Grundstück teilen ohne Vermessung oder mit?

Erfahrungen & Bewertungen zu Tobias Beuler

Kurz & Kompakt - Das Wichtigste

  • Vor- und Nachteile einer Grundstücksteilung: Zu den Vorteilen bei der Teilung des Grundstücks zählen unter anderem niedrigere Kosten für Grunddienstbarkeiten, geringere Baukosten bei einer Teilung innerhalb der Familie. Nachteile sind eine Verkleinerung von Grundstücken sowie das Beschränken der  Entfaltungsmöglichkeiten zum Nachbarn.

  • Wichtigkeit der Grundstücksvermessung: Soll das Grundstück als Baugrund genutzt werden, kann es durch die fehlende Vermessung zu Problemen mit dem Architekten und den Baufirmen kommen.

  • Hochprofessionelle Techniken und Werkzeuge bei der Grundstücksvermessung: Im Rahmen der Grundstücksvermessung kommen unter anderem GPS-gestützte elektronische Messgeräte zum Einsatz, sodass die Ergebnisse rechtssicher sind.

Warum Grundstücke teilen?

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum ein Grundstück geteilt werden soll. Gerade für Bauinteressenten ist die Grundstücksteilung eine willkommene Alternative zum Kauf eines eigenen Grundstücks. Auch Grundstückseigentümer streben immer öfter eine Grundstücksteilung an, um auf der einen Seite weniger Pflegeaufwand zu haben und auf der anderen Seite durch einen Teilverkauf des Grundstücks Einnahmen zu generieren und somit auch langfristig bei der Grundsteuer zu sparen.

Vorteile der Grundstücksteilung

Im Folgenden möchten wir uns die Vorteile beim Grundstück teilen und genauer anschauen.

Weniger Grundsteuer

Für den ursprünglichen Eigentümer sinkt durch die Grundstücksteilung die Grundsteuerlast.

Pflegeaufwand

Es muss weniger Zeit und Geld in die Pflege von Grundstücken investiert werden.

Geringere Beiträge

Sowohl für den Straßenbau als auch für die Straßenreinigung müssen geringere Beiträge, die sogenannten Grunddienstbarkeiten, gezahlt werden.

Höherer Verkaufspreis

Nach einer Grundstücksteilung lassen sich die einzelnen Grundstücke besser bzw. zu einem höheren Marktwert verkaufen.

Teilverkauf bzw. -vermietung eines Grundstücks

Ein Teil der Grundstücke kann verkauft werden, ohne dass das Immobilieneigentum in Gefahr gerät.

Kostenreduzierung

Beim Bauen eines Hauses fallen die Gesamtkosten für den Bauherren geringer aus.

Gründe für die Teilung eines Grundstücks

Neben der Kostenersparnis rund um ein Bauvorhaben durch die Grundstücksteilung gibt es noch weitere Gründe, warum die Teilung des Grundstücks angestrebt wird.

  • Für das Bauvorhaben ist das Grundstück zu groß.

  • Hausherrengemeinschaften kaufen ein größeres Grundstück, um es im Anschluss für den Bau von Doppelhäusern zu teilen.

  • Schenkung eines Teils des Grundstücks an Kinder oder sonstige Verwandten.

  • Streitigkeiten innerhalb einer Erbengemeinschaft, was mit dem Grundstück geschehen soll. Nach dem Grundstück teilen kann jeder über seinen Teil selbst verfügen.

Die Rolle der Vermessung bei der Grundstücksteilung

Die Vermessungsmaßnahmen spielen bei der Grundstücksteilung eine wichtige Rolle. In erster Linie geht es dabei um ein geplantes Bauvorhaben. Ist das Grundstück nicht ordnungsgemäß vermessen, kann der Architekt seine Planung nicht exakt vornehmen. In der Folge kann die Baufirma nicht mit den Bauarbeiten beginnen.

Was ist eine Grundstücksvermessung?

  • Definition und Prozess: Im Rahmen einer Grundstücksvermessung wird das jeweilige Grundstück in Bezug auf seine Grenzen, die Eigentumsverhältnisse und weitere Merkmale untersucht. So wird festgestellt, wer die aktuellen Rechte am Grundstück besitzt. Die Grundstücksvermessung wird in der Regel einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur durchgeführt. Der Vermessungsingenieur nutzt für seine Arbeit verschiedene Methoden (Luftaufnahmen, Bodenmessungen usw.) und dokumentiert im Anschluss daran die Ergebnisse.

  • Unterschied Grundstücksvermessung und Grundstücksaufteilung: Bei der Grundstücksvermessung werden nach den Vorgaben im Vermessungsantrag die bestehenden Eigentumsgrenzen überprüft und gegebenenfalls geändert. Geht es um eine reale Teilung eines Grundstücks, dann ist die ordentliche Grundstücksvermessung sowie die dazugehörige Beurkundung verpflichtet, denn nur so kann der Grundbucheintrag geändert werden.

Warum ist eine Grundstücksvermessung wichtig?

Durch die genaue Grundstücksvermessung lässt sich die Grundstücksgrenze exakt bestimmen. Dies ist wichtig, wenn es darum geht, rechtliche Konflikte zu vermeiden. Des Weiteren bekommen Verantwortliche wichtige Informationen in Bezug auf die Topografie des Geländes sowie über die Höhenunterschiede bzw. die Geländeformen. Auch wenn ein Grundstück in Parzellen aufgeteilt werden soll, ist eine Teilungsvermessung nötig, da neue Grenzen entstehen und somit eine Anpassung im Liegenschaftskataster erforderlich wird. Neben den rechtlichen Problemen lassen sich so auch eine Reihe von baulichen Problemen vermeiden.

Grundstück teilen ohne Vermessung: Risiken und Herausforderungen

Ein Grundstück teilen, ohne dass eine ordentliche Grundstücksvermessung stattgefunden hat, birgt nicht nur Risiken, sondern stellt die Eigentümer der Baugrundstücke auch vor einige Herausforderungen.

Grundstücksteilung: Genehmigungen und rechtliche Voraussetzungen

Wer ein Grundstück aufteilen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen beachten, die sich je nach Bundesland unterscheiden. Das Bauamt prüft, ob die geplante Teilfläche den geltenden Vorschriften entspricht, insbesondere in Bezug auf Abstandsflächen und die Mindestgröße für eine Bebauung gemäß BauGB (Baugesetzbuch).

In vielen Fällen ist eine Teilungsgenehmigung der Gemeinde erforderlich. Diese prüft, ob die neuen Verhältnisse den städtebaulichen Anforderungen entsprechen. Auch das Grundbuchamt und ein Notar sind in den Ablauf eingebunden, da die neue Eigentumsstruktur rechtssicher festgehalten werden muss. Zudem müssen eventuell Grenzsteine neu gesetzt werden, was zusätzliche Gebühren verursachen kann. Je nach Fall empfiehlt es sich, frühzeitig mit den Miteigentümern und den zuständigen Behörden Rücksprache zu halten, um Verzögerungen zu vermeiden.

Mögliche rechtliche Konsequenzen

Zum einen kann es zwischen den Grundstückseigentümern zu Streitigkeiten in Bezug auf die Grenzen und somit auch auf den Mindestabstand beim Bauen kommen. Zum anderen müssen die jeweiligen Eigentümer mit Schwierigkeiten bei der rechtlichen Anerkennung rechnen.

Grundsätzlich ist für eine Grundstücksteilung (Realteilung) und den dazugehörigen Eintrag ins Grundbuch eine Grundstücksvermessung verpflichtend. Lediglich für eine ideelle Teilung wird keine offizielle Grenzsetzung und Markierung verlangt.

Probleme bei der Planung und dem Bau

Für ein Bauvorhaben ist immer eine ordnungsgemäße Grundstücksvermessung erforderlich, da es ansonsten auch zu Problemen rund um den Bau kommen kann.

Unter anderem kommt es zu Einschränkungen bei der Bauplanung für den Architekten. Daraus können sich Verzögerungen bei den Bauunternehmen ergeben, die wiederum unvorhergesehene Kosten nach sich ziehen können.

Auswirkungen auf Architekten und Bauunternehmen

  • Planungsprobleme ohne genaue Vermessung: Im Rahmen seiner Planungstätigkeiten bekommt der Architekt Schwierigkeiten, wenn es um die Platzierung von Gebäuden und die damit verbundene Infrastruktur geht. Grund hierfür sind in erster Linie Unklarheiten in Bezug auf die Grenzen des Grundstücks sowie keine exakten Angaben im gültigen Bebauungsplan.

  • Einfluss auf Bauunternehmen: Für die verschiedenen Bauunternehmen steigt das Risiko von Fehlern beim Bauen und damit verbundenen Nacharbeiten deutlich an. Aufgrund der fehlenden Klarheit in Bezug auf die Grundstücksgrenzen kann es zu erhöhten Kosten kommen.

Wie wird eine professionelle Grundstücksvermessung durchgeführt?

Neben den verschiedenen Details, die beim Vermessungsprozess wichtig sind, ist auch die Auswahl des Vermessungsingenieurs von Bedeutung, da anhand seiner Angaben der Grundbucheintrag angepasst wird.

Der Vermessungsprozess im Detail

  • Schritte und Verfahren: Als Erstes muss der Eigentümer im Rahmen einer Realteilung beim Katasteramt einen Antrag auf eine rechtssichere Grundstücksvermessung stellen sowie ein zertifiziertes und anerkanntes Vermessungsbüro beauftragen. Der Mitarbeiter des Vermessungsbüros wird mit dem Eigentümer des Grundstücks einen Termin vereinbaren, um das Grundstück vor Ort zu vermessen. Eventuell ist es. Nötig ist, dass Grenzmarkierungen neu gesetzt werden müssen. Nach der Grundstücksvermessung findet ein Grenztermin statt. Hierzu werden die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke über die Ergebnisse ausführlich informiert. Der neue Grenzverlauf der Grundstücke wird im Rahmen einer Grenzniederschrift von allen Beteiligten bestätigt. Sollte es zu einem Einspruch kann, kann Widerspruch eingelegt werden. Ansonsten erfolgt eine amtliche Kennzeichnung, was auch als Abmarkung der Grenzpunkte bezeichnet wird. Im Anschluss daran werden alle Unterlagen beim Katasteramt eingereicht. Sollte innerhalb der folgenden vier Wochen kein Widerspruch eingehen, werden die neuen Grenzverläufe in das Liegenschaftskataster übertragen und anschließend im Grundbuch eingetragen.

  • Einsatz von Technologie und Werkzeugen: Bei der Grundstücksvermessung von Flurstücken bzw. zur Bestimmung von Grenzen kommen elektronische Messgeräte zum Einsatz. Die Geräte werden auf einem Stativ platziert und ermitteln exakt die GPS-Koordinaten. Zur weiteren Verarbeitung werden die Daten digitalisiert, sodass sie jederzeit ausgelesen werden können. Zu den Vermessungsgeräten gehören in erster Linie Rotationslaser sowie Nivelliergeräte, welche die Höhenunterschiede auf großen Flächen ermitteln können. Des Weiteren kommen Nivellierlatten zum Einsatz. Diese werden rechtwinklig zum Erdboden aufgestellt, sodass die Messpunkte auf Zentimeter und Millimeter genau an der Messlatte abgelesen werden können. Wichtige Hilfsmittel bei den Vermessungs- und Absteckarbeiten sind sogenannte Fluchtstäbe, welche in Abständen von 50 cm rot und weiß eingeteilt sind. Diese Stäbe werden senkrecht in den Boden gesteckt und ermöglichen so eine Kennzeichnung von Grenz- und Geländepunkten. Für die GPS-gestützten Vermessungsgeräte sind eine Reihe von nützlichen Zubehörteilen nötig. Dazu zählen Libelle, Kurbelsäule und Spreizstopp. Nachfolgend ein Überblick über die verschiedenen Werkzeuge und Hilfsmittel im Rahmen der Vermessungsarbeiten:

    • GPS-gestützte elektronische Messgeräte

    • Rotationslaser

    • Nivelliergeräte

    • Nivellierlatten

    • Fluchtstäbe und Messlatten

    • Markierungsschnüre

    • Markierungsstäbe

Auswahl des richtigen Vermessungsingenieurs

Grundsätzlich muss ein amtlich bestellter Vermessungs-Ingenieur die Grundstücksvermessung vornehmen, da dies dem Eigentümer Rechtssicherheit über den Grenzverlauf bei einem Flurstück gibt. Im Übrigen ist beim Bau eines Hauses die Grundstücksvermessung aus rechtlichen Gründen nötig und wird in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer ein zertifiziertes Vermessungsbüro mit der Grundstücksvermessung zu beauftragen. Ein solches Büro verfügt in der Regel über das notwendige Fachwissen und kann auch bei Behördengängen rund um das Baugrundstück hilfreich zur Seite stehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Ablauf und die Regelungen im Rahmen der Grundstücksvermessung eingehalten werden und somit rechtssicher sind.

Fazit: Warum die Vermessung unerlässlich ist

Die Vermessung von Grundstücken durch ein amtlich bestelltes Vermessungsbüro bietet Rechtssicherheit, wenn es um den Grenzverlauf und somit um den Grundbucheintrag geht. Soll der vorhandene Bauplatz zur Bebauung mit einem Eigenheim genutzt werden oder soll ein Grundstück in Parzellen unterteilt werden, ist die Grundstücksvermessung rechtlich vorgeschrieben und wird in den jeweiligen Landesbauverordnungen geregelt. Gerade beim Bau eines Hauses ist die Grundstücksvermessung unerlässlich, da Bauherren sich so unnötige Kosten und Ärger ersparen können. Dazu zählen unter anderem, dass der Architekt aufgrund fehlender Informationen aus dem Bebauungsplan seine Hausplanung nicht korrekt abschließen kann. Dies wiederum hat zur Folge, dass es zu Problemen bei der Genehmigung und somit auch zu Verzögerungen durch die Baufirmen kommen kann.

Der Antrag auf Teilung eines Grundstücks und der damit nötigen Grundstücksvermessung  muss vom Grundstückseigentümer beim Katasteramt gestellt werden.

Die Grundstücksvermessung ist ein essenzieller Schritt, um Rechtssicherheit zu gewährleisten und Streitigkeiten über Eigentumsgrenzen zu vermeiden. Besonders beim Aufteilen eines Grundstücks müssen die bauordnungsrechtlichen Vorgaben beachtet werden, da jede Teilfläche den Anforderungen an die Mindestgröße entsprechen muss. Ein erfahrener Notar sorgt dafür, dass alle rechtlichen Aspekte korrekt dokumentiert und im Grundbuch eingetragen werden. Zudem können sich die Verhältnisse je nach Bundesland unterscheiden, weshalb eine frühzeitige Abstimmung mit den Behörden ratsam ist. Wer seine neuen Grenzsteine korrekt setzen lässt, stellt sicher, dass die Grundstücksteilung langfristig Bestand hat.

Häufige Fragen (FAQ) zur Grundstücksteilung und Grundstücksvermessung

Für eine Realteilung, die im Rahmen eines Bauvorhabens vorgeschrieben ist, muss ein zertifiziertes Vermessungsbüro engagiert werden. Nur die ideelle Teilung kann selbst vorgenommen werden.

Im Schnitt muss von Auftragserteilung bis zum Erhalt der Veränderungsnachweise mit einer Dauer von 2 bis 3 Monaten gerechnet werden. Dies hängt immer von der Bearbeitungszeit der jeweiligen Ämter ab.

Grundstückseigentümer müssen für eine Grenzvermessung mit Kosten von 1.000 bis 1.400 Euro rechnen. Für eine Grenzfeststellung belaufen sich die Kosten auf 700 bis 1.300 Euro. Für ein Grenzzeugnis oder eine Grenzanzeige liegen die Kosten zwischen 600 bis 1.100 Euro. Für eine Teilungsvermessung ist mit Kosten von 2.600 bis 3.600 Euro zu rechnen. Hierzu kommen noch die Gebühren für den Eintrag in das Grundbuch und eventuell anfallende Notarkosten.

Informationen darüber erteilt das zuständige Katasteramt, da dort alle Vermessungsdaten, Grenzverläufe und Nutzungsarten (Bauland, landwirtschaftliche Nutzung oder Garten) verzeichnet sind.

Autor Tobias Beuler

Aktualisiert: 26.07.2024

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Als Experte für den Fertighausbau widmet sich Tobias Beuler, der Gründer von Fertighausexperte, allen Fragen rund um Ihr Bauprojekt.

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Fertighäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen über Fertighausexperte.com seit 2018 an, um Andere bei Ihren Fertigbauprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. Mit seinem Buch “Bau keinen Scheiss” ist er seit Juli 2024 auch Spiegel Bestseller Autor.


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