Hausbesitzer über die Anschaffung einer Schneelastwaage nachdenken. Diese misst permanent das Gewicht der Dachlast und kann so frühzeitig auf eine Überlastung der Konstruktion des Daches hinweisen.

Schneelastzonen und ihre Auswirkungen auf verschiedene Bauwerke

Schneelastzonen beeinflussen die Bauweise unterschiedlichster Gebäude – vom Einfamilienhaus bis zur großen Industriehalle. Die spezifischen Anforderungen variieren stark, da die Belastungen durch Schnee, Wind und andere Umweltfaktoren je nach Gebäudetyp und Zone unterschiedlich sind.

Einfamilienhäuser

Bei Einfamilienhäusern steht die Sicherheit des Daches im Vordergrund. In Regionen der Schneelastzone 1 sind die Anforderungen an die Traglast des Daches in der Regel geringer, da hier seltener große Schneemengen auftreten. Doch auch bei niedrigen Werten ist es wichtig, dass Dachneigung und Bauweise so gewählt werden, dass der Schnee abrutschen oder gleichmäßig verteilt liegen bleiben kann. Besonders kritisch wird es, wenn starker Wind hinzukommt, der Schneemassen ungleich verteilt und zu gefährlichen Belastungsspitzen führen kann. Bauherren sollten daher die geltenden Baubestimmungen für ihre Region unbedingt kennen und einhalten.

Mehrfamilienhäuser

Mehrfamilienhäuser stellen eine größere Herausforderung dar, da ihre Dächer oft flacher sind und mehr Fläche bieten, auf der sich Schnee ansammeln kann. In höheren Lagen oder schneereichen Gebieten müssen die Konstruktionen deutlich stabiler sein, um sowohl die reguläre Schneelast als auch den zusätzlichen Druck durch schweren Nassschnee zu bewältigen. Wichtig ist eine präzise Berechnung unter Berücksichtigung der jeweiligen Schneelastzone und des konkreten Standorts.

Industriebauten

Bei Industriebauten sind die Anforderungen nochmals spezieller, da sie oft große Dachflächen besitzen, die Schnee und Wind stärker ausgesetzt sind. Besonders in Regionen der Schneelastzone 3 müssen Architekten und Ingenieure darauf achten, dass die Bauweise sowohl statisch als auch dynamisch belastbar ist. Ein regelmäßiges Monitoring der Schneemengen und vorbeugende Wartung sind hier unverzichtbar.

Besondere Herausforderungen in schneereichen Regionen

In Regionen mit hohem Schneeaufkommen sind die Einwirkungen von Neuschnee, Altschnee und Schneeanhäufungen auf Bauwerke besonders intensiv. Die Statik von Flachdächern muss hier besonders sorgfältig geplant werden, da die fehlende Neigung das Abfließen von Wasser und Schnee erschwert. Laut Eurocode und dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) ist die Berücksichtigung von Windlasten und regionalen Verwaltungsgrenzen essenziell für die Ermittlung der charakteristischen Lasten.

Besonders in Regionen, die selten, aber dann extrem starken Schneefällen ausgesetzt sind, sind bauliche Maßnahmen wie Schneefanggitter und Dachheizungen empfehlenswert, um Dachlawinen zu verhindern. Moderne Bautechnik ermöglicht es, Gebäude auch unter diesen schwierigen Bedingungen sicher und effizient zu konstruieren.

Fazit

Sowohl bei der Planung als auch beim Hausbau ist die Schneelast ein wichtiger Faktor, der unbedingt beachtet werden muss. Dabei können die Schneelasten je nach Region und Schneetyp deutlich schwanken.

Eine zu hohe Schneelast kann das Dach nicht nur beschädigen, sondern es auch zum Einsturz bringen. Dabei ist nicht nur die Höhe des Schnees entscheidend, sondern vielmehr das Gewicht. Durch das Freiräumen der Schneefläche nach starken Schneefällen sowie durch das Überprüfen der Schneelast lassen sich Schäden oft im Vorfeld vermeiden. Hausbesitzer sollten auf die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes in Bezug auf starke Schneefälle achten.

FAQ: Häufige Fragen zur Schneelast

Schneelast ist Teil er klimatisch bedingten und veränderlichen Einwirkungen auf ein Bauwerk. Sie hängt sowohl von der Art des Schnees als auch der Menge ab.

Die Schneelast für das eigene Baugrundstück ist abhängig von der Schneelastzone, der Höhe des Grundstücks über dem Meeresspiegel, der Dachform sowie der Schneemenge und kann Schneelastkarten entnommen werden.

Diese ist sowohl von der Schneelastzone als auch von der Höhe des Dachs abhängig. Zur Sicherheit sollte die Schneelast von Experten ermittelt werden, da Lasten ab 100 kg/m² für viele Dächer problematisch werden können. Liegen die Lasten über 100 kg/m² sollte das Dach von der Schneelast befreit werden. Dabei ist auf entsprechende Schutzvorrichtungen zu achten.

Sofern es für die Region keine expliziten gesetzlichen Vorgaben zur Installation eines Schneefanggitters gibt, sollten Hausbesitzer an die allgemeine Verkehrssicherheitspflicht denken. Grundsätzlich ist jeder Hausbesitzer verpflichtet angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um die Gefahr durch eine Dachlawine zu vermeiden.

Zum einen sind dies die Schneehöhe sowie die Art des Schnees und last but not least auch die Dachform und das Tragwerk des Dachs.

Die Bauvorschriften variieren je nach Bundesland, orientieren sich jedoch grundsätzlich an den DIN-Normen und den jeweiligen Schneelastzonen. Besonders in schneereichen Regionen oder höheren Lagen sind verstärkte Dachkonstruktionen vorgeschrieben. Detaillierte Informationen erhalten Bauherren bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde oder über die lokale Bauordnung.

Flachdächer sind in schneereichen Regionen besonders gefährdet, da Schnee hier nicht abrutschen kann und sich Altschnee durch Frieren- und Tauzyklen stark verdichtet und damit deutlich schwerer wird. Die Statik muss daher höhere Lastreserven einplanen. Zusätzlich erschwert die fehlende Neigung das Abfließen von Tauwasser, was zu Feuchtigkeitsschäden führen kann. Bauherren sollten in solchen Fällen zwingend einen Statiker hinzuziehen.

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Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. Mit seinem Buch “Bau keinen Scheiss” ist er seit Juli 2024 auch Spiegel Bestseller Autor.


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