Autor: Tobias Beuler - Fertighausexperte
Kategorie: Fertighaus Anbieter
Zuletzt aktualisiert: 9. April 2025
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Die letzten Wochen haben gezeigt, dass sich wieder mehr Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchten. Grund hierfür sind die deutlich gesunkenen Immobilienpreise in zahlreichen Regionen sowie der spürbare Rückgang bei den Bauzinsen. Immobilien werden somit wieder erschwinglich. Grundsätzlich handelt es sich bei einer Baufinanzierung um ein individuelles Vorhaben, das in jedem Fall gut geplant sein sollte. Der folgende Artikel möchte zukünftigen Bauherren mit Tipps und Informationen zur Seite stehen und eine Reihe von Fragen beantworten.
Inhaltsverzeichnis
Kurz & Kompakt - Das Wichtigste
Die verschiedenen Möglichkeiten der Baufinanzierung: Ein Bauvorhaben kann sowohl mithilfe eines Immobilienkredits als auch mit einem Bauspardarlehen finanziert werden. Durch verschiedene Förderprogramme kann die Baufinanzierung entsprechend niedriger ausfallen.
Baufinanzierung bei einer Bank: Dies bietet sowohl Vor-als auch Nachteile. Baufamilien sollten sich im Vorfeld umfassend informieren. Von Vorteil ist die Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Finanzberater.
Die flexible Baufinanzierung: Größter Vorteil hierbei ist, dass nicht nur die Tilgungspläne flexibel gestaltet werden können, sondern dass auch jederzeit Sondertilgungen möglich sind.
Was ist eine Baufinanzierung und warum ist sie wichtig?
Nur in den seltensten Fällen können Baufamilien den Bau- oder Kaufpreis für ihre neue Immobilie oder Wohnung mit Eigenkapital bezahlen. Es wird eine Baufinanzierung benötigt, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen zu können. Dazu wird Geld in Form eines Immobilienkredites geliehen. Grundsätzlich ist ein solcher Kredit zweckgebunden und darf nur zum Bau oder Kauf einer Immobilie bzw. Wohnung verwendet werden. In monatlichen Raten wird das Darlehen inklusive der Zinsen für die Finanzierung anschließend wieder an die Bank zurückgezahlt.
Eine Anschlussfinanzierung wird in der Regel nach der ersten Zinsbindungsphase nötig. Die Anschlussfinanzierung kann vor Ablauf der Zinsbindung mithilfe eines Forward Darlehen oder einem Bausparvertrag in die Wege geleitet werden. Für Baufamilien bietet dies nicht nur eine langfristige Planung, sondern auch eine Art Versicherung gegen das Risiko der steigenden Zinsen.
Grundsätzlich ist die Baufinanzierung immer von der Bauweise abhängig. Baufamilien sollten auf keinen Fall die Baufinanzierung über ihre Hausbaufirma laufen lassen, da sie hier zu viele Informationen über sich preisgeben müssen. Je nach Bauweise sollten künftige Bauherren sich mit dem Thema Fertighaus-Finanzierung oder Massivhaus-Finanzierung beschäftigen. Dabei gilt zu beachten, dass Banken oftmals zu hohe Zinsen haben, weshalb es sich lohnt, mit einem freien Finanzierer zusammenzuarbeiten.
Baufinanzierung im Überblick
Wie bereits erwähnt sind Immobilienkredite zweckgebunden und können sowohl für einen Neubau einer Immobilie als auch für deren Umbau bzw. Modernisierung verwendet werden.
Bauherren müssen beachten, dass es bei der Baufinanzierung verschiedene Arten gibt, die wir uns näher angeschaut haben.
Annuitätendarlehen – Hierbei handelt es sich um ein Darlehen mit laufender Rückzahlung, welche auch als Tilgung bezeichnet wird. Experten sprechen hier auch von einem Abzahlungsdarlehen. Das Annuitätendarlehen unterscheidet sich durch die gleichbleibenden Raten von einem Ratenkredit, der auch als Tilgungsdarlehen mit konstanter Tilgung bezeichnet wird. Bei letzterem werden die Raten während der Laufzeit immer geringer. Bei einem Annuitätendarlehen handelt es sich um eine Kapitalschuld, welche aus einem Zins- und Tilgungsanteil besteht (Annuität = Zinsrate + Tilgungsrate).
Bauspardarlehen – Dieses wird von der Bausparkasse vergeben und ist an einen Bausparvertrag geknüpft. Um das Bauspardarlehen nutzen zu können, muss sowohl ein Bausparvertrag abgeschlossen werden als auch die vereinbarte Mindestansparung erfolgt sein. Das Bauspardarlehen darf nur für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Rund um die Baufinanzierung bietet das Bauspardarlehen die höchste Sicherheit, denn Bausparer profitieren während der gesamten Laufzeit von einem zinsgünstigen Darlehen und einem Zinssatz, der unabhängig vom Kapitalmarkt ist. Grundsätzlich ist das Bauspardarlehen ein Tilgungsdarlehen, bei dem der Bausparer eine monatlich gleichbleibende Rate für die Tilgung und die Zinsen zahlt.
Förderkredite – Es handelt sich hier um ein zinsgünstiges Darlehen, welches Baufamilien von der öffentlichen Hand für bestimmte Investitionen erhalten. Der Förderkredit wird über das sogenannte Hausbankverfahren beantragt. Grundsätzlich ist die Hausbank auch für die Beratung, Auszahlung und die Rückzahlung zuständig.
Bedeutung der Bauweise für die Finanzierung
Wie bereits erwähnt, sind die Baukosten von der Bauweise abhängig. Fertighäuser erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Unter anderem liegt dies an der relativ kurzen Bauzeit sowie an der Festpreisgarantie der Hausanbieter. Durch die Fertigbauweise sind vielfach günstige Angebote möglich. Im Gegensatz dazu ist ein Massivhaus deutlich teurer als ein Fertighaus. Im Besonderen gilt dies für Häuser, die von einem Architekten geplant werden. Gerade durch die individuellen Wünsche beim Hausbau (Balkon, Erker und dergleichen) steigen die Baukosten deutlich an.
Warum Sie Ihre Baufinanzierung nicht bei der Hausbaufirma abschließen sollten
Baufamilien, die sich für eine Baufinanzierung bei der Hausbaufirma entscheiden, bedenken oftmals nicht, dass sie nicht nur das Haus, sondern auch das Grundstück über den Anbieter erwerben müssen. Der Bauträger bzw. Hausanbieter nimmt ein Darlehen von einer Bank oder einem anderen Finanzinstitut auf, um die erforderlichen Mittel für den Bau von Immobilien zu bekommen. Baufamilien, die die Baufinanzierung über ihre Hausbaufirma abschließen, müssen in der Regel zusätzliche Gebühren an die Hausbaufirma zahlen, da diese das volle Risiko für das Darlehen trägt.
Hohe Abhängigkeit und eingeschränkte Verhandlungsspielräume
Nicht selten kommt es zu Interessenskonflikten zwischen dem Bauträger und dem Bauherren, wenn die Baufinanzierung für die eigenen vier Wände über die Hausbaufirma läuft. Zum einen haben Baufamilien in Bezug auf die Immobilienfinanzierung weniger Vergleichsmöglichkeiten und können weniger flexibel auf den Zinssatz reagieren.
Versteckte Kosten und ungünstige Konditionen
Bei einer Baufinanzierung über die Hausbaufirma gehen Baufamilien das Risiko ein, dass sie für versteckte Gebühren zahlen müssen und dass die ihnen gemachten Angebote rund um das Eigenheim undurchsichtig sind, da der Bauträger die Schwachpunkte der Baufamilie kennt und genau darauf bei seinem Angebot zur Immobilienfinanzierung abzielt. Aufgrund der mangelnden Transparenz zahlen Baufamilien so oftmals höhere Gesamtkosten für ihre Immobilie. Dabei kann es sich durchaus um mehrere tausend Euro handeln.
Baufinanzierung bei der Bank – Vor- und Nachteile
Klassische Banken wie zum Beispiel die Hausbank sind Baufamilien in der Regel vertraut. Somit scheint nichts dagegen zu sprechen, wenn die Immobilienfinanzierung über eine bekannte Bank angegangen wird. Doch auch bei der Bank ist Vorsicht geboten, wenn es um die Baufinanzierung geht. Neben den Vorteilen, die die Bank bietet, sollten Baufamilien auch die Nachteile kennen.
Vorteile der Baufinanzierung bei Banken
Es gibt eine Reihe von Argumenten, die für eine Baufinanzierung bei der Bank sprechen. Wir haben uns die Vorteile näher angeschaut:
Baufamilien kennen ihre Hausbank und deren Mitarbeiter, da sie dort meistens auch ihre Girokonten haben. Dies verleiht einem das Gefühl von Sicherheit.
In der Regel gibt es vor Ort einen festen Ansprechpartner, der die Baufamilie und ihre Situation kennt.
Die Bank vor Ort hat Einblick in sämtliche Unterlagen und kann die Baufamilie bezüglich der Informationen daraus beraten.
Baufamilien ersparen sich so oft die Suche nach einem anderen Bieter für die Immobilienfinanzierung.
Diese Argumente sind für die meisten Baufamilien ausschlaggebend, sich bei der Baufinanzierung an die eigene Bank zu wenden. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sie so auch die beste Lösung rund um die Finanzierung bekommen.
Nachteile und Risiken – Hohe Zinsen und starre Konditionen
Ähnlich wie bei den Vorteilen gibt es auch eine Reihe von Argumente, die gegen eine Baufinanzierung bei der eigenen Bank sprechen. Auch hier haben wir recherchiert.
Die Bank möchte in erster Linie ihre eigenen Produkte anbieten. Dies bedeutet, gemessen an der eigenen persönlichen finanziellen Situation, dass Baufamilien bei der Immobilienfinanzierung nicht immer die beste Finanzierungslösung bekommen. Nicht selten wird ein höherer Zinssatz verlangt als bei anderen Finanzieren.
Baufamilien, die sich für eine bestimmte Laufzeit oder eine bestimmte monatliche Rate bei der Baufinanzierung oder für eine Sondertilgungsoption entscheiden, bekommen dies so nicht von der Bank angeboten, sodass keine Alternativen zur Verfügung stehen. Die Vertragsbedingungen sind so starr gehalten, dass es kaum Verhandlungsspielraum rund um den Vertrag gibt, wie zum Beispiel Höhe, monatliche Rate, Laufzeit oder Zinssatz.
Viele Baufamilien fühlen sich verpflichtet, das Angebot der Bank rund um die Baufinanzierung als Partner anzunehmen, da sie schon lange Kunde bei der Bank sind. Dies gilt auch dann, wenn das Angebot nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Somit ist die Entscheidung rund um die Baufinanzierung nicht mehr objektiv.
Im Rahmen einer Baufinanzierung fordern Banken oftmals Auskunft über andere Konten oder eventuelle vorhandene Fonds. Mit diesen Informationen sind Banken in der Lage, Baufamilien bei anderen Banken abzuwerben.
Der freie Finanzierer – Warum es sich lohnt, Alternativen zu prüfen
Die Alternative rund um die Finanzierung von Immobilien zu Hausbaufirma oder Bank ist der Finanzvermittler. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen Vermittler zwischen der Bank und der Baufamilie. Die Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Finanzberater bzw. dem freien Finanzierer bietet Baufamilien eine Reihe von Vorteilen. Wir haben uns die maßgeschneiderten Finanzierungslösungen einmal näher angeschaut.
Maßgeschneiderte Finanzierungslösungen
Der unabhängige Finanzberater arbeitet nicht mit einem bestimmten Bankinstitut zusammen. Er ist in seiner Arbeit ungebunden und kann somit neutral beraten. Des Weiteren kann der Finanzberater aus einer Vielzahl von verschiedenen Anbietern die für die Baufamilie optimale Finanzierungslösung zusammenstellen. Diese ist nicht nur maßgeschneidert, sondern umfasst auch alle individuellen Bedürfnisse. Für Baufamilien ist die Beratung durch einen Finanzvermittler kostenlos, da dieser sich über Provisionen der Banken finanziert. Selbst beim Abschluss eines Vertrages entstehen für Baufamilien keine Kosten.
Bessere Konditionen durch Vergleich
Ebenfalls von Vorteil ist, dass der Finanzberater stets die verschiedenen Angebote am Markt kennt und so auf die individuellen Wünsche der Baufamilie wie zum Beispiel Laufzeit oder monatliche Rate bzw. einen kostenlosen Tilgungssatzwechsel eingehen kann. Der Finanzvermittler übernimmt den Vergleich der verschiedenen Angebote, sodass Baufamilien sich den Weg von Bank zu Bank und somit die zeitaufwendige Baufinanzierungsberatung ersparen können. Grundsätzlich sind Finanzvermittler daran interessiert, den Baufamilien eine maßgeschneiderte Lösung zur Baufinanzierung anzubieten. Ist eine Finanzierung für die Baufamilie ungeeignet, dann wird der Finanzberater dies offen und ehrlich im Rahmen einer Beratung ansprechen und gleichzeitig eine solide Alternative vorstellen.
Zinsvergleich bei der Baufinanzierung – So sparen Sie bares Geld
In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Änderungen bei den Bauzinsen. Wir haben uns die Entwicklung des Bauzinssatzes näher angeschaut und können somit auch etwas zur aktuellen Entwicklung und somit der Bedeutung für die Finanzierungskosten sagen.
Wie Zinssätze die Gesamtkosten beeinflussen
Um die Unterschiede beim Zinssatz und deren Auswirkungen auf die Gesamtkosten des Darlehens besser zu verstehen, möchten wir dies anhand eines Beispiels erläutern.
Wurde Anfang 2024 ein Immobilienkredit abgeschlossen, mussten bei einer 10-jährigen Bindung des Zinssatzes mindestens 3,3 % Bauzinsen pro Jahr gezahlt werden. In den folgenden Monaten hatte sich bei der Zinsentwicklung nichts geändert, bis im Juni 2024 die Immobilienzinsen mit 3,6 % ihren Höhepunkt für das Jahr 2024 erreichten. Seit Juli 2024 fallen die Bauzinsen für den Baukredit wieder, sodass diese im Oktober 2024 mit rund 3 % ihr Jahrestief erreichten. Laut Baufi24 liegen die Bauzinsen im Januar 2025 bei 2,93 %.
Beispiel zu den Bauzinsen:
Nettodarlehensbetrag: 150.000 Euro
Sollzinsbindung : 10 Jahre
Tilgung: 2 % pro Jahr
Beleihung : 80 %
Baufamilien würden durch den gebundenen Sollzins für die Finanzierung ihrer Immobilie 2,93 % an Bauzinsen zahlen.
Wie man die besten Zinssätze vergleicht
Beim Bau oder Kauf einer Immobilie spielen die Bauzinsen eine wichtige Rolle, denn sie entscheiden, wie günstig oder teuer die Baufinanzierung wird. Aus diesem Grund raten die Experten der Baufi24 zu einem Vergleich der Bauzinsen, denn so lassen sich über die komplette Laufzeit Zinskosten von mehreren tausend Euro einsparen.
Eine Reihe von Faktoren wirkt sich auf die Höhe der Bauzinsen aus, sodass eine genaue Prognose zum Bauzins nicht möglich ist. Zu den Faktoren zählen:
Kapitalmarkt
Bonität der Antragsteller
Immobilienwert bzw. Kaufpreis
Darlehensart
Kreditkonditionen (Höhe des Darlehens bzw. Darlehensbetrag, Sollzinsbindung, Tilgungssatz, Eigenkapital, Laufzeit, Sondertilgungen, Tilgungssatzwechsel)
Baufinanzierung flexibel gestalten – Darauf sollten Sie achten
Während in der Vergangenheit die Eckpunkte der Baufinanzierung noch in Stein gemeißelt waren, hat sich hier zum Glück einiges geändert. Eine kurze Erklärung dazu. Baufamilien, die sich in der Vergangenheit für eine Baufinanzierung mit 3 % Tilgung entschieden hatten, waren während der gesamten Laufzeit daran gebunden. Mit einer flexiblen Baufinanzierung kann diese problemlos an das aktuelle Leben angepasst werden, da niemand beim Abschluss für 15 und mehr Jahre in die Zukunft blicken kann. Durch flexible Rückzahlungen kann auf Veränderungen der Lebenssituationen reagiert werden, sodass die Baufamilie eine individuelle und sichere Basis rund um die Baufinanzierung bekommt. Dies bedeutet, dass es möglich ist, die Tilgungsrate zu ändern. Je nach Bank und Vertrag ist dies bereits in den Konditionen der Baufinanzierung enthalten. Ist dies nicht der Fall, dann muss in der Regel für jede Anpassung eine Pauschale von 25 bis 200 Euro gezahlt werden.
Sondertilgungen und flexible Tilgungspläne
Mit einer flexiblen Baufinanzierung ist es möglich, den Immobilienkredit an die jeweilige finanzielle Situation der Baufamilie anzupassen. Denkbar sind:
Flexible Tilgung: Diese kann nach Bedarf mehrfach angepasst werden.
Sondertilgungen: Zusätzlich sind kostenfreie Sondertilgungen möglich.
Flexible Vertragsgestaltung: Die Details des Vertrags sollten Punkt für Punkt bearbeitet werden.
Allerdings verlangen Banken oftmals hohe Kosten für die flexible Baufinanzierung. Es lohnt sich hierbei, die Kosten im Rahmen eines Baufinanzierungsvergleichs zu überprüfen und zu vergleichen. Des Weiteren sollten Baufamilien die Rückzahlung nicht zu stark herunterfahren, denn Ziel ist es, die Tilgung der Schulden schnellstmöglich zum Abschluss zu bringen.
Forward-Darlehen und Zinsbindung
Forward-Darlehen: Damit lässt sich die Anschlussfinanzierung einer Immobilie regeln. Beim Forward-Darlehen wird der neue Zins schon lange vor Ablauf der alten Zinsbindung vereinbart. Grundsätzlich muss ein bereits abgeschlossenes Forward-Darlehen im Rahmen einer Anschlussfinanzierung immer angenommen werden, auch wenn der aktuelle Zinssatz niedriger als der vereinbarte ist.
Zinsbindung: Darunter wird der Zeitraum verstanden für den ein fester Zinssatz für einen Kredit vereinbart wird. Aktuelle Marktzinsveränderungen haben dann keine Auswirkung auf den vereinbarten Zinssatz.
Wie viel Eigenkapital ist bei einer Baufinanzierung nötig?
Mit einer soliden Eigenkapitalbasis können Baufamilien bei der Baufinanzierung günstigere Konditionen bekommen und somit das Risiko einer hohen Verschuldung reduzieren.
Empfohlene Eigenkapitalquote
Eine gute Basis zur Baufinanzierung ist eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 %. Für einen Immobilienkredit von 500.000 Euro sollten Baufamilien über ein Eigenkapital von 100.000 bis 150.000 Euro verfügen. Ist die Eigenkapitalquote höher, dann profitieren Baufamilien von besseren Konditionen bei der Baufinanzierung. Somit hat die Höhe des Eigenkapitals einen deutlichen Einfluss auf die Höhe der monatlichen Raten und auf die fälligen Bauzinsen. Des Weiteren sorgt das Eigenkapital auch für steuerliche Vorteile, da die Finanzierungskosten für den Kredit niedriger ausfallen.
Möglichkeiten, Eigenkapital zu erhöhen
Nur selten haben Baufamilien ausreichend Eigenkapital zur Verfügung. Mit den folgenden Tipps lässt sich das Eigenkapital erhöhen:
Regelmäßiges Sparen: Bereits Jahre vor dem Hausbau oder dem Kauf einer Immobilie kann monatlich oder vierteljährlich Geld gespart werden. Wenn möglich, sollte das Geld auf einem separaten Konto gespart werden.
Bausparverträge: Beim Bausparen wird regelmäßig Geld eingezahlt, das dann attraktiv verzinst wird. Nach einer festgelegten Zeit kann das angesparte Guthaben für den Kauf, Bau oder die Sanierung einer Immobilie genutzt werden.
Finanzielle Gewinne zurücklegen: Dazu zählen Erbschaften, Bonuszahlungen, Erträge aus Kapitalanlagen, Gehaltserhöhungen, Gelder aus der Wohn-Riester-Förderung und dergleichen. So lässt sich das Eigenkapital für die Traumimmobilie leicht erhöhen.
Förderprogramme nutzen: Um das Eigenkapital können die verschiedenen Förderprogramme zum Beispiel von der KfW-Bank genutzt werden. Hier bietet sich eine unverbindliche Beratung an.
Fördermöglichkeiten für Baufinanzierungen – KfW und andere Programme
Immobilienkäufer und Baufamilien können von verschiedenen staatlichen Fördermöglichkeiten beim Hausbau oder beim Kauf einer Immobilie profitieren.
KfW-Förderprogramme
Die KfW-Bank bietet verschiedene Förderprogramme für energieeffizientes Bauen bzw. das energetische Sanieren an. Unter anderem zählen dazu das KfW-Programm 261 Wohngebäude. Seit Oktober 2024 gibt es das KfW-Programm 296 – klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment und bereits seit September 2024 das KfW-Programm 308 – Jung kauft Alt (Wohneigentum für Familien). Des Weiteren gibt es das KfW-Programm 124 – Wohneigentumsprogramm für den Bau oder Kauf einer Immobilie.
Regionale Förderungen und weitere Möglichkeiten
Neben den Förderungen von KfW und BAFA gibt es je nach Wohnort und Region auch die regionalen Fördermittel. Dabei handelt es sich entweder um einen Zuschuss oder um einen zinsverbilligten Kredit. Weiterer Schwerpunkt ist die Wohnungsbauförderung der Bundesländer, die sowohl den Bau als auch den Kauf und die Modernisierung von Wohneigentum unterstützt.
Weitere Möglichkeiten der Förderungen rund um die Baufinanzierung sind:
BEG – Bundesförderung für effizient Gebäude
Wohn-Riester
Wohnungsbauprämie
Förderung von spezifischen Technologien und Materialien
Baufamilien sollten dazu eine unverbindliche Beratung durch einen unabhängigen Finanzberater oder einen Architekten in Anspruch nehmen.
Schritt für Schritt zur Baufinanzierung – So planen Sie Ihr Eigenheim richtig
Im Folgenden möchten wir erläutern, wie Baufamilien Schritt-für-Schritt zum Hauseigentümer werden.
Budget festlegen und Finanzrahmen bestimmen
Analyse der finanziellen Situation: Im ersten Schritt muss die finanzielle Situation analysiert werden. Hierbei ist es wichtig, alle Einnahmen und Ausgaben aufzulisten. Des Weiteren sollte vorhandenes Eigenkapital nicht vergessen werden.
Berücksichtigung aller anfallenden Kosten: Neben den Baukosten dürfen die Nebenkosten wie zum Beispiel die Grunderwerbssteuer und die Notarkosten nicht vergessen werden. Zusätzlich ist es ratsam, einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben einzukalkulieren.
Höhe Eigenkapital: Experten raten zu einem Eigenkapitalanteil von 20–30 %, da sich dies auf die Baufinanzierung rund um das Eigenheim auswirkt.
Finanzierungsmöglichkeiten vergleichen
Vergleich der Finanzierungsmöglichkeiten: Baufamilien sollten sich sowohl über das Annuitätendarlehen und Volltilgerdarlehen als auch über die anderen Finanzierungsarten informieren und eventuell von einem Experten beraten lassen.
Baufinanzierungen vergleichen: Dazu zählen unter anderem die Prüfung von Zinsbindungen und Laufzeiten. Hilfreich ist hierbei der Baufinanzierungsvergleich.
Vergleich von Angeboten: Mit Hilfe von einem Baufinanzierungsvergleich können die verschiedenen Angebote von Banken, freien Finanzberatern und Online-Plattformen leicht verglichen werden.
Fördermöglichkeiten prüfen
Verschiedene Fördermöglichkeiten: Baufamilien sollten sich zu den verschiedenen Förderprogrammen der KfW-Bank und zu anderen staatlichen Förderungen informieren.
Weitere Förderprogramme: Nutzung von regionalen Förderprogramme und Zuschüsse für energieeffizientes Bauen oder Sanieren.
Fördergelder beantragen: Fördergelder müssen rechtzeitig beantragt werden, damit es nicht zu Verzögerungen beim Bau oder Kauf kommt.
Finanzierungsplan erstellen
Im nächsten Schritt wird der eigene Finanzierungsplan erstellt. Dazu zählen:
Monatliche Raten und die Höhe des Tilgungssatzes für die neue Immobilie festlegen.
Die Möglichkeit von Sondertilgungen berücksichtigen, damit die Schulden für die neue Immobilie sich schneller reduzieren.
Flexibilität bei den monatlichen Raten vereinbaren, um auf Einkommensveränderungen zu schnell und angemessen reagieren zu können.
Baukosten realistisch kalkulieren
Detaillierter Kostenplan rund um den Hausbau: Dazu zählen alle anfallenden Kosten für Materialien, Handwerker, Architektur und dergleichen.
Puffer einplanen: An Reserven für zusätzliche Kosten wie Außenanlagen, Innenausbau und technische Ausstattung denken.
Kostenkontrolle: Während des Bauprozesses sollte regelmäßig eine Kostenkontrolle eingeplant werden, um Abweichungen vom Kostenplan frühzeitig zu erkennen und eventuell gegenzusteuern.
Baufinanzierung beantragen
Zusammenstellung aller notwendigen Unterlagen: Dazu zählen sämtliche Einkommensnachweise, Nachweise zum vorhandenen Eigenkapital sowie vorhandene Baupläne.
Bonitätsprüfung: Die Bank oder der Finanzberater wird die Bonität der Baufamilie überprüfen.
Baufinanzierung abschließen: Dabei auf flexible Optionen, wie zum Beispiel Sondertilgungen oder Ratenanpassungen, achten.
Bauvorhaben umsetzen
Zusammenarbeit sicherstellen: Damit das Bauvorhaben reibungslos vonstatten geht, sollte sichergestellt sein, dass die Zusammenarbeit mit einem Architekten und dem Bauunternehmen reibungslos funktioniert.
Überwachung Finanzierungsplan: Sollte es zu Abweichungen kommen muss dieser gegebenenfalls angepasst werden.
Baufortschritt überprüfen: Damit der Zeit- und Kostenplan rund um die Immobilie eingehalten werden kann, ist es wichtig, den Baufortschritt regelmäßig zu überprüfen.
Vor- und Nachteile von Online-Baufinanzierungen – Was Sie beachten sollten
Die Online-Baufinanzierung hat nicht nur Vorteile. Baufamilien sollten sich auch mit den Nachteilen auseinandersetzen, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen.
Vorteile
Finanzierungsangebote von verschiedenen Anbietern lassen sich über die Vergleichsplattformen schnell vergleichen.
Die komplette Baufinanzierung kann von zu Hause durchgeführt werden. Es müssen keine Banktermine wahrgenommen werden.
Oftmals sind die Bearbeitungsgebühren niedriger als bei der Hausbank. Dies führt zu besseren Konditionen, da keine Verwaltungskosten anfallen.
Möglich wird dies durch den direkten Zinssatz- und Laufzeitübersichten-Vergleich.
Beratung erfolgt per Chat oder am Telefon. Oftmals ist dies auch außerhalb der regulären Geschäftszeiten möglich.
Nachteile
Es findet keine persönliche Beratung vor Ort statt. Dies kann dazu führen, dass individuelle Fragen nicht ausreichend geklärt werden können.
Bei komplexen Finanzierungsfragen oder bei Problemen gibt es keinen direkten Ansprechpartner.
Bei der Übermittlung von sensiblen Daten über das Internet bestehen nach wie vor Sicherheitsrisiken.
Vielfach wird im Kleingedruckten auf weitere Gebühren hingewiesen. Dies ist nicht transparent und wird oftmals übersehen.
Im Vergleich zu einem persönlichen Gespräch in der Bank oder mit einem Berater sind Verhandlungen nur bedingt realisierbar.
Baufinanzierung bei niedrigen Zinsen – Wann lohnt sich der Abschluss?
Einige Punkte sprechen für den Abschluss einer Baufinanzierung bei niedrigem Zins.
Niedrigere monatliche Raten: Durch den günstigeren Zins fallen die monatlichen Zahlungen für den Kredit geringer aus.
Höhere Tilgung: Durch niedrige Zinsen bekommen Baufamilien die Möglichkeit, einen höheren Tilgungssatz zu wählen, um den Kredit schneller abzubezahlen.
Langfristige Zinsbindung: Bei niedrigen Zinsen ist eine langfristige Zinsbindung von 10, 15 oder gar 20 Jahren besonders sinnvoll. So lassen sich die günstigen Konditionen für die gesamte Laufzeit der Baufinanzierung sichern.
Vorsicht vor steigenden Baukosten: Auch wenn die Zinsen niedrig sind, sollten Baufamilien die Gesamtkosten des Baus stets im Blick behalten, da durch steigende Baukosten der Vorteil der günstigen Finanzierung sich schnell ins Gegenteil umwandeln kann.
Planungssicherheit: Niedrige Zinsen bieten Baufamilien mehr finanzielle Planbarkeit, da die monatlichen Raten für den Baukredit über einen langen Zeitraum gleich hoch bleiben.
Vorsicht bei variablen Zinsen: Bei stark schwankenden Märkten bzw. Zinssätzen können variable Zinsen langfristig teurer werden als ein fest vereinbarter Zins.
Baufinanzierung mit oder ohne Eigenkapital – Was ist besser?
Baufamilien fragen sich oft, was für sie in ihrer Situation besser ist. Eine Baufinanzierung mit oder ohne Eigenkapital. Wir haben dazu recherchiert und die Vor- und Nachteile aufgelistet.
Mit Eigenkapital (Vorteile):
Niedrigere Kreditzinsen: Banken bieten für Bauvorhaben mit Eigenkapital oftmals bessere Zinssätze. Je höher das Eigenkapital, desto niedriger sind die Zinssätze.
Geringere monatliche Belastung: Durch eine geringere Fremdfinanzierung fallen die monatlichen Raten für die Immobilie niedriger aus.
Schnellere Tilgung: Mit Eigenkapital kann der Baukredit schneller abgezahlt werden. Dies reduziert langfristig die Zinskosten.
Höhere Chancen auf Kreditzusage: Banken bevorzugen Kunden, die über Eigenkapital verfügen, denn dies senkt das Risiko für die Bank.
Ohne Eigenkapital (Vorteile):
Schnellerer Baubeginn: Steht kein Eigenkapital zur Verfügung, kann dennoch sofort mit dem Bau begonnen werden – sofern die Finanzierung genehmigt wurde.
Volle Fremdfinanzierung möglich: Bei einigen Banken werden spezielle Kredite für Bauvorhaben ohne Eigenkapital angeboten. Voraussetzung ist eine gute Bonität der Antragsteller.
Liquidität bleibt erhalten: Das eigene Vermögen bleibt unangetastet und kann für andere Investitionen oder Notfälle genutzt werden.
Nachteile ohne Eigenkapital:
Höhere Zinskosten: Banken verlangen für Kredite ohne Eigenkapital in der Regel höhere Zinsen.
Längere Laufzeiten: Ohne Eigenkapital hat der Kredit meist eine längere Laufzeit. Dies wiederum erhöht die Gesamtkosten.
Größeres Risiko: Eine 100%-Finanzierung von Bauvorhaben birgt ein höheres finanzielles Risiko für Baufamilien. Dies gilt im Besonderen bei stetig wechselnden Marktveränderungen.
Fazit
Bei einer Immobilie handelt es sich um eine größere Investition, die von den Bauherren gut durchdacht werden muss. Nicht nur der Bau einer Immobilie, sondern auch der Kauf nimmt viel Zeit und somit auch Geld in Anspruch. Baufamilien können unter verschiedenen Möglichkeiten der Baufinanzierung wählen, um für sich die beste Lösung zu finden. Mit Förderungen kann die Baufinanzierung erleichtert werden. Zur Verfügung stehen neben der KfW-Förderung auch die BEG- und BAFA-Förderung. Mit entsprechender Planung und ein wenig Geduld steht dem eigenen Haus bald nichts mehr im Wege. Dennoch sollten Baufamilien den finanziellen Aufwand eines Bauvorhabens nicht unterschätzen und sich im Vorfeld umfassend beraten lassen.
Bevor der Immobilienkauf abgeschlossen wird, sollte die Bank ihre Zustimmung zur Finanzierung geben, damit der gesamte Kaufpreis und alle Nebenkosten sicher gedeckt sind.
FAQ zum Thema Baufinanzierung
Wie viel Immobilie kann man sich leisten?
Dies ist eine der wichtigsten Fragen. Angehende Baufamilien sollten alle Einnahmen und Ausgaben akribisch notieren, um so einen Anhaltspunkt für das Gespräch mit der Bank zu haben.
Für wen lohnt sich der Kauf einer Immobilie?
Für viele Menschen ist das eigene Haus der größte Traum. Sie möchten nicht. länger Miete zahlen und die Immobilie als Investition in die Zukunft betrachten. Immobilien lohnen sich für alle, die ein geregeltes Einkommen haben und zusätzlich ein finanzielles Polster besitzen. Des Weiteren sollte klar sein, dass man über Jahre hinweg am gleichen Ort wohnen möchte.
Welchen Einfluss hat der Standort für die Baufinanzierung?
Ein Haus in der Stadt bietet mehr Sicherheit als in einer ländlichen Region. Gerade im Hinblick darauf, dass die Immobilie irgendwann auch vermietet oder verkauft werden soll.
Wie hoch sollte das Eigenkapital sein?
Experten raten zu einem Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 %.
Welche Voraussetzungen müssen Kreditnehmer für ein Baudarlehen erfüllen?
Ein Kreditnehmer benötigt für ein Baudarlehen eine gute Bonität, Einkommensnachweise und eine positive Schufa. Die Bank prüft Unterlagen wie den Kaufpreis, anfallende Nebenkosten und mögliche Fördermittel. Vor dem Immobilienkauf ist die Zustimmung der Bank erforderlich.
Wie beeinflussen Restschuld und Nebenkosten die Nutzung eines Rechners?
Ein Rechner hilft, die Restschuld und monatliche Kosten zu berechnen. Neben dem Kaufpreis müssen auch Nebenkosten berücksichtigt werden. Ein früher Termin zur Finanzberatung und der Einsatz von Fördermitteln optimieren die Nutzung der Baufinanzierung.
Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. Mit seinem Buch “Bau keinen Scheiss” ist er seit Juli 2024 auch Spiegel Bestseller Autor.
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