Der steinige Weg, den alle Bauherren durchlaufen – wir blicken in Ihre Zukunft (Trefferquote 99%)

Sie wollten schon immer die eigenen vier Wände und hier können Sie einmal einen Blick in die Zukunft werfen, denn zu 99% wird Ihr Weg wie folgt aussehen.

Informationsanbahnung

Am Anfang haben Sie, neben der Vorfreude, vor allem eines: haufenweise Fragen.

Deshalb entschließen Sie, sich über den Hausbau zu informieren.

Sie waren also auf Fertighaus.de, Musterhaus.net, Massivhaus.de, Hausbauxxl.com oder einem anderen Portal, um sich einen Marktüberblick zu verschaffen.

Nachdem Sie zugestimmt haben, dass Ihre Daten verwendet werden dürfen, versuchen die Hausbauunternehmen, über zwei Wege mit Ihnen Kontakt aufzunehmen.

1) Sie erhalten Anrufe von Hausverkäufern / Handelsvertretern, die Sie in ihr Musterhaus einladen. Hat der Hausverkäufer kein Musterhaus, kommt er auch gerne bei Ihnen vorbei. Das verschafft ihm die Möglichkeit, gleich eine persönliche Beziehung zu Ihnen aufzubauen.

2) Sie erhalten einige Kataloge verschiedener  Hausbau- und Fertighausunternehmen. Mache erschlagen Sie mit Text, mache versuchen, Sie mit großen, glänzenden Photoshop-Bildern zu gewinnen und andere Hausbauer kommen mit Grundrissen und „optimierten“ Preisen um die Ecke, um gleich Fakten zu liefern. 

Ähnlich wie beim Auto kommt hier zum Grundpreis noch ganz viel hinzu. Alleine der Hauspreis (ohne Keller, Bodenplatte, Bemusterung und Baunebenkosten) wird noch mal um 20% bis 40% steigen.

Nach Sichtung der ersten Unterlagen wird Ihnen auffallen, das einige Verkaufsbüros (die sich offiziell „Beratungsbüro“ nennen, weil „Verkauf“ negativ besetzt ist), der Fertighausunternehmen die gleiche Adresse haben. Sie stellen nach kurzem googeln fest, dass es in fast jeder Region Deutschlands einen Musterhauspark gibt und beschließen, dort am Wochenende hinzufahren. 

Die großen Musterhausparks in Deutschland sind, von Nord nach Süd:

  • Fertighauswelt Langenhagen bei Hannover
  • Fertighauswelt Wuppertal
  • Feetighauswelt Frechen bei Köln
  • Ausstellung Eigenheim und Garten Bad Vilbel bei Frankfurt 
  • Musterhauspark bei Würzburg
  • Musterhauspark Mülheim Kährlich bei Koblenz
  • Unger Park Hausausstellungen in Ostdeutschland
  • Fertighauswelt Hessdorf bei Nürnberg 
  • Maimarktgelände Mannheim
  • Ausstellung Eigenheim und Garten Fellbach bei Stuttgart
  • Fertighauswelt Günzburg
  • Ausstellung Eigenheim und Garten Poing bei München
Musterhauspark Point bei München

Eingangsbereich Musterhauspark Poing bei München

 

Ihr Besuch im Musterhauspark

Nachdem Sie festgestellt haben, dass sich die Inhalte, Anschreiben und Versprechen in den Katalogen mehrfach wiederholen und man fast jede Fertighaus- und Hausbaumarke anscheinend austauschen kann, fahren Sie an einem Samstag (meistens ohne Kinder) oder an einem Sonntag (meistens mit Kindern, wenn Sie welche haben) in einen Musterhauspark.

Genau wie in den Prospekten und Katalogen werden Sie hier von jeder Hausbaufirma die gleichen Argumente hören: 

  • „Wir haben den besten Wandaufbau“
  • „Wir haben das beste Preis-Leistungsverhältnis“
  • „Wir sind kein Billiganbieter, wir rechnen besser“ (kommt von Billiganbietern)
  • „Wir sind genauso gut – warum die Marke mitbezahlen?“ (ebenfalls Billiganbieter)
  • „Beim Haus darf man nicht sparen“ (Markenanbieter)
  • „Billiges Haus, billige Qualität“ (Markenanbieter)
  • „Wir sind die beste Marke mit dem besten Preis!“ (Billiganbieter, der Geld für Marketing ausgibt)

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten, ob und wie eine „Beratung“, also die Vorbereitung zum Hausverkauf, stattfindet.

1) Sie haben schon ein Grundstück

Sämtliche Hausverkäufer lecken sich nach Ihnen die Finger – selbst im Zirkus, als die Clowns aufgetreten sind, wurde nicht so viel gelacht und gute Stimmung gemacht wie jetzt gerade bei Ihrem Musterhausbesuch. Hauptsache, es wird eine persönliche, am besten freundschaftliche, Beziehung aufgebaut.

2)  Sie haben noch kein Grundstück 

50% der Hausverkäufer sagen nur noch das Nötigste. Denn die Wahrscheinlichkeit, Ihnen kurzfristig ein Haus zu verkaufen und eine 4-5 stellige Provision zu erhalten, sind relativ gering. 

Die anderen 50% der Hausverkäufer sind sehr geschäftstüchtig und bieten Ihnen trotzdem einen Vertrag an – man kann ja schon mal die „alten Preise sichern“, unterschreiben und dann das Grundstück suchen. Und sollten Sie kein Grundstück finden, können Sie „jederzeit“ vom Vertrag zurücktreten.

Natürlich können Sie in Deutschland jederzeit von jedem Vertrag zurücktreten, aber dann wird es richtig teuer ( siehe auch: Scheidungen). Denn Sie sind schadensersatzpflichtig. Der baubranchenübliche Schadensersatz beträgt übrigens 5% bis 10%. Also lassen Sie Werkverträge sehr gut prüfen, bevor Sie etwas unterschreiben. 

Ein Beispiel dazu: 

Sie unterschreiben diesen Vertrag für Ihr sogenanntes „Traumhaus“, um den angeblich alten Preis zu sichern. Jetzt suchen Sie ein Grundstück und stellen einen der folgenden Punkte fest:

  • Mein Traumhaus passt nicht ins Baufenster
  • Ich darf nur 1,5 geschossig bauen
  • Ich muss eine Stadtvilla bauen
  • Der Kniestock ist laut Bebauungsplan viel zu niedrig – ich kann im Bett nicht sitzen
  • Ich darf nur mit Sattel- Flach- oder Walmdach bauen
  • Ich muss aufgrund von Hanglage mit Keller bauen
  • Schlechte Bodenverhältnisse – ich kann nicht mit Keller bauen
  • Und 100 Gründe mehr

Merken Sie was? Sie legen sich mit einem Vertrag, wenn Sie noch gar kein Grundstück haben, Fesseln an. Denn Sie haben jetzt etwas gekauft, dass so wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig ist.

Wenn Sie Ihr Traumhaus jetzt anpassen, also umplanen müssen, entstehen übrigens Kosten. Weil zum Beispiel die Statik neu gerechnet werden muss. Änderungen der Dachneigung? Kein Problem, macht 3.000 Euro… 

Den alten Preis, bzw. die Ersparnis, den Sie sich eigentlich sichern wollten, ist dann schon 3 mal aufgebraucht. Wie man es wirklich richtig macht, erfahren Sie in diesem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=N-GJjuikkts

Dann gibt es noch die Verkäufer, die Ihnen ein Grundstück in Aussicht stellen. Ein Grundstück, dass es wahrscheinlich nicht gibt und selbst wenn es das Grundstück geben sollte, so sollen Sie darauf natürlich ausschließlich mit dem einen Anbieter bauen, der Ihnen dieses Grundstück verkauft. Dieses Vorgehen bleibt aber hoffentlich die Ausnahme, weil es eigentlich auch verboten ist (Stichwort: Kopplungsgeschäft bzw. Kopplungsverbot).

Aber zurück zu Ihrem Musterhausparkbesuch. Alles, was in den Katalogen stand, haben Sie inzwischen komplett vergessen. Denn Bilder sagen mehr als 1.000 Worte und Live-Eindrücke setzen dementsprechend noch einen drauf. Sie filtern jetzt nach Optik. Gefällt Ihnen ein Haus von außen, lassen Sie sich dort beraten. Gefällt es Ihnen schon von außen nicht, werden Sie das Musterhaus vermutlich nicht betreten. Schließlich gibt es eine Auswahl von 20 bis 50 Häusern, je nach Fertighauspark.

Nach dem Musterhauspark 

Da Musterhausparks um 18 Uhr schließen, fahren Sie mit Ihren ersten Eindrücken nach Hause und haben Prospekte von den Firmen gesammelt, die ab jetzt aus optischen Gründen für Sie in Frage kommen könnten.

Zuhause angekommen, setzen Sie sich an Ihren PC , oder klappen Ihren Laptop auf und geben folgende Begriffe bei google ein:

  • Die Hausbau- oder Fertighausmarke plus „Erfahrungen“
  • Die Hausbau- oder Fertighausmarke plus „Mängel“
  • Die Hausbau- oder Fertighausmarke plus „Preise“
  • Den Begriff „Baunebenkosten“
  • Sonderbegriffe wie „Dachform“, „Bodengutachten“, „Hanglage“ und „Fertigkeller“

Und das ist hoffentlich der Punkt, an dem wir uns kennenlernen ☺

Herzlich Willkommen auf Fertighausexperte.com, dem informativsten Blog über Fertighäuser und Baunebenkosten. 

Viel Spass beim lesen – und schauen Sie gerne mal in meinem Shop vorbei. Es könnte sich lohnen.

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