Autor: Tobias Beuler - Fertighausexperte
Kategorie: Fertighaus Anbieter
Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2025
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Die Basis beim Hausbau ist in jedem Fall ein durchdachter Grundriss. Schon bei der Grundrissplanung können die zukünftigen Hausbesitzer ihre Wünsche und Ideen äußern, damit der Architekt diese auf Papier bringen kann, um sie dann möglichst detailgetreu umzusetzen. Gerade für den Grundriss ist die Zusammenarbeit mit einem Architekten sinnvoll, da ein paar wichtige Aspekte beachtet werden müssen. Beim Grundriss planen spielt es erst einmal keine Rolle, ob es sich beim Haus um einen Bungalow oder eine Stadtvilla handelt. Mit dem folgenden Artikel möchten wir Tipps und Informationen geben, damit Familien wissen, worauf sie bei den Grundrissen rund um ihr Traumhaus achten müssen.
Inhaltsverzeichnis
Kurz & Kompakt - Das Wichtigste
Die wichtigsten Schritte rund um den Grundriss: Am Anfang sollte eine Bestandsaufnahme stattfinden, bei der die Eckdaten rund um das Haus festgelegt werden. Dabei geht es um die Anzahl der Personen sowie um deren individuellen Vorstellungen.
Barrierefreiheit in die Planung integrieren: Wer plant, auch noch im Alter seinen Alltag im eigenen Haus zu meistern, der sollte die Barrierefreiheit stets im Hinterkopf haben. So lässt sich schon frühzeitig sicherstellen, dass im Ernstfall nicht erst aufwendige und kostenintensive Umbaumaßnahmen nötig werden.
Natürlicher Lichteinfall als zentrales Element: Große Glasfronten sorgen dafür, dass rund um das Jahr ausreichend natürliches Tageslicht in das Haus gelangt, was wiederum für Gesundheit und Wohlbefinden sehr wichtig ist.
Grundrissplanung als zentrales Element der Hausgestaltung und Raumaufteilung
Der Grundriss, der in Fachkreisen auch als Ichnographie bezeichnet wird, beeinflusst nicht nur die spätere Nutzung des Hauses, sondern wirkt sich auch auf das Erscheinungsbild der Immobilie aus.
Mit dem Grundriss bekommen Familien einen ersten Überblick über ihr Haus und können erkennen, wo sich die Wohn- und Arbeitsräume befinden bzw. wie der Außenbereich gestaltet werden kann.
Mit dem Hausgrundriss kann das Gebäude nicht nur funktional, sondern auch flexibel geplant werden. Gemeinsam mit dem Architekten kann die Familie frühzeitig erkennen, ob bei der Hausplanung ihre Wünsche und Vorstellungen sich realisieren lassen oder ob ein alternativer Grundriss erstellt werden muss. Grundsätzlich ist es wichtig, dass der fertige Grundriss zur Familie und deren Lebenssituation passt.
Bestandsaufnahme: Ihre Bedürfnisse und Anforderungen
Im ersten Schritt werden die Bedürfnisse und Anforderungen an das Traumhaus definiert, um so einen besseren Überblick zu bekommen.
Wer wohnt im Haus? Wie viele Personen und in welcher Altersstruktur?
Grundsätzlich ist ein Hausgrundriss von den Anforderungen und den Bedürfnissen der Bewohner, die in das Haus einziehen, abhängig. Dies bedeutet, dass die Hausbesitzer sich bereits bei der Hausplanung einige wichtige Fragen stellen müssen.
Unter anderem geht es dabei um das Familienleben der Zukunft. Damit ist gemeint, ob Kinder geplant sind und ob die Familie auch noch im Alter in ihrem Eigenheim wohnen möchte.
Generell sollten Baufamilien nicht nur die Anzahl der späteren Bewohner im Haus festlegen, sondern sich auch frühzeitig Gedanken über die Altersstruktur machen. Zum einen geht es dabei um das Planen der Kinderzimmer sowie entsprechende Spielbereiche und zum anderen um eine barrierefreie Gestaltung, wenn im Laufe der Jahre auch ältere und eventuell bewegungseingeschränkte Personen im Haus leben sollen. Eine Familie mit Kindern sollte besonderen Wert auf den Eingangsbereich legen. Dies gilt auch, wenn oft Besuch erwartet wird. Die Gäste sollten möglichst ausreichend Platz für ihre Garderobe und Co. haben.
Welche Lebensgewohnheiten und Bedürfnisse haben die zukünftigen Bewohner?
Nicht zu vergessen sind die individuellen Bedürfnisse und die Anforderungen der einzelnen Bewohner an das neue Zuhause. Dabei geht es sowohl um die verschiedenen Hobbys als auch um die Freizeitaktivitäten der Familie und welche Räume dafür nötig sind.
Im neuen Haus sollte es nicht nur Räume für gemeinsame Aktivitäten geben, sondern nach Möglichkeit für jeden in der Familie ein Raum als persönlicher Rückzugsort. Des Weiteren sollten ausreichend Stauraum für Kleidung, Sportgeräte und andere Dinge des Lebens zur Verfügung stehen.
Ebenso wichtig beim Hausgrundriss ist die Berücksichtigung der smarten Haustechnik sowie die Vernetzung von verschiedenen Geräten, da Wände den Empfang stören könnten.
Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen: Anforderungen an den Grundriss
Wer beim Hausbau bereits an die Zukunft denkt, für den spielt die Barrierefreiheit im neuen Haus eine wichtige Rolle. Zum einen sollten die Türen breiter als üblich sein und es sollte auf Schwellen zwischen den Räumen verzichtet werden. Grundsätzlich sollten alle Zugänge zum Haus stufenlos gestaltet werden. Dies gilt übrigens auch für die Terrasse. Zur Barrierefreiheit gehört auch das Berücksichtigen von Hör- und Sehbeeinträchtigungen bzw. sonstigen Bedürfnissen innerhalb der Familie, die jederzeit im Leben eintreten können. Das Familienmitglied sollte sich dann auch ohne fremde Hilfe im Haus zurechtfinden können.
Wenn das Haus von Anfang an nicht barrierefrei sein soll, ist es wichtig, daran zu denken, dass der Hausgrundriss jederzeit ohne größere Probleme oder Umbauten verändert werden kann, wenn es nötig sein sollte.
Raumprogramm erstellen: Definition von Raumgrößen, Funktionen und Beziehungen
Baufamilien sollten bereits bei der Planung des Eigenheims ein Raumprogramm erstellen, aus dem alle benötigten Räume sowie deren Funktionen ersichtlich werden. Dabei sollten unter Berücksichtigung der Nutzung bereits die Raumgrößen festgelegt werden. Jeder Raum sollte eine Mindestgröße haben, wobei stark frequentierte Räume größer sein sollten als weniger genutzte Räumlichkeiten. Bei ausreichend Wohnfläche im neuen Haus können die einzelnen Zimmer auch großzügiger gestaltet werden als üblich.
Wichtig ist, dass die Räume im Haus nicht nur optimal, sondern auch nach ihrer Funktionsweise angeordnet sind. Somit wird klar, warum das Badezimmer in der Nähe von Schlafzimmer und Kinderzimmer geplant werden soll, da man sicher nicht gerne in der Nacht durch das ganze Haus laufen möchte. Sinnvoll ist es auch, wenn das Kinderzimmer nicht direkt neben dem Elternschlafzimmer geplant wird. Auch wenn dies bei Kleinkindern noch praktisch erscheinen mag, werden aus den Kindern Jugendliche und laute Musik wird dann schnell zum permanenten Streitthema.
Rund um den Grundriss dürfen die Außenbereich nicht vernachlässigt werden. Dies gilt im Besonderen für den Verkehrsfluss sowie für kurze Wege im Haus. Garten und Terrasse sollten nicht nur vom Schlafzimmer aus erreichbar sein, da ansonsten der Besuch immer durch das Schlafzimmer läuft, wenn er nach draußen möchte. Optimal ist ein Zugang zur Terrasse oder in den Garten auch über das Wohnzimmer, die Küche, das Esszimmer und eventuell über die Kinderzimmer einzuplanen.
Generell sollte beim Hausgrundriss auch immer an den Brandschutz und damit verbunden an Fluchtwege gedacht werden. Dies bedeutet, dass Türen und auch Fenster gut erreichbar und ausreichend groß sind.
Inspiration und Ideensammlung: Grundrissbeispiele und Raumkonzepte
Grundsätzlich sollten Baufamilien schon frühzeitig Tipps und Ideen rund um den Grundriss für ihr neues Haus sammeln. Neben den verschiedenen Fachzeitschriften und Ratgeber-Magazinen rund um das Thema Hausbau und Grundrissgestaltung können Online-Plattformen sowie Online-Magazine eine gute Quelle für Tipps und Ideen sein.
Sammlung von Grundrissbeispielen für verschiedene Haustypen und Familiensituationen
Für Baufamilien ist es sinnvoll, sich schon frühzeitig eine Sammlung von verschiedenen Grundrissen anzulegen. Dabei sollte sowohl an die verschiedenen Familiengrößen als auch an die unterschiedlichen Altersstrukturen gedacht werden.
Sinnvoll sind auch Grundrisse von verschiedenen Haustypen, egal ob modern oder eher klassisch. Des Weiteren sollten Baufamilien, die ein Einfamilienhaus bauen möchten, sich auch die Grundrisse von Doppelhäusern, einem Reihenhaus oder einem Bungalow näher anschauen, da es auch hier oft Inspirationen gibt, an die zu Anfang nicht gedacht wird.
Analyse gelungener Raumkonzepte und Ideen für die Raumaufteilung
Grundsätzlich sollten Baufamilien sich für alle Raumkonzepte öffnen, um die Vor- und Nachteile erkennen zu können. Während die eine Baufamilie das geschlossene Raumkonzept vorzieht, kann die andere sich durchaus die verschiedenen offenen Raumkonzepte vorstellen. In jedem Fall sollte es im Haus multifunktionale Räume geben, die flexible Nutzungsmöglichkeiten bieten. So bietet sich im Erdgeschoss ein Raum an, der sowohl Platz für die Haustechnik bietet als auch als Hauswirtschaftsraum oder Stauraum genutzt werden kann. Wenn möglich, sollte das Home Office auch als Gästezimmer genutzt werden.
Ein großer Raum innerhalb der Wohnung oder im Haus kann durch Raumteiler und Möbel in unterschiedliche Bereiche gegliedert werden. So kann aus einem großen Wohnzimmer mit passenden Möbeln ein ansprechender Wohn-Ess-Bereich werden, der nichts an Gemütlichkeit vermissen lässt.
Des Weiteren sollten bereits in der Planungsphase für das Haus die Außenbereiche in den Grundriss integriert werden. So wird aus einem Wohnzimmer mit großen Fensterfronten eine nahezu unsichtbarer Übergang in die Natur geschaffen, der sowohl den Wohlfühlkomfort erhöht als auch dafür sorgt, dass ausreichend Sonne und frische Luft ins Haus gelangt.
Funktionale Raumaufteilung: Die wichtigsten Funktionsbereiche im Haus
Von Vorteil ist es, wenn das Haus bereits in der Planungsphase in verschiedene funktionale Bereiche aufgeteilt wird. Wir haben uns näher damit beschäftigt und möchten zukünftigen Hausbesitzern wertvolle Tipps geben.
Wohnbereich: Gestaltung eines offenen oder geschlossenen Wohnkonzepts
Beim klassischen Grundriss ist der Flur das Zentrum der Immobilie und alle Räume im Haus sind voneinander getrennt. Erdgeschoss und Obergeschoss sind durch eine Treppe voneinander getrennt. Im Obergeschoss sind in der Regel Schlafzimmer, Kinderzimmer und Badezimmer sowie eventuell ein Gästezimmer zu finden. Im Erdgeschoss dagegen ist Platz für die Küche, den Wohn- und Essbereich sowie eventuell ein Gäste-WC. Vorteil des geschlossenen Wohnkonzeptes ist, dass die Hausbewohner von mehr Ruhe und Privatsphäre profitieren. Das geschlossene Wohnkonzept hat jedoch auch den Nachteil, dass die Raumgrößen der einzelnen Zimmer eingeschränkt sind.
Als Alternative dazu bietet sich das offene Wohnkonzept an. Dabei wird weitestgehend auf Wände und Türen verzichtet, sodass die einzelnen Räume ineinander übergehen und somit die üblichen Verkehrsflächen wegfallen. Den offenen Grundriss findet man meist in einem Bungalow oder im Erdgeschoss eines klassischen Einfamilienhauses. Hier bildet der Wohn-Essbereich mit der angrenzenden offenen Küche eine harmonische Einheit, welche für ein offenes Wohngefühl sorgt. Nachteil dieses Konzepts ist, dass die einzelnen Zimmer nicht nur optisch, sondern auch akustisch miteinander verbunden sind. Die einzelnen Familienmitglieder haben weniger Privatsphäre, außer in ihren privaten Schlaf- bzw. Kinderzimmern. Jedoch lassen sich die Räume mit Schiebetüren und mobilen Trennwänden vergrößern bzw. verkleinern und somit jeder Wohnsituation anpassen.
Küche: Funktionale Anordnung der Arbeitsbereiche, Essplatz und Stauraum
Um die Küche optimal nutzen zu können, sind kurze Wege von Vorteil. Aus diesem Grund sollten die Arbeitsflächen in der Küche möglichst in einer Dreiecksform gestaltet sein. Wenn die Grundfläche es hergibt, lässt sich der Essplatz rund um die Kochinsel integrieren. Grundsätzlich sollte in den Schränken ausreichend Stauraum für Lebensmittel und Platz für oft genutzte Küchenutensilien sein, damit die Arbeit in der Küche nicht durch die Suche von Dingen permanent unterbrochen werden muss. Bei der Ausstattung sollte nicht nur auf modernste Küchentechnik geachtet werden, sondern viel mehr auf Funktionalität. Was nützt ein hochmoderner Herd mit verschiedenen Zusatzfunktionen, wenn in der Regel nur die Standardfunktionen genutzt werden? Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Küche ausreichend Bewegungsfreiheit und Ergonomie bietet, sodass die Arbeit Spaß macht und nicht zur körperlichen Belastung wird.
Schlafzimmer: Ruhezonen mit ausreichend Platz und Privatsphäre
Die Schlafzimmer im Haus sollten so platziert werden, dass Lärmbelästigung von außen keine Rolle spielt. Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch Rollläden an den Fenstern, denn die Sonne am Morgen kann gerade beim Wunsch nach ausschlafen störend sein. Des Weiteren sollte ausreichend Platz und Ruhe zur Verfügung stehen, damit Eltern sich auch mal zurückziehen können. Das Schlafzimmer sollte so groß sein, dass sowohl das Bett als auch ein Schrank sowie Kommoden gestellt werden können. Sehr beliebt ist ein Ankleidezimmer oder ein begehbarer Kleiderschrank, um so dem Raum eine gewisse Atmosphäre zu verleihen.
Wenn möglich, sollte ein Zimmer für Gäste eingeplant werden. Dieser Raum kann bei Nichtnutzung auch als Hobbyraum oder als Spielzimmer für die Kinder genutzt werden.
Badezimmer: Planung von funktionalen Grundrissen für verschiedene Bedürfnisse
Das Bad als funktionaler Bereich sollte nach Möglichkeit im Grundriss in der Nähe des Schlafzimmers bzw. der Kinderzimmer eingeplant werden. Im Bad ist es von Vorteil, dass Dusche, Badewanne, Waschbecken und WC funktional angeordnet sind. Dies bedeutet aber auch, dass das Bad so groß sein muss, dass genügend Platz für die Sanitärobjekte vorhanden ist und dennoch die Bewegungsfreiheit darunter nicht leidet. So hat sich zum Beispiel das Doppelwaschbecken für Paare im Bad als sehr vorteilhaft herausgestellt, da niemand auf den anderen warten muss.
Bei ausreichend Wohnfläche im Haus oder in der Wohnung bietet sich beim Grundriss ein extra Bad für die Kinder oder für Gäste an. Vorteilhaft in diesem Zusammenhang ist auch ein Gäste-WC im Erdgeschoss möglichst in der Nähe des Eingangsbereiches.
Verkehrsflächen und Bewegungsabläufe: Effiziente und komfortable Wegeführung
Soll der Grundriss barrierefrei gestaltet werden, ist es nicht nur wichtig, auf Schwellen und Stufen innerhalb der Wohnung zu verzichten. Vielmehr kommt es darauf an, dass die Verkehrsflächen in Haus und Wohnung zum einen ausreichend groß und optimal sowie funktional angeordnet sind. Dies bedeutet, dass ein Familienmitglied mit Rollstuhl sich überall im Haus frei bewegen kann, ohne auf Hindernisse zu stoßen.
Des Weiteren sollten die Bewegungsabläufe im Haus für Familien optimiert werden. Dies bedeutet, dass kurze Wege innerhalb des Hauses wichtig sind. Ebenfalls ein Fehler beim Grundriss ist, dass Flure zu lang sind oder dass es viele tote Ecken im Haus gibt, die keinerlei Funktion haben.
Licht und Raumwirkung: Fensterplanung und natürliche Belichtung
Licht hat für alle Lebewesen eine besondere Funktion und Wirkung. Ohne ausreichend natürliches Tageslicht werden wir im Laufe der Zeit unweigerlich krank. Mit dem folgenden Tipp möchten wir Baufamilien aufzeigen, wie wichtig die Ausrichtung ihres Traumhauses ist und wie sich die Größe und die Anordnung der Fenster sich auf ihr Leben auswirkt.
Ausrichtung des Hauses und Himmelsrichtung der Fenster
Die Ausrichtung des Traumhauses ist entscheidend für den späteren Wohnkomfort. Die Tageslichtverhältnisse im Haus sind abhängig von der jeweiligen Himmelsrichtung. Gemeinschaftsräume wie das Wohnzimmer sollten daher möglichst im Grundriss auf der Südseite liegen. Hier ist die Sonnenscheindauer am längsten. Jedoch muss hierbei auch an die verschiedenen Verschattungsmöglichkeiten an den Fenstern gedacht werden. Die verschiedenen Nebenräume sowie eventuell das Schlafzimmer oder die Kinderzimmer können nach Norden ausgerichtet werden. Wer die Morgensonne liebt, sollte das Bad sowie die Küche im Osten in den Grundriss integrieren.
Größe und Anordnung der Fenster für optimale Lichtverhältnisse
Beim Grundriss muss darauf geachtet werden, dass weder Nachbargebäude noch große Bäume nötiges Licht nehmen, und die Hausbesitzer vermehrt auf Kunstlicht angewiesen sind. Dies gilt im Besonderen für das Arbeitszimmer.
Ebenso wichtig ist die Privatsphäre in den Räumen. Dies bedeutet, dass große Fensterfronten zwar viel Tageslicht in den Raum lassen, aber die Hausbesitzer sich mehr oder weniger auch auf dem Präsentierteller befinden. Dies gilt sowohl für das Schlafzimmer als auch für das Wohnzimmer. Um dennoch von ausreichend natürlichem Tageslicht zu profitieren, bietet sich die Installation von Rollläden an.
Bodentiefe Fenster in Kombination mit Schiebetüren haben sich bewährt, da so der Weg auf die Terrasse und in den Garten nicht eingeschränkt wird. Im Sommer bietet die Terrassentür eine Verbindung in die Natur und im Winter sorgen die großen Glasfronten für ausreichend Tageslicht.
Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten: Geschickt geplante Bereiche im Haus
Im neuen Eigenheim dürfen auf keinen Fall die Privatsphäre sowie die persönlichen Rückzugsmöglichkeiten zu kurz kommen, da sowohl Eltern als auch Kinder ein Recht darauf haben.
Abgrenzung von öffentlichen und privaten Bereichen
Grundsätzlich sollte der Grundriss für das Traumhaus so geplant werden, dass der gemeinsam genutzte Wohnbereich sich deutlich von den Schlafräumen abgrenzt. Dies schafft für jedes Familienmitglied eine eigene Rückzugsmöglichkeit, wenn das Bedürfnis besteht auch mal allein zu sein.
Damit Eltern sowohl im Schlaf- als auch im Wohnzimmer nicht vom Spielen der Kinder gestört werden, ist es wichtig, auf ausreichende Schallschutzmaßnahmen zwischen den einzelnen Räumen zu achten.
Nischen und Einbauschränke für Stauraum und Privatsphäre
Beim perfekten Grundriss ist ein Zuviel an Stauraum und Nischen nicht von Vorteil, da ansonsten alles aufgehoben wird, was nicht zwingend nötig ist. Bewährt haben sich zum Beispiel Einbauschränke. Diese werden von vielen Hausbesitzern als perfekte Lösungen angesehen, denn sie sorgen auf der einen Seite für Ordnung und können auf der anderen Seite unterschiedlich genutzt werden.
Große Zimmer wie zum Beispiel der Wohnbereich lassen sich optimal mit Raumteilern unterteilen, sodass individuelle Bereiche entstehen, die immer wieder an die jeweilige Situation angepasst werden können.
Anbindung an Außenbereiche: Terrassen, Gärten und Wintergärten
Da in unseren Breitengraden der Aufenthalt im Freien stark begrenzt ist, sollte beim Grundriss darauf geachtet werden, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, den Wohnbereich mehr oder weniger geschützt ins Freie verlegen zu können.
Terrassen und Balkone: Erweiterung des Wohnraums ins Freie
Mit einer Terrasse oder einem Balkon kann der Wohnraum ideal erweitert werden, sodass praktisch ein zusätzliches, grünes Wohnzimmer entsteht. Dabei ist es wichtig, dass sowohl Terrasse und Balkon eine entsprechende Größe haben, damit man sich gerne dort aufhält. Wichtig dabei sind neben der Himmelsrichtung auch die Sonneneinstrahlung. Wer die Abendsonne genießen möchte, sollte darauf achten, dass der zusätzliche Bereich nach Westen ausgerichtet ist.
Im Zuge der Barrierefreiheit müssen sämtliche Zugänge zu Balkon und Terrasse stufenlos bzw. ohne Schwellen geplant werden.
Wintergärten: Ganzjährig nutzbare Verbindung zum Garten
Soll rund um das Jahr eine nutzbare Verbindung zum Garten bestehen, sollte bei der Planung an einen Wintergarten gedacht werden, so kann der Garten sowohl im Sommer als auch im Winter genutzt werden. Experten sprechen hier von einem grünen Wohnzimmer.
Allerdings müssen bei der Planung und der Konstruktion eines Wintergartens stets die Vorschriften bzw. Vorgaben aus dem Bebauungsplan berücksichtigt werden. Je nach Lage des Grundstücks kann es sein, dass zum Beispiel der B-Plan den Bau eines Wintergartens untersagt.
Zukunftsorientierte Planung: Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Grundrisses
Schon bei der Grundrissplanung sollten Baufamilien an die Zukunft denken. Dies bedeutet, der Grundriss sollte sich jederzeit an geänderte Lebenssituationen oder Wohnbedürfnisse anpassen lassen. Dies bedeutet, dass jederzeit Umbaumaßnahmen und Erweiterungen möglich sind, wenn dies erforderlich ist.
Die Zimmer sollten sich multifunktional nutzen lassen, sodass auch in einigen Jahren die Anzahl und die Nutzung der Räume den tatsächlichen Wünschen und Bedürfnissen entspricht. So kann aus zwei kleinen Zimmern ein großes entstehen, wenn der Bedarf an Platz zunimmt.
Wenn möglich, sollte das komplette Haus barrierefrei gestaltet werden. So ist sichergestellt, dass die Hausbesitzer auch noch im Alter allein und selbstbestimmt ihren Alltag genießen können.
Professionelle Unterstützung: Architekt, Bauingenieur und Fachplaner
Um den Grundriss für das neue Eigenheim zu erstellen, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann mit einem erfahrenen Architekten oder einem Bauingenieur zusammenarbeitet werden. Diese Experten kennen sich mit Fragen zur Bauausführung ebenso aus wie mit der Statik und der energetischen Optimierung rund um das Haus.
Die zweite Möglichkeit zur Grundrisserstellung sind die verschiedenen Softwareprogramme aus dem Internet, die es teilweise kostenlos und teilweise kostenpflichtig gibt. Wird der Grundriss in Eigenleistung erstellt, ist es wichtig, auf die Vorgaben rund um das Grundstück sowie auf die verschiedenen Bauvorschriften zu achten. Um Stress und Ärger zu vermeiden, geben wir Baufamilien den Tipp, immer mit einem erfahrenen Experten bei der Grundrissplanung zusammenzuarbeiten.
Fazit: Den perfekten Grundriss für Ihr Traumhaus planen
Für jedes Haus und für jede angehende Baufamilie sieht der Grundriss anders und es werden verschiedene Prioritäten gesetzt. Bei der Grundrissplanung ist es immer wichtig den Wünschen der Familienmitglieder gerecht zu werden und dabei das Haus zukunftsgerecht zu gestalten.
Wer beim Planen bereits an die Zukunft denkt, sollte stets im Kopf haben, dass es jederzeit zu einem Unfall oder Ähnlichem kommen kann, was wiederum körperliche Einschränkungen mit sich bringt. Für eine solche Eventualität sollte die Barrierefreiheit bei der Hausplanung nicht vollkommen abgelehnt werden. Selbst körperlich gesunde Menschen lernen auch ohne körperliche Einschränkungen die Vorzüge der Barrierefreiheit kennen und lieben.
Grundsätzlich dürfen rund um das neue Haus und den Grundriss die rechtlichen Voraussetzungen nicht außer Acht gelassen werden. Selbst wenn Kompromisse eingegangen werden müssen, wird ein Planungsexperte immer die passenden Lösung parat haben. Experten nutzen oftmals den Ausdruck „Form folgt Funktion.“ Doch was ist damit gemeint? Ein Haus muss in erster Linie von innen funktionieren. Dabei ist weniger oft mehr, sodass nicht alles berücksichtigt werden muss, was man irgendwo mal gesehen hat.
Häufige Fragen (FAQ) zum Grundriss Haus planen
Mit welchen Kosten ist für einen Grundriss zu rechnen?
Entscheidend dabei. Ist wer für die Erstellung verantwortlich ist. Wird der Grundriss von einem Architekt erstellt, dann belaufen sich die Kosten je nach Umfang zwischen 500 und 3.000 Euro. Bei einem Bauzeichner ist mit Kosten von 500 bis 1.500 Euro zu rechnen. Günstiger dagegen sind Online-Dienste. Hier muss oftmals mit weniger als 100 Euro gerechnet werden.
Wen sollte ich bei der Grundrissplanung einbeziehen?
Für Anfänger in diesem Metier lohnt es sich, mit einem Architekturbüro zusammenzuarbeiten, da diese auch für ungewöhnliche Vorstellungen ihrer Kunden oftmals eine Lösung parat haben.
Welche Informationen benötige ich vor der Grundrissplanung?
Grundsätzlich müssen die baurechtlichen Vorschriften aus dem Bebauungsplan beachtet werden. Ansonsten sind der Kreativität der Baufamilie kaum Grenzen gesetzt.
Wie optimiere ich die Aufteilung der Zimmer für ein angenehmes Wohnen?
Die Räumlichkeiten sollten funktional angeordnet sein. Des Weiteren sollten Räumlichkeiten mit Wasseranschlüssen übereinander angeordnet sein, da diese Kosten bei der Bauausführung spart und Leitungen nicht quer durch das ganze Haus gelegt werden müssen.
Wie kann ich die optimale Quadratmeterzahl für mein Haus bestimmen?
Die ideale Fläche hängt von den Bedürfnissen der Bauherren ab. Als Grundlage dienen erprobte Konzepte aus einem Musterhaus oder einem Fertighaus. Durchschnittlich haben Einfamilienhäuser 120 bis 180 Quadratmeter, während kompakte Bauten bei 80 Quadratmetern beginnen.
Ein Musterhaus oder ein Fertighaus-Grundriss hilft, die richtige Fläche zu bestimmen. Bauherren sollten auf eine sinnvolle Raumaufteilung achten, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. Mit seinem Buch “Bau keinen Scheiss” ist er seit Juli 2024 auch Spiegel Bestseller Autor.
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